10-Jahres-Katamnese "Heidelberger Kinderwunsch-Sprechstunde"
Arbeitsgruppe: PD Dr. Tewes Wischmann (Leitung, T.: 06221-568137), Prof. Dr. Thomas Strowitzki, Klara Korge (Doktorandin)
Projektdauer: Januar - Juli 2008
Zwischen 1994 und 1997 wurden im Forschungsprojekt „Heidelberger Kinderwunsch-Sprechstunde“ 564 Paare mit Fertilitätsstörungen an der Universität-Frauenklinik Heidelberg mit psychologischen Fragebögen untersucht. Über den langfristigen Verlauf bezüglich psychologischer Faktoren bei ungewollt kinderlos gebliebenen Paaren bzw. bei Paaren mit Kindern nach reproduktionsmedizinischer Behandlung ist bisher wenig bekannt, was auch generalisierbar wäre (aufgrund der kleinen Stichprobengrößen).
Alle 564 Paare, die an dem Erstprojekt teilgenommen haben, sollen nach über zehn Jahren postalisch mittels eines Fragebogens nachuntersucht werden, sofern diese nicht schon während der ersten Studie ihre weitere Teilnahme verweigert hatten. Nach Möglichkeit werden dafür auch Einwohnermeldeämter zur Ermittlung aktueller Adressen in Anspruch genommen. Bei Nichtanworten innerhalb von 4 Wochen erfolgen noch zwei Anschreiben.
Es soll der im Anhang folgende (selbst erstellte) psychologische Fragebogen angewandt werden. Dieser umfasst allgemeine (offene) Fragen zum Umgang mit dem Thema „unerfüllter Kinderwunsch“.
Es sind keine unerwünschte Wirkungen oder sonstige Risiken für den Studienteilnehmer durch die Teilnahme an der Fragebogenuntersuchung zu erwarten. Die Belastung liegt allein im zeitlichen Aufwand von schätzungsweise 10-15 Minuten für die Beantwortung der Fragebögen. Jederzeitiges Ausscheiden aus der Studie ohne irgendwelche Nachteile möglich (s. Einwilligungserklärung).
Ziel dieser Studie ist die Beschreibung von psychologischen Variablen (z. B. wahrgenommener soziale Unterstützung, Unbelastetheit durch den unerfüllten Kinderwunsch, Sinngebung), welche die langfristige erfolgreiche Bewältigung der Infertilitätskrise (auch ohne leibliches Kind) unterstützen helfen. Bei Paaren, die mittels reproduktionsmedizinischer Behandlung zwischenzeitlich Eltern geworden sind, soll eine mögliche psychosoziale Belastetung durch Komplikationen im Zusammenhang mit den Kindern (z. B. Mehrlingsproblematik) erfasst werden. Aus dem Set der im Erstprojekt erhobenen psychosozialen und medizinischen Variablen (z. B. Partnerschafts-, Lebenszufriedenheit, Kinderwunschstärke und –belastung) sollen mögliche Prädiktoren für den Eintritt einer Schwangerschaft im langfristigen Verlauf extrahiert werden.
Abstract zum Projekt hier, eine Publikation ist in Vorbereitung.





