DAAD – PAGEL Programm (Partnerschaften für den Gesundheitssektor in Entwicklungsländern)
Zielgruppe: MedizinstudentInnen aus Afrika, Asien und Lateinamerika.
Im Rahmen des DAAD-PAGEL-Programms führt das Institut für Public Health, Universität Heidelberg, Wochenendseminare zu speziellen Themen im Bereich „Gesundheit in Entwicklungsländern“ durch. Diese Seminare dienen der Ergänzung der universitären Ausbildung sowie zur persönlichen und fachlichen Orientierung.
Teilnehmen können afrikanische, asiatische und lateinamerikanische StudentInnen der Human- und Zahnmedizin.
Die Teilnahmegebühr beträgt pro Seminar EUR 25,-. Die Unterbringung in der Tagungsstätte (Übernachtung, Vollverpflegung) wird von uns organisiert. Die Reisekosten (entsprechend Bahnfahrt 2.Kl.) werden den Teilnehmern nach dem Seminar erstattet.
Kurse 2012
Nr. 1: Primärversorgung, Millenniumentwicklungsziele und Mütterliche Gesundheit: wo sind wir, wohin gehen wir?
Die offenkundige Ungleichheit in der Gesundheitsversorgung der Menschen in den sog. Entwicklungsländern -im Vergleich zu den entwickelten Ländern- geht uns alle an. Die Alma Ata Deklaration von 1978 rief zu einer verbesserten Primärversorgung und zu “Health for All” auf. Warum ist sie gescheitert? Und warum ist diese Deklaration -nach 30 Jahren in 2008 wieder revitalisiert- ein großes Thema in der Weltgesundheitsorganisation?
Im Vergleich zu früheren Entwicklungsdekaden sind die Millenniumentwicklungsziele vom Jahr 2000 umfassender, konkreter und mehrheitlich mit eindeutigem Zeithorizont versehen. Aber wo stehen wir jetzt, ca. 12 Jahre später? Was haben wir erreicht, was nicht? Wie geht es weiter nach 2015? Wir werden eine lebhafte Debatte führen.
Die Verringerung der Müttersterblichkeit ist eines der Millenniumentwicklungsziele, das in vielen Ländern schwierig zu erreichen ist. Wir werden uns deshalb besonders diesem Thema zuwenden.
23.-25.03.2012, Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD), Bonn
Nr. 2: Erkrankungen der Ärmsten- (Neglected Tropical Diseases)
Die Ärmsten der Armen auf der Welt leiden häufig gleichzeitig an mehreren tropenmedizinischen Erkrankungen, die in erster Linie durch schlechte Lebensbedingungen ausgelöst sind. Dazu gehören bakterielle, parasitäre und virale Erkrankungen, vor allem Chagas, Dengue, Leishmaniasis, Lepra, Lymphatic Filariasis, Onchocerciasis, Schistosomiasis, Trachoma und Trypanosomiasis.
Häufig sind Diagnostik und Therapie schwierig, da kaum neue Entwicklungen für Diagnostik und Therapie vorliegen.
In diesem Kurs werden Patienten- und Bevölkerungsbezogene Konzepte der Kontrolle von Neglected Tropical Diseases besprochen.
13.-15.04.2012, Heinrich-Pesch-Haus (HPH), Ludwigshafen
Nr. 3 The Big Three - HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose
Während dieses Wochenend- Seminars werden wir uns mit der Epidemiologie und mit Bekämpfungsprogrammen der drei global wichtigsten Infektionskrankheiten beschäftigen. HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose sind für einen Großteil der Krankheitslast und Sterblichkeit insbesondere in armen Ländern und hier wiederum ausgeprägt in den Ländern Afrikas südlich der Sahara verantwortlich. Programme gegen diese „großen Drei“ haben aber seit ungefähr zehn Jahren auch die international größte Aufmerksamkeit und damit verbunden die proportional höchsten finanziellen Unterstützungen erhalten. Diese Unterstützung erfolgte insbesondere über neu entstandene internationale Partnerschaften wie zum Beispiel den Global Fund und die Gates Stiftung. Die bisherigen Auswirkungen dieser Entwicklungen auf die Epidemiologie von HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose sowie auf die Gesundheitssysteme der hauptbetroffenen Länder werden im Seminar beschrieben und kritisch diskutiert.
07. -09.09.2012, Heinrich-Pesch-Haus (HPH), Ludwigshafen
Nr. 4 Nicht übertragbar – Nicht wahrgenommen: Nicht übertragbare Erkrankungen (Non-communicable diseases, NCD) in Ressourcen-armen Ländern
Während dieses Wochenend-Seminars werden wir uns mit dem Auftreten und den Ursachen von NCDs in den sogenannten Entwicklungsländern beschäftigen. Intuitiv verbinden viele Menschen -auch Fachleute- das Auftreten von NCDs mit Überfluss-Gesellschaften: diese Wahrnehmung ist jedoch falsch. Nicht nur leben bereits heute mehr Menschen mit NCDs unter Armutsbedingungen, darüber hinaus stellt deren Erkennung und Versorgung in Ländern mit Ressourcen-schwachen Gesundheitssystemen eine besondere Herausforderung dar. Wir werden diese Problematik am Beispiel des Diabetes erarbeiten, aber auch einen Blick auf andere Erkrankungen werfen wie z.B. Aspekte der mentalen Gesundheit.
16.-18.11., Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD), Bonn
Kontakt und Anmeldung
Universität Heidelberg
Institut für Public Health
Anke Nitschke-Edert
Im Neuenheimer Feld 324
69120 Heidelberg
Tel.: 06221/567190 (8:30 – 12:30 Uhr)
Fax: 06221/564918
E-Mail: info.arztprogramm@uni-heidelberg.de




