
Harnableitung - Blasenersatz – Neoblase
Ersatz der Harnblase bei bösartigen Tumoren und anderen schweren Erkrankungen
Nach Operationen zur Entfernung der Harnblase - beispielsweise bei bösartigen Tumoren oder schweren anderen Erkrankungen der Blase, die nicht mehr ausheilen können – stehen an der Urologischen Universitätsklinik Heidelberg verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung die Blase zu ersetzen. Die Ziele eines solchen Blasenersatzes sind der Erhalt der Nierenfunktion sowie ein optimales funktionelles und kosmetisches Ergebnis. Idealerweise wird die neue Harnblase, sowohl bei Mann als auch Frau wieder an die Harnröhre angeschlossen (sog. Neoblase bzw. orthotoper Blasenersatz). Sollte bereits auch die Schließmuskelregion von Tumor befallen sein oder andere Gründe vorliegen, die einen Anschluß der Ersatzblase an die Harnröhre nicht erlauben, können alternative Techniken dennoch häufig einen äußeren Urinbeutel (Stoma) vermeiden. Mehr lesen …

Häufigkeit und Risikofaktoren
Rauchen als wichtigste Ursache
Die Häufigkeit der Krebsbefunde im Harntrakt korreliert mit der Oberfläche der Deckschicht und daher finden sich die meisten Urothelkarzinome in der Harnblase. Bei zunehmender Tendenz ist das Blasenkarzinom derzeit für etwa 3,5% aller Krebstodesfälle in Europa verantwortlich. Am häufigsten ist die Erkrankung im 6. und 7. Lebensjahrzehnt, nur 5 % der Patienten sind jünger als 45 Jahre. Männer sind drei Mal so häufig betroffen wie Frauen. In der Bundesrepublik Deutschland erkranken jährlich ca. 16.000 Patienten neu an einer bösartigen Erkrankung der Harnblase. Mehr lesen ...

Symptome und Diagnostik
Blut im Urin
Mit einem deutlichen Krankheitsgefühl, Schmerzen oder stärkeren Blutungen gehen meist nur fortgeschrittene Krebserkrankungen des Harntraktes einher. In diesen Fällen ist eine Heilung häufig nicht mehr möglich. Daher ist der wichtigste Schutz vor einer nicht kontrollierbaren Krebserkrankung im Bereich der ableitenden Harnwege die Urinuntersuchung im Rahmen der Routinekontrollen und der sofortige Besuch beim Facharzt für Urologie bei den kleinsten Anzeichen von Blut im Urin. Mehr lesen ...

Oberflächliche Tumore
Behandlung an Ort und Stelle
Beschränkt sich die Tumorausdehnung auf die innere Auskleidung der Harnblase, spricht man vom oberflächlichen Blasenkrebs. Diese Stadien können in der Regel durch endoskopische Methoden beherrscht werden – also ohne Schnitt mit Hilfe von Spiegelungsverfahren durch die Harnröhre. Mehr lesen ...

Muskelinvasive Tumore
Der Ersatz der Harnblase rettet Leben
Urothelkarzinome, die zum Zeitpunkt der endoskopischen Operation bereits tiefer in das Gewebe vordringen oder bei oberflächlicher Ausdehnung an mehreren Stellen sitzen können häufig nur durch eine operative Entfernung der Blase geheilt werden, da sonst die Gefahr einer Streuung in Lymphknoten und andere Organe sehr hoch wäre. Die Behandlung eines fortgeschrittenen Tumors der Harnblase kann an der Urologischen Universitätsklinik Heidelberg durch eine Kombination aus offener und minimal-invasiver Operationstechnik mit Hilfe des Da Vinci-Systems besonders genau und schonend durchgeführt werden. Sorgfältig wird dabei auf die ausgedehnte Entfernung eventuell befallener Lymphknoten geachtet, um mit größtmöglicher Sicherheit eine komplette Entfernung des Tumors zu erreichen. Diese radikale Form der Tumorchirurgie ermöglicht die bestmögliche Aussicht auf Heilung. Mehr lesen ...

Palliative Behandlung
Mit der Krebserkrankung bestmöglich leben
Wenn Blasenkrebs oder Tumore der oberen Harnwege nicht rechtzeitig erkannt werden, kann es zur Streuung von Krebszellen und zur Entstehung von Tochtergeschwulsten kommen. Solange die Aussicht besteht, alle Tumorzellen aus dem Körper mit operativen Mitteln entfernen zu können, streben wir diese Möglichkeit und damit die Chance auf eine definitive Heilung an. Sollte eine heilende Behandlung nicht mehr möglich sein, steht an unserer Klinik ein breites Spektrum von Therapiealternativen zur Verfügung, deren Ziel ein möglichst gutes und langes Leben mit der Tumorerkrankung ist. Mehr lesen ...

Gründliche Nachsorge
Ebenso wichtig wie die richtige Behandlung!
Unabhängig von der gewählten Therapieform ist eine regelmäßige uro-onkologische Nachsorge absolut unerlässlich, um den Behandlungserfolg sicherzustellen und das mögliche Wiederkehren der Krebserkrankung rechtzeitig zu erkennen. Leider neigt besonders der Blasenkrebs dazu, trotz bestmöglicher Behandlung erneut aufzutreten. Wer zu diesen Untersuchungen nicht erscheint, obwohl er darum weiß, dass er einen Krebsbefund im Bereich der Harnwege hatte, riskiert sein Leben! Mehr lesen ...

Mehr Sicherheit
Das "Heidelberger Tumornachsorgeprogramm"
Für den einzelnen Patienten ist nach der erfolgreichen Behandlung einer Krebserkrankung die konsequente Nachsorge mittels regelmäßiger Kontrolluntersuchungen sehr wichtig. Einerseits kann so ein Rückfall möglichst früh erkannt und therapiert werden. Andererseits können die behandelnden Ärzte aus einer großen Anzahl solcher Verlaufskontrollen neue Erkenntnisse über die Krankheit und die Effektivität der Behandlung gewinnen. Dieses Wissen kommt vor allem zukünftigen Patienten zugute, aber auch die aktuelle Therapie kann in Einzelfällen davon profitieren. Mehr lesen ...










