Hämatologie - Onkologie - Rheumatologie
Medizinische Klinik

Arbeitsgruppe "Cancer of Unknown Primary" (CUP)

 

Allgemeines

Unter CUP-Syndrom (CUP: Cancer of Unknown Primary ) werden diejenigen Tumorerkrankungen zusammengefasst, bei denen nach Abschluss der Diagnostik zwar Metastasen, jedoch kein Primärtumor gefunden wurde. Obwohl der medizinische Fortschritt in den letzten Jahrzehnten neue und verfeinerte Diagnoseverfahren hervorgebracht hat, ist über die Biologie dieser Erkrankungen bisher nur wenig bekannt, und das Syndrom lässt sich vergleichsweise schlecht behandeln.

Nach Abschluss des humanen Genomprojektes lassen sich molekulare Veränderungen einzelner Tumorentitäten anhand ihrer gesamten Erbanlagen (Genom) und anhand der jeweils aktiven Gene (Genexpressionprofil) mit Hilfe modernen Methoden analysieren. Im Gegensatz zu vielen Tumorerkrankungen mit bekanntem Primärtumor wurden solche umfassenden Analysen beim CUP-Syndrom bislang nicht durchgeführt, außerdem fehlen große randomisierte Studien zu Diagnostik und Therapie.

 

 

 

Wir verfolgen daher folgende Ziele:

  1. Betreuung von Patienten mit CUP-Syndrom im Rahmen einer Spezialsprechstunde im NCT Heidelberg (telefonische Terminvereinbarung unter 06221 56-4801), Besprechung schwieriger Krankheitsverläufe im Rahmen einer interdisziplinären Tumorkonferenz.

     

  2. Angebot von experimentellen Therapiestudien im Rahmen der Arbeitsgruppe Internistische Onkologie (AIO) der Deutschen Krebsgesellschaft. Ab Ende 2007 werden wir über die Studieninhalte an dieser Stelle informieren. Wir möchten erreichen, dass auch Patienten mit CUP-Syndrom vom medizinischen Fortschritt neuer Medikamentenentwicklungen der letzten Jahre profitieren, um so Lebensqualität und Prognose nachhaltig zu verbessern.

     

  3. Begleitend zu den Therapiestudien werden wir eine erweiterte molekulare Diagnostik anbieten (Gen-Expressionsanalysen mit cDNA-Mikroarrays, genomische Untersuchungen mittels Matrix-basierter, vergleichender genomischer Hybridisierung, kurz Matrix-CGH genannt). Unser Ziel ist eine molekulare Charakterisierung der Tumoren auf genomischer Ebene und anhand der Gen-Expression; darüber hinaus wollen wir die Tumoren ihren Ursprungsorganen zuordnen und prognostische und therapeutische Subgruppen unter Berücksichtigung klinisch verwendeter zielgerichteter Therapien definieren.
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