Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
Grundlage unserer Arbeit ist eine z.Zt. durchgeführte Interventionsstudie (CEDwell) in der ein Psychotherapeutisches Behandlungskonzept als Erweiterung und Ergänzung der somatischen Versorgung von Kindern mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) evaluiert werden soll. Hierzu wird für die Patienten im Alter zwischen 12 und 16 Jahren, die sich in regelmäßiger ambulanter Behandlung in der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg oder Mannheim befinden, eine begleitende Gruppentherapie angeboten. Mittels eines kontrollierten, randomisierten Designs wird die vergleichende Wirksamkeit einer klinisch üblichen medizinischen Behandlung mit einer um die psychotherapeutische Intervention erweiterten Behandlung untersucht.
Es besteht die begründete Annahme, dass eine multiprofessionelle Betreuung unter Einbeziehung psychotherapeutischer Kompetenz der alleinigen somatischen Versorgung überlegen ist, insbesondere bezüglich der Lebensqualität der Betroffenen. Für betroffene Kinder und Jugendliche und deren Angehörige ist jedoch die Schwelle zu einer integrativen Versorgung (Stigmatisierung) noch immer hoch. Ein flächendeckendes Angebot mit in somatischer und psychotherapeutischer Versorgung gleichermaßen ausgebildeten Ärzten ist nicht gewährleistet, die Überweisung und Betreuung durch die verschiedenen Fachrichtungen parallel wird oft als schwierig empfunden (lange Wartezeiten, mangelnde Kooperationsmöglichkeiten, Informationsverlust, zu wenig Flexibilität und Bedarfsangepaßtheit).
Es ist daher Ziel der bestehenden wissenschaftlichen Arbeitsgruppe (Gastroenterologen der Pädiatrie und KJP-Ambulanz) zu Kindern und Jugendlichen mit CED und funktionellen Darmbeschwerden eine niederschwellige, bedarfsangepaßte psychotherapeutische Versorgung durch psychotherapeutisch ausgebildete Kinder-und Jugendpsychiater in der Kinderklinik zu etablieren. Dazu sollen gehören: interne Konsultation (Pädiater holt sich Rat, Erstellung eines Leitfadens für Standartsituationen), Frühwarnsystem für beh. Arzt durch kontinuierl. Erfassung der Lebensqualität durch den Pat., Kontroll- und Bewältigungsmöglichkeit für den Patienten durch Symptom- und Belastungsdokumentation durch den Patienten, allgem. Beratungsgespräche beim Kinder-und Jugendpsychiater "next door" ohne zusätzl. Arzttermin, bei Bedarf Übernahme zur Diagnostik und Therapie durch die KJP, stützendes Gespräch für Angehörige, Krisenintervention, Stressmanagementtraining (einzeln, Gruppe).
Ansprechpartner: Dr. Monika Enk, Tel. 06221-5639630




