Cochlea-Implantat

 

Was ist ein Cochlea-Implantat ?

Das CI ist eine Prothese, deren Aufgabe darin besteht, die Funktion des Innenohres zu ersetzen. Ein Cochlea-Implantat besteht aus mehreren Komponenten. Zu ihnen gehören ein Mikrophon, eine Signalverarbeitungseinheit, eine Energieversorgung, eine Vorrichtung zur Signalübertragung und eine Stimulationseinheit zur Abgabe elektrischer Reize. Zur Reizung (Stimulation) des Hörnerven dienen metallische Elektroden.

 

schematisch/CI und Elektrode

 

Abbildung: Cochlear Deutschland

 

 

Die elektrische Verbindung zwischen ihnen und den Hörnervenfasern bildet die leitende Flüssigkeit des Innenohres, in der sich die Elektroden befinden. Der elektrische Strom eines Pulses fließt von der Reizelektrode durch diese Flüssigkeit, die Nervenfasern und das dazwischen liegende Gewebe zu einer Referenzelektrode, die sich entweder ebenfalls im Innenohr oder außerhalb der Schnecke im Muskelgewebe befindet.

 

 

Voraussetzungen für ein CI

Nicht jeder Mensch, der über ein ungenügendes oder gar kein Hörvermögen verfügt, kommt für die Versorgung mit einem CI in Frage. In jedem einzelnen Fall müssen die Voraussetzungen im Zuge einer präoperativen Diagnostik durch den Facharzt geprüft werden.

 

 

Untersuchung durch den Facharzt

 

 

Ein wichtiger Bestandteil dieser Untersuchungen stellt die Erhebung des individuellen Hörstatus durch objektive und subjektive Messungen dar.

 

 

Patient bei der Messung

 

 

Einer der wichtigsten Gesichtspunkte bei der Auswahl von CI-Patienten und dem Versuch, eine vorsichtige Erfolgsprognose zu wagen, ist die Krankheitsgeschichte (Anamnese). Zu ihr gehören in erster Linie der Zeitpunkt, die Ursache und der Verlauf der Ertaubung sowie die Dauer der Gehörlosigkeit. Die Aussichten, mit dem CI gut hören und Sprache verstehen zu können, sind um so besser, je später der Verlust des Hörvermögens eingetreten ist und je kürzer dieser Zeitpunkt zurückliegt. Es ist heute wissenschaftlich erwiesen, dass durch das Fehlen akustischer Reize (Deprivation) nicht nur das Hören verlernt wird, sondern dass im Hörsystem auch organische Veränderungen eintreten, die bei der späteren Rehabilitation erst wieder rückgängig gemacht werden müssen. Daher ist immer eine möglichst baldige Versorgung anzustreben.

 

 

 

 

Wie ist der Ablauf einer CI-Operation und der anschließenden Nachsorge?


Ohne Zweifel ist die Operation für den gehörlosen Patienten und späteren CI-Träger genauso wie für seine Angehörigen das zentrale Ereignis im gesamten Verlauf der Versorgung. Der Eingriff wird stationär und in Vollnarkose durchgeführt. Dem Umfang und dem Risiko nach ist das Einsetzen eines Cochlea-Implantats kein besonders großer Eingriff. Er nimmt zwischen zwei und drei Stunden in Anspruch und stellt für den Patienten keine größere Belastung dar als viele andere Ohroperationen.

 

 

 

 

Wenn der frisch operierte CI-Träger aus der Narkose erwacht, kann er noch ebenso wenig hören wie vor der Operation. Das Implantat wird erst durch den Sprachprozessor aktiviert, und dieser wird erst einige Zeit nach der Entfernung des Verbandes angepasst. An den ersten Tagen nach der Operation muss der Patient noch weitgehend Bettruhe einhalten. Er kann zwar prinzipiell aufstehen und gehen, doch kann er hierbei von vorübergehenden Schwindelgefühlen beeinträchtigt werden. Diese sind darauf zurückzuführen, dass das Gleichgewichtsorgan durch den Eingriff etwas irritiert ist. In den meisten Fällen lässt der Schwindel innerhalb der ersten Tage nach, dass er später kein Problem mehr darstellt.

 

 

Nach Heilung der Operationswunde und Entfernung der Fäden, d.h. nach einer Zeit von 4 bis 6 Wochen, wird im Audiologischen Labor der Klinik die Erstanpassung des Sprachprozessors vorgenommen. Erst dann kann der CI-Träger wieder langsam in ein Hören hineinkommen. Die ersten Höreindrücke nach der Erstanpassung des Sprachprozessors sind für die meisten Patienten sehr überraschend. „Piep“ – Töne wie im Morsealphabet, das Gefühl, dass die eigene Stimme ganz weit weg ist oder dass andere Sprachäußerungen ähnlich wie „Mickey Mouse“ oder blechern wie ein Roboter klingen sind nur einige der von CI-Patienten beschriebenen ersten Höreindrücke. Durch regelmäßiges trainieren mit dem CI und kontinuierlichen, feineren Anpassungen des Sprachprozessors kann innerhalb weniger  Wochen bzw. Monate ein guter Hörerfolg erreicht werden. Neben der Anleitung durch Fachleute im Rahmen der ambulanten oder stationären Rehabilitation ist ein Üben in häuslicher Umgebung u.a. mit Hörbüchern von großer Wichtigkeit.

 

 

Nachuntersuchung
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