Das akute Leberversagen
Das akute Leberversagen (ALF) ist ein seltenes, aber akut lebensbedrohliches Krankheitsbild. Ausgelöst werden kann es durch vielfältige Ursachen wie zum Beispiel virale Infektionen oder Vergiftungen durch Pilze oder Medikamente. Durch diese Auslöser kommt es zu einem massiven Absterben (Apoptose) der Leberzellen und dadurch zu einer kritischen Einschränkung der Leberfunktion.
Allen Formen des akuten Leberversagen ist das Auftreten einer Störung der Blutgerinnung (INR > 1,5) und Veränderungen des Bewußtseinszustandes (hepatische Enzephalopathie) ohne vorbestehende Lebererkrankung gemeinsam. Im Rahmen der Erkrankung kommt es sehr häufig zu zusätzlichen Komplikationen wie Nierenfunktionsstörungen, Infektionen, Kreislaufstörungen und einer Hirnschwellung (Hirnödem).
Für die Prognose sind das Intervall zwischen Auftreten des Ikterus und der hepatischen Enzepahlopathie, das Alter des Patienten und die Ursache des Leberversagens von großer Bedeutung. Da bei einem Teil der Patienten unter Umständen eine Lebertransplantation erforderlich ist, sollte die Behandlung von Patienten mit ALF an einem Transplantationszentrum erfolgen.
Die Indikation zur Lebertransplantation gilt als gegeben, wenn die Überlebenswahrscheinlichkeit ohne Transplantation geringer als 20% ist. Da neben dem Operationsrisiko nach einer Lebertransplantation auch eine lebenslange Immunsuppression notwendig ist sollte die Chance zur spontanen Erholung der Leberfunktion genutzt werden. Zur Indikationsstellung zur Lebertransplantation werden nach den Richtlinien der Bundesärztekammer die "Clichy Kriterien" und die "King´s College Kriterien" benutzt.
Unter der Rufnummer
06221-56-39990
können Sie rund um die Uhr einen Arzt bei Fragen zum akuten Leberversagen erreichen.




