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Endokrinologie & Klinische Chemie
Kyphoplastie

Der operative Eingriff

 

Der Eingriff wird von einem spezialisierten Ärzteteam, bestehend aus Endokrinologen/Osteologen, Radiologen und Unfallchirurgen/Orthopäden unter Vollnarkose und Röntgensichtkontrolle vorgenommen. Der Patient liegt dabei auf dem Bauch. Der Eingriff dauert pro Wirbelkörper etwa 20 Minuten.

 

Technik

 

Zunächst wird eine Arbeitskanüle in den schmerzhaft eingebrochenen Wirbelkörper vorgeschoben. Dann wird durch diese Arbeitskanüle ein Ballonkatheter in den Wirbelkörper eingeführt. Dieser Ballon wird mit einer röntgendichten Flüssigkeit unter Röntgendurchleuchtungskontrolle "aufgeblasen". Dadurch wird in dem eingebrochenen Wirbelkörper ein definierter Hohlraum geschaffen. Dieser Hohlraum bleibt bestehen, auch wenn anschließend die Flüssigkeit aus dem Ballon abgelassen und der Ballon entfernt wird, weil der Patienten ja auf dem Bauch liegt und kein Druck mehr auf dem Wirbelkörper lastet. In den geschaffenen definierten Hohlraum wird nun der Knochenzement eingespritzt.

 

So wird der Wirbel endgültig stabilisiert. Bei frischen Brüchen kann er manchmal auch wieder aufgerichtet werden. Ein Korsett muss nach der Operation nicht getragen werden. Meist sind die Patienten nach ein bis zwei Tagen mobil und können entlassen werden.

 

Risiken

 

Die Kyphoplastie ist nicht völlig risikolos. Es ist möglich, dass ein wenig Zement aus dem Wirbelkörper austritt und in die Umgebung gelangt. Dann besteht das Risiko, dass der Zement auf Nerven oder Rückenmark drückt und Beschwerden verursacht. Das passiert aber sehr selten, da der Zement dickflüssig ist und bei nur geringem Druck in den vorbereiteten Hohlraum gewissermaßen "eingefüllt" werden kann. Außerdem wird der Eingriff unter Röntgenkontrolle durchgeführt, so dass er jederzeit abgebrochen werden kann, falls es zu Zementaustritten kommen sollte. In Heidelberg konnte man dies bisher nur bei neun Prozent der behandelten Patienten beobachten. Es verursachte auch keinerlei Beschwerden bei den Patienten und war somit klinisch ohne Bedeutung. Die schlimmste denkbare Komplikation wäre eine Nervenschädigung im Bereich des Rückenmarks mit Nervenausfällen, wie z.B. Lähmungen oder Gefühlsstörungen in den Beinen.

 

Außerdem besteht das geringe Risiko, dass bei der Operation etwas Zement abgeschwemmt wird und in die Lunge gelangt, was zu einer Lungenembolie führen könnte. Wenn es zu einem solchen Zementaustritt kommt, wird daher auch die Lunge postoperativ röntgenologisch untersucht.

 

Jeder Patient muss vor dem Eingriff über diese denkbaren Komplikationen informiert werden und einen Aufklärungsbogen unterschreiben. Um Komplikationen zu vermeiden, gibt es strenge Ausschlusskriterien. Im Kapitel "Der klinische Einsatz der Kyphoplastie" wird beschrieben, für welche Patienten eine Kyphoplastie in Frage kommt und für welche nicht.