Gynäkologische Endokrinologie & Fertilitätsstörungen

Fertiprotekt - Fertilitätsprotektion bei Chemo- und Strahlentherapie

Bei der Durchführung einer zytotoxischen Therapie, d.h. einer Chemo- oder einer Strahlentherapie ist die Funktion der Eierstöcke und Hoden gefährdet. Zum Schutz der Keimdrüsen können medikamentöse Therapien angewendet sowie Keimzellen oder Keimdrüsengewebe gewonnen und für einen späteren Kinderwunsch konserviert werden. Die Beratung und Behandlung erfolgt gemäß des Netzwerks FertiPROTEKT (vgl. Homepage des Netzwerks unter www.fertiprotekt.de)

 

 

 

 

Allgemeine Informationen:

 

 

Terminvereinbarung:
Eine Terminvereinbarung erfolgt im Sekretariat der Kinderwunschsprechstunde, Tel.: 06221/567921. Aufgrund der meist gegebenen Dringlichkeit wird kurzfristig der Kontakt mit einem ärztlichen Mitarbeiter hergestellt.

 

Eine Chemo- oder Strahlentherapie kann zu einer dauerhaften Schädigung der Keimdrüsen führen. Obwohl gegen eine Schwangerschaft nach Abschluss einer solchen Therapie in der Regel keine medizinischen Einwände bestehen, ist häufig die Zeugung eines Kindes aufgrund eines Funktionsverlustes der Keimdrüsen nicht mehr möglich.

 

In den letzten Jahren wurden neue medikamentöse Therapien und reproduktionsmedizinische Techniken entwickelt, die entweder die Schädigung der Keimdrüsen unter einer zytotoxischen Therapie reduzieren, oder die Gewinnung und dauerhafte Konservierung von Keimzellen oder Keimdrüsengewebe für einen späteren Kinderwunsch ermöglichen.

 

Müssen sich Männer einer zytotoxischen Therapie unterziehen, so können vor Behandlungsbeginn Samenproben gewonnen und in kommerziellen Samenbanken konserviert werden. Die Konservierung von Samenproben wird in Deutschland weitgehend flächendeckend angeboten und ist meist problemlos möglich.

 

Werden Frauen zytotoxisch behandelt, so ist die Behandlung etwas aufwändiger.

 

Bei einer Bestrahlung des Beckens sollten einer oder beide Eierstöcke vorrübergehend in den oberen Bauchraum verlegt werden, um die Strahlenbelastung zu senken.

 

Wird eine Chemo- oder Strahlentherapie bei sehr jungen Frauen durchgeführt, so gibt es die Möglichkeit der Konservierung von Eierstockgewebe, welches mittels einer Bauchspiegelung gewonnen und später an das Ovar retransplantiert werden kann. Diese neue Behandlungsform ist jedoch noch experimentell, so dass deren Erfolg nicht sicher abgeschätzt werden kann.

Auch besteht die Möglichkeit, unreife oder reife Eizellen zu entnehmen und befruchtet oder unbefruchtet einzufrieren. Ggf. ist dazu eine hormonelle Stimulation erforderlich, die aber nicht länger als 2 Wochen dauert.

 

Eine genaue Darstellung der Möglichkeiten eines Fertilitätserhalts und eine Vielzahl weiterer wichtiger Informationen finden Sie auf der homepage des Netzwerks FertiPROTEKT (www.fertiprotekt.de).

Dieses Netzwerk für fertilitätserhaltende Maßnahmen bei Chemo- und Strahlentherapie wurde im Mai 2006 in Heidelberg gegründet und dient der flächendeckenden und qualitätskontrollierten Anwendung von fertilitätserhaltenden Techniken. Alle auf der homepage dargestellten Maßnahmen werden auch in unserer Abteilung abgeboten und regelmäßig durchgeführt (siehe Kinderwunschsprechstunde / IVF).

 

Wird die Durchführung einer zytotoxischen Therapie erwogen, so sollten sich die Patientin oder deren Angehörige sofort über unser Sekretariat mit uns in Verbindung setzen. Wir werden dann mit der Patientin und nach Rücksprache mit den behandelnden Ärzten eine Beratung bzgl. des Risikos einer dauerhaften Schädigung der Keimdrüsen und die therapeutischen Möglichkeiten zum Erhalt der Fruchtbarkeit erörtern. Sollte eine Maßnahmen zur Schutz der Fruchtbarkeit sinnvoll und noch ausreichend Zeit bis zum Beginn der zytotoxischen Behandlung sein, so wird umgehend eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden.

 

 

Ärztliche Mitarbeiter:

 

Prof. Thomas Strowitzki

Prof. Dr. Bettina Toth

Dr. Ariane Germeyer

Dr. Sabine Rösner

 

 


 

Kontakt & Anreise


 

 

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