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Medizinische Psychologie
Zentrum für Psychosoziale Medizin


Gut alt werden in Großbetrieben


 

Projektleitung: Prof. Dr. Jochen Schweitzer

 

Das von der VW-Stiftung geförderte Projekt „Gut alt werden in Großbetrieben“ (2009 bis 2012) geht der Frage nach, wie positives Altern im Beruf gelingen kann. Im Mittelpunkt der Studie steht die deutsche Baby-Boomer-Generation (Jahrgänge 1958 bis 1968), die angesichts des demographischen Wandels einer verlängerten Lebensarbeitszeit entgegen sieht. Für den Einzelnen wie auch seine Organisation stellt sich verstärkt die Frage, wie langfristig Gesundheit und Arbeitsfähigkeit erhalten werden können.

Die Studie findet in drei großen Firmen unterschiedlicher Branchenzugehörigkeit statt. Kooperationspartner sind das Universitätsklinikum Heidelberg, die SAP AG mit ihrer Zentrale in Walldorf und die Heidelberger Druckmaschinen AG.

 

In einem mehrstufigen Forschungsdesign werden folgende Kernfragen beantwortet:

 

  1. Wie können Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter unterschiedlicher Berufsgruppen vom ersten Tag an (also bereits bei jungen Mitarbeitern) über eine verlängerte Lebensarbeitszeit hinweg aufrechterhalten und gefördert werden?
  2. Welche Schritte hin zu einer Organisationskultur des positiven Alterns sind möglich, sinnvoll und notwendig?
  3. Welche der derzeit diskutierten Konzepte für innerbetriebliches positives Altern werden tatsächlich von den Betrieben angeboten, von den Mitarbeitern genutzt, und von unterschiedlichen Interessengruppen als effektiv bewertet?
  4.  Welche Hindernisse, besonders in der Organisations- und Führungskultur, stehen der Umsetzung potentiell nützlicher Konzepte in der Praxis entgegen?
  5. Was hilft, diese Hindernisse zu überwinden?

 

Diese Fragen werden aus den Perspektiven von Mitarbeitern, Leitungskräften und Fachleuten aus Personal-, Gesundheits- und Sozialabteilungen untersucht.

 

Das Projekt umfasst u.a. folgende Teilstudien:

 

  

Positives Altern im Beruf - Beiträge und Selbstverständnis von Führungskräften

Im Rahmen einer betriebsübergreifenden Studie werden Leitungskräfte und Fachkräfte aus den Bereichen Personal und Organisationsentwicklung zur Rolle der Führungskraft im Hinblick auf das "gut alt werden" ihrer Mitarbeiter befragt. In Fokusgruppen und Einzelinterviews werden folgende Themen erforscht:

  1. Wie hoch ist der Einfluss der Führungskraft auf das "gut alt werden" ihrer Mitarbeiter?
  2. Wie kann die Führungskraft ein positives Altern befördern? Wo liegen Grenzen?
  3. Was bedeutet alternsgerechte Führung aus Sicht der Führungskraft?
  4. Was brauchen Führungskräfte, um alternsgerecht führen zu können?
  5. Das eigene Altern im beruflichen Lebensverlauf : Selbstverständnisse und ihre Implikationen für die Mitarbeiterführung 

Ansprechpartnerin: Dr. Julika Zwack

 

 


Älter werden am Arbeitsplatz - die Perspektive der Mitarbeiter im Generationenvergleich

In generationenübergreifenden wie generationsinternen Diskussionsgruppen wird die Mitarbeiterperspektive erfasst. Ziel ist es, in allen Kooperationsunternehmen Einblicke in die Einstellungen und Zukunftsbilder unterschiedlicher Berufsgruppen zu gewinnen:

 

  • Wie sehen Mitarbeiter unterschiedlicher Berufsgruppen und Alterskohorten die mittel- und langfristige Entwicklung ihrer Arbeitsfähigkeit unter den gegebenen Arbeitsbedingungen?
  • Was brauchen sie, um langfristig gesund, motiviert und leistungsfähig zu bleiben? Welche Beiträge wünschen sie sich von ihren Vorgesetzten, wofür sehen sie sich selbst verantwortlich?
  • Welche kulturellen und anderweitigen Hindernisse stehen einem "gut alt werden" am Arbeitsplatz entgegen? Wie könnten sie überwunden werden?
  • Falls ein positives Altern im Beruf nicht möglich scheint: Welche "Ausstiegsszenarien" dominieren?

 

Diese Perspektiven werden mit dem Selbstverständnis der Führungskräfte kontrastiert.

 

 

 

Ansprechpartnerin: Dr. Julika Zwack

 

 

 

 

Berufliche Ziele und Arbeitsfähigkeit am Uniklinikum im Altersvergleich

Die quantitative Befragung liefert Antworten auf folgende Fragen:

  1. Wie schätzen Mitarbeiter ihre eigene aktuelle und künftige Arbeitsfähigkeit ein, und welche beruflichen Ziele und Perspektiven sehen sie für sich?
  2. Finden sich systematische Altersunterschiede im Erleben der Arbeit und hinsichtlich beruflicher Ziele und Perspektiven?
  3. Wenn ja: Welche praktischen Implikationen lassen sich ableiten für die Förderung von Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter unterschiedlicher Alters- und Berufsgruppen?

Die Ergebnisse basieren unter Anderem auf dem Konzept der Arbeitsfähigkeit (Ilmarinen, 1999) und dem Modell beruflicher Gratifikationskrisen (Siegrist, 1997). Sie dienen als diagnostische Grundlage für im weiteren Forschungsprozess vorgesehene vertiefende Diskussionen in Fokusgruppen.

 

Ansprechpartnerin: Dipl.-Psych. Angelika Eck

 

 

 

Erfolgreich im Job - Fit in fit die Rente

Bei dem am Uniklinikum angesiedelten Teilprojekt "Erfolgreich im Job - Fit in die Rente" handelt es sich um eine Interventionsstudie. Im Rahmen einer Fallstudie in der Inneren Medizin wird der Frage nachgegangen:

 

  • Was brauchen Mitarbeiter und Führungskräfte um ihre Tätigkeit auch langfristig erfolgreich zu bewältigen,
  • welche konkreten Maßnahmen und Prozesse können diese Arbeitsfähigkeit herstellen
  • und wie kann sie auch für die Zukunft gesichert werden?

Das Teilprojekt zielt darauf, praxisrelevante und demografietaugliche Leitlinien zur Erhaltung und Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu entwickeln, die in anderen Betrieben und Abteilungen auf Relevanz und Anwendbarkeit hin überprüft, angewendet und ggf. modifiziert werden können.

 

Ansprechpartner: Dipl.-Psych. Jürgen Brückner

 

 

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