Hautklinik

Hämangiomsprechstunde

Leitung:

Dr. med. Heiko Weisser

 

Mitarbeiter:

Assistenten der Klinik

 

Sprechzeiten:

Termine nach Vereinbarung

Kontakt: Tel.: 06221 - 56 -6739

 

Schwerpunkte:

Die Hämangiomsprechstunde beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Diagnostik und Therapie von „Gefäßmalen“. Meist ist es für den medizinischen Laien schwer zu beurteilen, um welche Art von Gefäßmal es sich handelt und es besteht Verunsicherung, ob und wann eine Behandlung nötig und sinnvoll ist.

 

 

Nävus flammeus ("Feuermal")
Säuglingshämangiom ("Blutschwämmchen")

Insbesondere beim Kleinkind ist es anfänglich schwer, zwischen Blutschwämmchen (Gefäßneubildung) und Feuermal (Gefäßmalformation) zu unterscheiden. Diese Unterscheidung ist jedoch wichtig, da eine unterschiedliche Entwickung zu erwarten ist.

Ein Hämangiom kann sich unerwartet schnell vergrößern und dann zu erheblichen Beeinträchtigungen führen. Deshalb sollte die Rückbildung des Befundes möglichst früh angestoßen werden. Bei einer späten Behandlung ist selbst nach erfolgreicher Therapie mit deutlicher sichbaren Folgezuständen zu rechnen. Aber auch Feuermale können sich im Laufe der Jahre über das Hautniveau erheben.

 

Feuermal früh (oben) und tuberös (unten)

 

Um dies bestmöglich zu verhindern und eine stadiengerechte Therapie möglichst früh einzuleiten, wollen wir Sie ermuntern, sich alsbald nach Auftreten eines Gefäßmals in unserer Sprechstunde vorzustellen.

Aber auch ausgeprägte Befunde sowie komplexe Missbildungen und Syndrome werden in enger Kooperation mit den Partnern der fachübergreifenden Hämaniom- und Gefäßmißbildungssprechstunde betreut. Hier können ausgewiesene Spezialisten der kooperierenden Fachbereiche Mundkiefergesichtschirurgie, Kinderchirurgie, Kinderheilkunde, HNO, Augenheilkunde, Neuroradiologie, Gefäßchirurgie u.a.m. in die Behandlung einbezogen werden.

 

Diagnostik

 

Vor einer Therapieempfehlung erfassen wir im persönlichen Gespräch und durch eine Untersuchung Art und Umfang des Befundes sowie dessen zeitliche Entwicklung.

Ggf. wird der Befund mittels Ultraschalltechnik quantifiziert und dokumentiert, um Ihnen dann die Möglichkeiten einer Behandlung aufzuzeigen. Gemeinsam entscheiden wir ob und wie die Behandlung am sinnvollsten gestaltet werden kann. Gelegentlich kann auch lediglich eine Verlaufsbeobachtung ausreichend sein.

 

Therapiemöglichkeiten:

 

Sämtliche Behandlungen können in der Regel ambulant durchgeführt werden. Der meist nur geringe Schmerz der Laser- und Vereisungstherapie kann bei Bedarf durch die Applikation einer schmerzstillenden Creme oder Schmerzmitteln im Vorfeld abgemildert werden. Invasive Eingriffe erfolgen in lokaler oder Allgemeinanästhesie.

 

Laserbehandlung         

es stehen mehrere Lasertypen und eine hochenergetische Blitzlichtlampe zur Verfügung, die mit unterschiedlichen Wellenlängen die unterschiedlichen Rot-Töne der Hautveränderung ansprechen. Die Behandlung erfolgt durch die Haut (transkutan) und muss zumeist mehrfach im Abstand von 3-4 Wochen wiederholt werden. Dabei kommt es zur sukzessiven Abblassung des Befunds. Der Schmerz ist meist gering und von kurzer Dauer. Bei dickeren Läsionen reicht das Licht oft nicht tief genug, so dass das Licht mittels Glasfaser in das Gewebe gebracht werden muss (interstitiell).

 

Vereisung (Cryotherapie)

Eine ebenfalls nicht-invasive und einfach durchzuführende Therapieoption erhabener Blutschwämmchen stellt die Vereisung dar. Es sind auch hier mehrere Sitzungen erforderlich und eine Kombination mit einer Laserbehandlung ist möglich.

 

Medikamentöse Behandlung

Neuerdings sind große Hämangiome sowie Hämangiome an Problemlokalisationen und Hämangiomatosen relativ nebenwirkungsarm mit Medikamenten behandelbar. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Kollegen der Kinderchirurgie und Pädiatrie.

 

Operation

Bei größerlumigen venösen Malformationen kann ein operatives Vorgehen in lokaler Betäubung notwendig sein, bei dem die krankhaft veränderten Gefäße durch kleinste Schnitte in der Haut entfernt werden. Eingriffe zur Volumenreduktion größerer Hämangiome werden von den Kollegen der Kinderchirurgie und anderer chirurgisch tätiger Fachbereiche durchgeführt.

 

Embolisation

Insbesondere bei großen, arteriell gespeisten Gefäßmalformationen kann eine Embolisation zur Verödung des Gefäßbetts notwendig sein. Zur Durchführung dieser Eingriffe werden Spezialisten der kooperierenden Fachbereiche miteinbegezogen.

 

Symptomatische Therapie

Bei kombinierten Fehlbildungen mit Beteiligung der Lymphgefäße sowie bei lang bestehenden Malformationen kann es zu Stauungssymptomatiken kommen, die sich durch entstauende Maßnahmen wie manueller Lymphdrainage oder apparativer Kompressionstherapie im Verlauf positiv beeinflussen lassen.

Hämangiom vor (oben) und nach (unten) Therapie
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