Historie
Im Mai 1998 nahm die Krankenschwester Shirin Sina-Stock an der Fortbildungsveranstaltung „Entspannung, Atmung, Bewegung“ an der Innerbetrieblichen Fortbildung (IBF) des Klinikums teil.
Motiviert durch die Inhalte dieser Veranstaltung und mit Unterstützung der Stationsleitung begann Schwester Shirin, anfangs in einem eigens zu diesem Zweck ausgeräumten Patientenzimmer, mit der Durchführung von Entspannungsübungen für Patienten.
Die Veranstaltung fand am Vormittag nach dem ersten Behandlungszyklus und vor dem Mittagessen statt, wo die Langeweile manchen Patienten sonst schon einmal erfasst hatte. Die Resonanz bei den Patienten war von Beginn an sehr positiv und motivierend für das Team, diesen Aspekt der Pflege weiter auszubauen.
Durch einen Umzug der Station im Juni 2000 konnte erreicht werden, dass die Krankengymnastin der Hautklinik einen eigenen Raum zusammen mit der Gruppe Balsam auf dem neuen Flur der Station ihr Eigen nennen konnte. Ab jetzt findet die Gruppe montags und donnerstags mit krankengymnastischen Übungen durch die Krankengymnastin Stefanie Schati und dienstags und freitags mit Entspannungs- und Atemübungen verschiedener Techniken durch eine Schwester der Station statt. Da sich vornehmlich nur eine Kollegin, um die Entspannungsübungen bemüht, und keine klare Organisationsstruktur festgelegt ist, steht und fällt die Gruppe Balsam mit ihrer Anwesenheit.
Projekteinführung:
Im Januar und Februar 2003 konnte die Station durch die Durchführung eines Projektes des Moduls 2 des Stationsleitungskurses der IBF die Begleitung von zwei Teilnehmerinnen (Sabine Jörg und Ines Küstenbrück) erleben. Aufgabe der Kolleginnen war es, Grundlagen für das Konzept zu erarbeiten und die Gruppe Balsam als feste Institution im Tagesablauf zu integrieren.Als Ergebnis der Projektarbeit verfügt die Station heute über ein Einladungsplakat, das an der Eingangstür zum „Balsam-Zimmer“ hängt, weiterhin über Einladungskarten, die den Patienten im Rahmen der Visite mit den entsprechenden einladenden Worten vom Stationsarzt ausgehändigt werden. Auf der Rückseite dieser Karten sind die Patienten aufgefordert ihre Bewertung der Gruppe Balsam durch einen standardisierten Erhebungs¬bogen zum Ausdruck zu bringen, den sie anonym in einen speziellen Briefkasten einwerfen können. Auf diese Weise werden Daten zur Akzeptanz und zur Annahme der Gruppe Balsam durch die Patienten erhoben. Ein „Gästebuch“ liegt ebenfalls im Aufenthaltsraum der Station für allgemeine Anregungen und Kommentare.
Inzwischen sind drei weitere Schwestern (Traudl Völker, Panja Küpper und Katharina Wettich-Hauser) mit der Durchführung der Gruppe Balsam beauftragt, um ein durchgehendes Stattfinden der Gruppenveranstaltungen zu gewährleisten.
Dem Fortbildungsbedarf im Bereich Entspannungsübungen, der fünf durchführenden Kolleginnen, wird durch ein Fortbildungsangebot ab März 2004, mit Sabine Rittner, Rechnung getragen.
Im Juni 2007 fand erstmals ein Fortgeschrittenenkurs statt, in dessen Folge mit weiteren Leistungs- und Kenntnisnachweisen der Teilnehmer ein Zertifikat über die Qualifikation zum Entspannungstrainer von Frau Sabine Rittner ausgestellt wird.
Im September 2006 konnten im Rahmen des „Tag der Offenen Tür“ der Hautklinik die neuen eigenen Räume für die Balsam-Gruppe in Betrieb genommen werden. Die Gruppe verfügt jetzt über einen 25m2 großen Gruppenraum mit angeschlossenem Büro/Lager im 3. Obergeschoss der Klinik in ruhiger Umgebung.
Die Gruppe Balsam hat durch die Projektarbeit sowie durch weitere Hilfe „von außen“, durch die Begleitung von Cornelia Mahler M.A., Institut für Versorgungsforschung der Medizinischen Klinik und die fachliche Unterstützung durch Sabine Rittner, Musik- und Psychotherapeutin nochmals enormen Auftrieb bekommen.
Mit Unterstützung von Frau Anja König (Akademie für Gesundheitsberufe) entwickelten drei Mitarbeiterinnen der Station das Konzept für die immer gleich aufgebaute Beratungsgruppenstunde und das erste Modul für die Balsam-Beratungsgruppe:
„5 Kilo in 10 Tagen !! ??“
Die Gruppe läuft seit August 2006
Weitere Module zu Themen, wie:
Der Traum vom guten Schlaf
Genuss mit allen Sinnen (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten, Berührt werden)
Lust auf Genuss – Wie viel davon verträgt die Haut?
Stressbewältigung
Führen Sie ein bewegtes Leben – Walken Sie mit uns!
wurden seither erarbeitet und werden regelmäßig angeboten.
In Zusammenarbeit mit der Sozialarbeiterin der Klinik, Frau Michaela Spitzer, wird eine weitere Beratungsgruppe zum Thema
Bewältigung einer chronischen Erkrankung
angeboten.
Der Bedarf und die Themenfindung haben sich aus den Nachgesprächen der Entspannungsgruppe ergeben. Patienten haben hier immer wieder deutlich Ihren Bedarf artikuliert!
Projektstand:
Die Gruppe Balsam findet regelmäßig zurzeit dreimal wöchentlich statt.
Mittlerweile steht das Angebot auch allen anderen stationären und teilstationären Patienten der Hautklinik des Hauses offen. Alle Teammitglieder der Stationen unterstützen die Durchführung der Gruppe. Die Patienten berichten dass sie während der Entspannungsübungen gut abschalten und entspannen können. In den Beratungsgruppen wird angeregt diskutiert und das jeweilige Thema fundiert bearbeitet.
Es findet eine jährliche Evaluation der Gruppe statt.
Die Material- und Ideensammlung zur Durchführung der Gruppe Balsam ist mittlerweile sehr umfangreich durch die Anschaffung von Literatur. Außerdem hat das Team damit begonnen, die selbst erdachten Phantasiegeschichten aufzuschreiben und somit systematisch zu erfassen.
Ausblick:
Von Februar bis Juli 2008 absolviert Katharina Wettich-Hauser im Rahmen Ihres Studiums der Pflege- und Gesundheitswissenschaften das 6. (Praxis-) Semesters mit der Weiterentwicklung und Beforschung der Balsam-Gruppe. Es ist dabei ihre Aufgabe, eine Erhebung über das Vorhandensein von gesundheitsfördernden und/oder psychoedukativen Angeboten für Patienten der Hautkliniken in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchzuführen.
Außerdem soll die Wirkung der Gruppenangebote auf das Wohlbefinden und die Gesundheit und der Teilnehmer mit einem Fragebogen am Ende des stationären Aufenthaltes in der Klinik erfasst werden. Vertiefende Interviews mit einzelnen Patienten runden die Erkenntnisse ab. Ergebnisse hierzu werden Anfang 2009 im Rahmen der Diplomarbeit von Frau Wettich-Hauser erwartet.
Das Team der Gruppe Balsam ist bemüht weitere Grundlagen für die Wirkung von Atem- und Enspannungstechniken und für die Arbeit mit der Beratungsgruppe auf das Wohlbefinden und die Gesundheitsförderung/-bewältigung von Patienten mit chronischen Hauterkrankungen zu erarbeiten.
Abschließend ist zu sagen, dass die Akzeptanz von Entspannungsübungen und das Beratungsangebot für Patienten, durchgeführt von der Pflege immer größer werden. Wir sind davon überzeugt, dass dies eine elementare Aufgabe der Pflege darstellt.





