Hormonambulanz
In unserer Ambulanz betreuen wir Frauen mit hormonellen Störungen ab dem 15. Lebensjahr.
Die Hormonambulanz arbeitet eng verzahnt mit den anderen Ambulanzen unserer Abteilung - der Kinderwunschambulanz und der Ambulanz für Naturheilkunde - sowie interdisziplinär mit der Endokrinologie der Inneren Medizin, der pädiatrischen Endokrinologie, der medizinischen Psychologie, der Hautklinik und weiteren Kliniken und Instituten zusammen.
Eine Übersicht über möglich zu bestimmende Hormon-Parameter und ihre Normwerte sind in Tabelle 1 zusammengefasst. Veränderungen verschiedener Hormonspiegel während der Schwangerschaft in Tabelle 2. Genetische Aspekte hormoneller Störungen, wie z.B. die vorzeitige Insuffizienz der Eizell-Reifung (auch POF-Syndrom genannt) werden diagnostisch im Rahmen einer Studie in der Sektion Molekulare Genetik und Fertilitätsstörungen bearbeitet.
Allgemeine Informationen:
Sprechstundenzeiten:
Täglich, Montag bis Freitag von 8.00 bis 12.00 Uhr in der Ambulanz der Universitätsfrauenklinik.
Terminvereinbarung:
Zu beachten ist dabei, dass wir für gesetzlich versicherte Patientinnen, mit Ausnahme von Notfällen, generell Überweisungsscheine brauchen, ansonsten muss die Beratung/Behandlung privat in Rechnung gestellt werden. Bitte bringen Sie möglichst alle Unterlagen über Ihre Erkrankung zum Erstgespräch mit, da wir diese in den meisten Fällen zur Planung noch notwendiger Untersuchungen und zur Festlegung der Behandlung benötigen.
Eine Terminvereinbarung ist mit Ausnahme von Notfällen erforderlich über:
Sekretariat der Hormonambulanz der Universitätsfrauenklinik, Tel. 06221-567934.
Die Terminvereinbarung aller Spezialsprechstunden erfolgt ebenfalls über diese Nummer.
Privatpatientinnen können einen Termin über die Privatsprechstunde von Prof. Strowitzki, Tel. 06221-567910 vereinbaren.
Schwerpunkte:
Klimakterium - Spezialsprechstunde für Beratung zur Hormonersatztherapie:
Hierbei Beratung, Diagnostik und individuelle Therapie von durch Östrogenmangel bedingten Wechseljahresbeschwerden.
Hierbei werden u.a. folgende Risikofakoren berücksichtigt: Familienanamnese (z.B. Brustkrebs und Eierstockkrebs, Darmerkrankungen, Diabetes mellitus, M. Alzheimer, Osteoporose); Eigenanamnese im Hinblick auf die Lebensweise (u.a. Ernährung, Alkohol, Sport), Osteoporoserisiko (z.B. Untergewicht, Rauchen, Erkrankungen mit Resorptionsstörungen), vorausgegangene hormonabhängige Tumorerkrankungen; kardiovaskuläre Erkrankungen in der Vorgeschichte; Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen); Störungen im Gerinnungssystem. Im Rahmen der Diagnostik erfolgt primär - falls nicht außerhalb erfolgt - eine Krebsvorsorgeuntersuchung einschließlich Ultraschalluntersuchung, eine Bestimmung der Knochendichte zur Beurteilung des Frakturrisikos, der Ausschluss einer Brustkrebserkrankung durch klinische Untersuchung der Brust, sowie durch Mammographie bzw. Ultraschalldiagnostik; weiterhin Veranlassung von Vorsorgeuntersuchungen zur Erkennung von kolorektalen Karzinomen, z.B. Blut im Stuhl oder Koloskopie.
Störungen des Menstruationszyklus:
Abklärung von Blutungsstörungen und Zyklusunregelmäßigkeiten und ihre Therapie; im Rahmen der Abklärung wird auf endokrinologische Störungen, lokale Entzündungen, Veränderungen der Gebärmutter durch Muskelknoten sowie Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut durch Schleimhautpolypen geachtet.
Prämenstruelles Syndrom
Vegetative, psychische und organische Beschwerden durch zyklische Hormonschwankungen. Diese Beschwerden lassen sich durch eine gezielte Analyse ihres zyklusabhängigen Auftretens mit Hilfe von oralen hormonalen Kontrazeptiva bei geschlechtsreifen Frauen evtl. auch durch Gabe von oralen hormonalen Konztrazeptiva als Langzyklus bzw. durch Auswahl entsprechender Präparate behandeln.
Kontrazeption:
Ausführliche Beratung bei Fragen zur Verhütung, besonders in Problemfällen.
Dazu zählt insbesondere die Verhütung bei Jugendlichen und bei Frauen nach dem 40. Lebensjahr, beim Vorliegen von Risikofaktoren, wie Gerinnungsstörungen, nach Thrombosen, Embolien oder hormonabhängigen Tumorerkrankungen. (vgl. Leitlinie: Familienplanung).
Hyperandrogenämie:
Beschwerden aufgrund erhöhter männlicher Hormonspiegel bei der Frau (Haarausfall, vermehrte Behaarung, Akne).
Diese Befunde treten regional unterschiedlich und altersabhängig in verschieden starker Ausprägung auf.
Etwa 50-60% aller jungen Mädchen zwischen 15 und 25 Jahren beobachten das Auftreten der sog. Acne vulgaris, diese jedoch in leichten Verlaufsformen.
Eine vermehrte Körperbehaarung kann sowohl in Form des Hirsutismus (Auftreten von Haaren an den männlichen Prädelektions-Stellen, d.h. Oberlippe, Kinn etc.) als auch in Form der Hypertrichose (verstärkte Flaumbehaarung an allen Körperregionen) vorliegen.
Die Abklärung der unterschiedlichen Androgenisierungserscheinungen erfolgt in Zusammenarbeit mit der Universitäts-Hautklinik und schließt eine sorgfältige Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese), eine Familienanamnese, eine Expositionsanamnese hinsichtlich Schadstoffen (z.B. Akne) und eine Medikamentenanamnese (z.B. Hypertrichose) ein, gefolgt von einer endokrinologischen Abklärung sowie einer Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke.
Die Behandlung richtet sich nach dem Krankheitsbild, dem Schweregrad, dem Leidensdruck der Patientin und möglichen Kontraindikationen für die unterschiedlichen Therapieformen.
Die Behandlung der Behaarungsstörungen ist für das Selbstwertgefühl der Patientin von großer Bedeutung und kann lokale oder auch hormonelle Behandlungen umfassen. Dies können wir im Rahmen der sog. Haarsprechstunde leisten.
Sprechstundenzeiten:
Montags von 08.00 Uhr bis 10.30 Uhr undMittwochs von 13.00 Uhr bis 14.00 Uhr(nur nach vorheriger Terminvereinbarung; Tel.: 06221-56 79 15)

Natürliche Familienplanung
Die Spezialsprechstunde zur natürlichen Familienplanung und persönlichen Zyklusbeobachtung wird von Frau Dr. Frank-Herrmann betreut.
In dieser Sprechstunde können Frauen ihren Körper so beobachten lernen, dass sie genau über ihren Zyklus Bescheid wissen. Bestimmte Körpersignale zeigen die fruchtbaren und die unfruchtbaren Tage und den Zeitraum des Eisprungs an.
Die Sprechstunde bietet an:
- Alternativen in der Verhütung: Beratung über eine sichere natürliche Empfängnisverhütung
- Bei Kinderwunsch: Beratung zur Beobachtung der fruchtbarsten Tage im Zyklus, Selbstbeobachtung der Fruchtbarkeit
- Bei Problemen mit der Periode: Beratung zur Beobachtung des persönlichen Zyklus und seiner Störungen, um die medizinische Diagnostik und Therapie zu unterstützen.
Verschiedene Themen
Zu den nicht speziell erwähnten hormonellen Problemen, die in der Hormonambulanz umfassend betreut werden, gehören darüberhinaus:
- Störungen des Prolaktinhaushaltes
- Differenzierungs- und Entwicklungsstörungen
- Betreuung bei vorzeitigem Versagen der Eierstocksfunktion
- Hormonelle Mitbehandlung von Frauen mit durch Eßstörung bedingten Zyklusanomalien
- Hormonelle Protektion der Eierstocksfunktion bei Frauen unter Chemotherapie.
Ärztliche Mitarbeiter:
Prof. Dr. Thomas Rabe, Oberarzt
Prof. Dr. Waltraud Eggert-Kruse, Oberärztin
Dr. Petra Frank-Herrmann
Dr. Ariane Germeyer
Dr. Maren Goeckenjan
Dr. Lisa-Maria Wallwiener
Postanschrift:
Universitätsfrauenklinik, Hormonambulanz, Voßstr. 9, 69115 Heidelberg
Hyperandrogenämie der Frau
Die klinischen Symptome der Hyperandrogenämie der Frau sind Hirsutismus, Akne vulgaris und Alopecia diffusa. Die Ursache der Androgene liegt entweder im Bereich der Nebenniere (z.B. Hyperplasie) oder im Ovar (z.B. polycystisches Ovarialsyndrom mit oder ohne Insulinresistenz).
Eine Hyperandrogenämie der Frau kann zu erheblichen Gesundheitsrisiken führen: Erhöhtes Risiko von Endometrium- und Brustkrebs, erhöhtes kardiovaskuläres Risiko, mögliche Ursache der Infertilität und Schwangerschaftskomplikationen.
Mehr als 60% aller Mädchen und junger Frauen in der Altersgruppe zwischen 15 und 25 Jahren leiden an leichter oder mittelstarker Akne vulgaris. 5% aller Frauen im reproduktiven Alter zeigen Symptome eines leichten oder mittelstarken Hirsutismus in Abhängigkeit der ethnischen Zugehörigkeit. Etwa 5-10% aller Frauen entwickeln während ihres Lebens Haarausfall.
Im Rahmen einer Spezialsprechstunde befassen wir uns an der Universitäts-Frauenklinik, Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen mit der Hyperandrogenämie bei Frauen (Sprechstunde für Haut und Haare).
Am Anfang steht der Ausschluss der androgenproduzierenden Tumoren (selten), einer funktionellen Hyperandrogenämie aufgrund enzymatischer Defekte der Nebenniere (z.B. 21-Hydroxylasemangel, Morbus Cushing und PCO-Syndrom).
Die wichtigsten Laborparameter sind das Testosteron und das DHEAS zum Ausschluss von androgenproduzierenden Tumoren, Cortisol bei Verdacht auf Morbus Cushing, und bei Frauen mit Verdacht auf Insulinresistenz die Glukose- und Insulinbestimmung (HOMA-Index). Eine Ultraschalluntersuchung ist wichtig zum Ausschluss des PCO-Syndroms.
Bei Fällen mit mittelstarkem und schwerem Hirsutismus erfolgt eine Behandlung mit dem Antiandrogen Cyproteronacetat nach dem sog. Hammerstein-Schema (Androcur 50, 2x1 Tbl. vom Tag 1-10 des menstruellen Zyklus) in Kombination mit einem niedrigdosierten oralen hormonalen Kontrazeptivum. Patienten mit leichter oder mittelschwerer Akne werden mit niedrigdosierten oralen hormonalen Kontrazeptiva mit Antiandrogen, wie Chlormadinonacetat oder Cyproteronacetat, behandelt.
Bei der Diagnostik der Alopecia diffusa (nicht Alopecia areata) erfolgt eine Hormonbestimmung einschließlich der Sexualhormone, Androgene, Schilddrüsenhormone, weiterhin der Vitamine, Spurenelemente, Eisen, Ferritin, Zink und eines Blutbildes; je nach Situation werden Auto-Antikörper untersucht. Entsprechend der Ätiologie der Alopecia diffusa erfolgt eine Vitaminsubstitution, eine Eisensubstitution bei Patienten mit niedrigen Eisen- oder Ferritinwerten, eine Behandlung von Schilddrüsenstörungen und zusätzlich eine lokale Stimulation des Kopfhaarwachstums mit Minoxidil-haltigen Haarwässern (Regaine für Frauen, Regaine für Männer).
Die Universitäts-Frauenklinik Heidelberg führt die Behandlung der Patientin mit Akne vulgaris und Alopecia diffusa in Zusammenarbeit mit der Universitäts-Hautklinik in Heidelberg durch.





