Kinderwunschambulanz
Ungewollt kinderlose Paare werden in unserer Kinderwunschsprechstunde von einem Team ärztlicher und nichtärztlicher Mitarbeiter kompetent und umfassend beraten und betreut.
Die Kinderwunschsprechstunde arbeitet eng verzahnt mit den anderen Ambulanzen und Einrichtungen unserer Abteilung - der Hormonambulanz, der Ambulanz für Naturheilkunde und der Sektion Molekulargenetik und Fertilitätsstörungen – sowie interdisziplinär mit der Endokrinologie der Inneren Medizin, dem Institut für Humangenetik, der medizinischen Psychologie, der andrologischen Sprechstunde in der Hautklinik, der Urologie sowie weiteren Fachdisziplinen des Universitätsklinikums zusammen.
Allgemeine Informationen:
Sprechstundenzeiten:
Termine werden nur nach Anmeldung vergeben. Die jeweiligen Sprechstundenzeiten hängen von den Fragestellungen ab. Termine zur Erstvorstellung werden grundsätzlich für Montag – Donnerstag von 12.45 Uhr bis 14.45 Uhr und Freitag um 13 Uhr vergeben.
Terminvereinbarung:
Prinzipiell kann jedes ungewollt kinderlose Paar bei uns einen Beratungstermin vereinbaren. Zu beachten ist dabei, dass wir für gesetzlich versicherte Patienten/innen generell Überweisungsscheine brauchen, sonst muss die Beratung/Behandlung privat in Rechnung gestellt werden. Bitte bringen Sie möglichst alle Unterlagen über die bisherigen Untersuchungen und die erhobenen Befunde bezüglich Ihres Kinderwunsches zum Erstgespräch mit, da wir diese in den meisten Fällen zur Planung notwendiger Untersuchungen und zur Festlegung der Behandlung benötigen.
Eine Terminvereinbarung ist möglich über:
- Sekretariat der Kinderwunschsprechstunde: Mo-Fr. 8-16 Uhr, Tel. 06221/567921.
- Privatpatientinnen können einen Termin über die Privatsprechstunde von Prof. Strowitzki, Tel. 06221/567910 vereinbaren.
Diagnostik
In der Kinderwunschsprechstunde stehen alle aktuellen Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie bei ungewollter Kinderlosigkeit zur Verfügung. Hierbei arbeiten wir in enger Kooperation mit Experten aus der Andrologie, Urologie, Humangenetik, Psychologie sowie weiterer Fachdisziplinen des Universitätsklinikums zusammen.
Patienten, die speziell an naturheilkundlichen Behandlungsmöglichkeiten interessiert sind, können sich auch in unserer Ambulanz für Naturheilkunde beraten lassen.
Da der unerfüllte Kinderwunsch oftmals zu einer seelischen Belastung werden kann, haben Sie hier am Universitätsklinikum Heidelberg auch die Möglichkeit einer psychologischen Kinderwunschberatung. Diese Beratungsgespräche können Sie zu jedem Zeitpunkt der Diagnostik bzw. Therapie in der Kinderwunschsprechstunde wahrnehmen. Kontaktieren Sie dazu gerne PD Dr. Tewes Wischmann im Institut für Medizinische Psychologie unter Tel.-Nr.: 06221/56 81 37. Weiterführende Informationen finden Sie unter www.kinderwunschberatung.uni-hd.de.
Diagnostische und therapeutische Empfehlungen müssen immer abgestimmt sein auf die individuelle Situation des betroffenen Paares.
Manchmal genügen ganz einfache Maßnahmen und kleine Tipps, damit sich eine Schwangerschaft einstellt. In anderen Fällen ist eine Operation oder eine Hormonbehandlung bei der Frau (seltener auch beim Mann) angezeigt.
Wenn solche Maßnahmen erfolglos waren, oder von vorneherein nicht angezeigt sind, sind Maßnahmen der künstlichen Befruchtung für viele Paare die einzige Chance, doch noch ein gemeinsames Kind zu bekommen.
Therapie
Zu den an unserer Abteilung routinemäßig durchgeführten Maßnahmen der künstlichen Befruchtung zählen:
- IUI = intrauterine Insemination
- IVF = in vitro Fertilisation („Retortenbaby“)
- ICSI = intracytoplasmatische Spermieninjektion, ggf. TESE
- IVM = in vitro Maturation: Die IVM ist ein Verfahren, bei dem nach einer nur kurzen hormonellen Stimulation unreife Eizellen aus den Eierstöcken entnommen, gereift, befruchtet und in die Gebärmutter zurückgesetzt werden. Diese Technik ist besonders bei Frauen bis zu einem Alter von max. 37 Jahren mit polyzystischen Eierstöcken geeignet. Das IVM wird bei uns unter Studienbedingungen durchgeführt.
- NC-IVF/ICSI = Natural Cycle IVF / ICSI: Das NC-IVF/ICSI erfolgt ganz ohne eine Hormonstimulation. Kurz vor dem Eisprung wird weitgehend schmerzarm ohne Narkose ein Follikel abgesaugt und die Eizelle einer Befruchtung per IVF und ICSI zugeführt. Nach der Punktion ist keine weitere Schonung erforderlich. Dieses Verfahren kann alle 4 Wochen wiederholt werden. Es bietet sich besonders für Frauen mit einem Alter von max. 37 Jahren an und ist ideal und kostengünstig bei einer schlechten Ansprechbarkeit der Eierstöcke auf die Hormonstimulation.
Ergänzt werden diese Maßnahmen bei Bedarf durch:
- Assisted Hatching: Unter Assisted Hatching versteht man eine Laser-gestützte Aufweichung der Embryonenkapsel, die kurz vor dem Einsetzten des Embryos durchgeführt wird. Eine solche Behandlung erhöht insbesondere bei Patientinnen, die älter als 35 Jahre sind oder bereits mehrfach erfolglose IVF/ICSI-Behandlungen durchgeführt haben, die Chance auf eine erfolgreiche Einnistung des Embryos. Ein Assisted hatching wird als Zusatzleistung angeboten.
- Spindel- und Zona-Imaging: Mit Hilfe dieses polarisationsmikroskopischen Systems werden in unserem Labor – falls erforderlich - zum einen beim ICSI die Eizellen besonders schonend befruchtet. Zum anderen ermöglicht uns die Technik, Eizellen mit einem besonders hohen Entwicklungspotential zu identifizieren und nach deren Befruchtung dem Transfer zuzuführen. Das Spindel- und Zona-Imaging ist –falls erforderlich – ein fester Bestandteil unserer Behandlung.
- Vitrifikation: Die Vitrifikation ist eine Technik, bei der Eizellen oder Embryonen extrem schnell mit Hilfe von flüssigem Stickstoff eingefroren werden. Dieses Verfahren ermöglicht uns, auch unbefruchtete Eizellen und Embryonen erfolgreich einzufrieren.
- Polkörperdiagnostik: Das derzeitige Haupteinsatzgebiet der Polkörperdiagnostik (PKD) ist die Untersuchung auf mütterliche strukturelle und numerische Chromosomenfehlverteilungen in Eizellen nach IVF und ICSI. Dieser Artikel informiert weitergehend über diese besondere Diagnostik (Montag M, Toth B, Strowitzki T. (2011): Polkörperdiagnostik).
Wissenschaftliche Schwerpunkte
Schwerpunkte legen wir auf bei unerfülltem Kinderwunsch auf folgende Bereiche, für die neben langjähriger klinischer Erfahrung auch ein großes Spektrum diagnostischer und z.T. auch therapeutischer Möglichkeiten vorliegt:
- Die Diagnostik und Behandlung des PCO-Syndroms (polyzystische Eierstöcke):
Das PCO-Syndrom zeichnet sich durch eine unregelmäßige Menstruationsblutung, erhöhte männliche Hormonspiegel und kleine Zysten am Eierstock aus. Bei Frauen mit einem Kinderwunsch und mit polyzystischen Ovarien sind zwei Dinge von Bedeutung.
Zum einen haben Frauen mit polyzystischen Eierstöcken häufig keinen regelmäßigen Eisprung. Dieser kann jedoch mit Hilfe spezieller Medikamente oder einer sehr vorsichtigen Hormonbehandlung oft erzielt werden.
Zum anderen besteht insbesondere bei jüngeren Frauen bei der Durchführung einer künstlichen Befruchtung das Risiko für ein Überstimulationssyndrom, welches zu Wasseransammlungen im Bauch und in der Lunge sowie zu Thrombosen führen kann. Ein solches Überstimulationsyndrom kann bei der Verwendung der In vitro Maturation (IVM) verhindert werden. Die IVM ist ein Verfahren, bei dem nach einer nur kurzen hormonellen Stimulation unreife Eizellen aus den Eierstöcken entnommen, gereift, befruchtet und in die Gebärmutter zurückgesetzt werden. Diese Technik ist besonders bei Frauen mit polyzystischen Eierstöcken geeignet, da bei diesen Frauen sehr viele Eizellen gewonnen werden können. Allerdings ist diese Technik noch kein Routineverfahren, weswegen die welweiten Erfahrungen noch begrenzt sind. Auch ist ein erhebliches Maß an Erfahrung erforderlich, um dieses Verfahren erfolgreich einsetzten zu können. In unserer Abteilung wurde die IVM bei PCO-Patientinnen in Deutschland eingeführt und wird regelmäßig durchgeführt. Inzwischen sind mehrere Kinder nach einer Heidelberger IVM-Behandlung geboren worden. Die Behandlung wurde dergestalt optimiert, dass keine Kontrollen bis zur Eizellentnahme zwingend erforderlich sind und somit auch Frauen aus allen Regionen Deutschlands behandelt werden können.
- Andrologische Sterilitätsursachen (eingeschränkte Spermienqualität):
Bei einer Einschränkung der Spermienqualität kann oft keine Ursache gefunden werden. In diesen Fällen kann eine Veränderung des y-Chromosoms vorliegen. In Zusammenarbeit mit unserer Sektion Molekulare Genetik und Fertilitätsstörungen haben wir die Möglichkeit, genetische Aspekte der männlichen und weiblichen Infertilität abzuklären und eine umfassende Abklärung bei einer ausgeprägten Einschränkung der Spermienqualität vorzunehmen. Eine solche Abklärung ist insbesondere von Bedeutung, falls bei einem fehlenden Nachweis von Spermien Hodengewebe entnommen werden soll oder auch in der Beurteilung des Risikos für die Vererbung genetischer Veränderungen.
Für die Behandlung einer eingeschränkten Spermienqualität stehen uns alle Verfahren der künstlichen Befruchtung zur Verfügung.
- Patientinnen mit Implantationsstörungen bei IVF/ICSI-Behandlungen:
ie Erfolgschance der künstlichen Befruchtung ist mit ca. 25% pro Embryotransfer begrenzt. Es wird davon ausgegangen, dass die Erfolgschance durch eine Behandlung der Gebärmutterschleimhaut verbessert werden kann, da dadurch eine Einnistung des Embryos erleichtert wird. Auf der Grundlage unserer intensiven Forschung zu diesem Thema (Link Arbeitsgruppe Endometrium & Implantation) bieten wir Behandlungen an, die die Einnistungschance zu verbessern scheinen. Diese Behandlungen erfolgen im Rahmen wissenschaftlicher Studien.
- Patientinnen mit prämaturem Ovarialversagen (vorzeitige Wechseljahre):
Bei Frauen, deren Eierstockfunktion bereits unter 40 Jahren nachlässt, kann auf Wunsch eine genetische Untersuchung durchgeführt werden, um den Ursachen der vorzeitigen Wechseljahre auf den Grund zu gehen. Therapeutisch führen wir spezieller Behandlungsverfahren durch, aufgrund derer oftmals ein Eisprung zu erzielen ist und somit insbesondere bei jüngeren Frauen zu einer Schwangerschaft führen kann.
Die Abklärung und Behandlung der vorzeitigen Wechseljahre erfolgt in unserer Hormonambulanz.
Eine Behandlung mit Fremdsamen wird in unserer Sprechstunde nicht durchgeführt. Auch behandeln wir keine alleinstehenden Patienten/innen und keine Frauen ab 45 Jahren.
IVF Ärztliche Mitarbeiter:
Prof. Dr. Thomas Strowitzki (Privatsprechstunde)
Prof. Dr. Bettina Toth
Dr. Sabine Rösner
Dr. Ariane Germeyer
Dr. Maren Goeckenjan
Tamara Göggl
Dr. Lisa-Maria Wallwiener
Sekretariat:
Frau Ingeborg Jebram
Ambulanz:
Mae Kwei
Birgit Schäfer
Lourdes Treceno-Fernandez





