Wie erleben Sie den Internet-Auftritt des Universitätsklinikums Heidelberg?


Ihre Meinung ist uns wichtig!


Nehmen Sie teil an unserer Umfrage: Hier klicken


Endokrinologie & Klinische Chemie
Kyphoplastie

Krankheitsbild der Osteoporose

 

In Deutschland leiden etwa sechs Millionen Menschen an Osteoporose (Knochenschwund). Osteoporose ist eine Stoffwechselerkrankung, die den Calciumstoffwechsel so verändert, dass es zu einem Substanz- und Strukturverlust am Knochengewebe kommt. Knochendichte und -festigkeit gehen zurück, wodurch das Risiko für Knochenbrüche steigt.

 

Etwa ein Drittel der Osteoporose-Patienten weiß noch gar nichts von der eigenen Erkrankung. Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann über 50 Jahre trägt das Risiko, aufgrund einer Osteoporose einen Knochenbruch zu erleiden. Vor allem Frauen über 50 Jahren sind betroffen, da mit den Wechseljahren die Östrogene als ein Schutzfaktor ausfallen und die Knochensubstanz zunehmend porös wird.

 

Die Osteoporose kann viele Knochen angreifen, typisch sind Wirbelkörperbrüche. Sie führen in der Hälfte aller Fälle zu akuten Rückenschmerzen. Auslöser können das Anheben von Lasten, das Abrutschen von einer Stufe oder Ausrutschen sein. Die Wirbelkörper können auch schleichend und fast schmerzlos zusammensintern, d.h. weiter einbrechen, und damit die Körpergröße um fünf bis zehn Zentimeter in einem Jahr verringern.

 

Die Ursache der Osteoporose ist eine Störung des Knochen- und Calciumstoffwechsels. Diese zur Osteoporose führende Stoffwechselstörung bringt aber auch noch ganz andere Risiken mit sich. Patienten mit einer Osteoporose, insbesondere Patienten mit osteoporotischen Wirbelkörper- oder Schenkelhalsfrakturen haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Arteriosklerose ("Arterienverkalkung"), was zu früh auftretenden Herzinfarkten oder Schlaganfällen führen kann. Daher sollte bei Patienten mit Osteoporose immer durch einen Internisten abgeklärt werden, wie hoch das individuelle Risiko ist, eine Gefäßerkrankung zu entwickeln.

 

Gesunder und von Osteoporose befallener Wirbelkörper

[Bild in hoher Auflösung anzeigen]

Gesunder und von Osteoporose befallener Wirbelkörper.

Abb.: Universitätsklinikum Heidelberg.

 

Einbrüche der Wirbelkörper sind die häufigste Komplikation einer Osteoporose (Knochenschwund). In Deutschland bricht ca. alle sieben Minuten ein Wirbelkörper. In der bundesdeutschen Bevölkerung liegen somit etwa 4,2 Millionen Brüche von Wirbelkörpern vor. Selten ist es ein einmaliges Ereignis, meist ist es ein über Jahre schleichender Prozess, ein fortschreitender Zusammenbruch der Wirbelsäule. Nicht alle Wirbelkörperbrüche verursachen Schmerzen. Etwa die Hälfte hat keine Beschwerden zur Folge. Die andere Hälfte löst schlimme, außerordentlich heftige Schmerzen aus, weil sich die Knochenfragmente oder auch die Bandscheiben durch den Bruch derart verschieben, dass sie auf Nerven oder Rückenmark drücken. Es kann zu neurologischen Ausfällen wie Kribbeln, Schwäche oder Gefühllosigkeit kommen. Viele Patienten können sich nach einem frischen Bruch kaum bewegen und sind bettlägerig. Vor diesem Hintergrund wird die große gesundheitspolitische Bedeutung dieses Krankheitsbildes und des neuen Verfahrens der Kyphoplastie deutlich.

 

Links sieht man eine gesunde Wirbelsäule mit intakten Wirbelkörpern. Die Wirbelsäule rechts ist "zusammengesintert", d.h. die Wirbel sind eingebrochen, was typisch ist für das Krankheitsbild der Osteoporose

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg