Kinderchirurgie

Lehre und Fortbildung

Unsere Abteilung ist über das Heidelberger Curriculum Medicinale - HEICUMED in eines der deutschlandweit innovativsten Lehrsysteme für Medizinstudenten eingebunden.

 

Darüber hinaus vermitteln wir Praxis und Theorie der Kinderchirurgie in Vorlesungen, Fortbildungen und natürlich auf unserer Station und im OP realitätsnah an unsere Studenten.

 

Fortbildungen: siehe Aktuelles & Veranstaltungen

 

Es folgt der Erfahrungsbericht von Theresa Schäfer, Studentin im Praktischen Jahr:

 

"...Als erstes fiel mir bei der morgendlichen Visite die heitere Atmosphäre in den Zimmern auf. Im „Bubenzimmer“, in dem bis zu sechs Jungen untergebracht werden können, fanden sich an diesem Morgen vier Jungs, drei von ihnen munter mit dem „Visitenteam“ in Aktion. Als der vierte Patient, 10 Jahre alt, an die Reihe kam, lag dieser fest in seine Decken „eingemummelt“ mit dem Gesicht zum Fenster schlafend in seinem Bett. Trotz mehrmaligen Ansprechens schlief er weiter tief und fest. Schließlich lüftete der Oberarzt die Bettdecke und stieß auf die große blondhaarige Stoffpuppe des kleinen Patienten. Gleichzeitig sprang ein breitlächelnder Patient aus seinem Versteck hinter dem Bett hervor.

Natürlich gibt es oft auch ernstere Patientenbegegnungen, z.B.bei Wundkontrollen, Verbrennungsverletzungen, Tumorbehandlungen oder Kindern nach großen Operationen. Immer wieder fiel mir die behutsame Umgangsweise der betreuenden Schwestern und Ärzte mit den kleinen Patienten und ihren Eltern auf. Besonders bedeutend sind gute Ablenkungsmanöver bei jungen Patienten, Einfühlungsvermögen, Geduld, ein guter „klinischer Blick“ und kurze aber exakte Untersuchungen und medizinische Handgriffe.

Das Alter der Jungen und Mädchen erstreckt sich von 0 bis 15 Jahre, wobei jede Altersgruppe ihre Besonderheiten aufweist: die Jüngsten werden mit Unterstützung der Mutter versorgt (Windeln, spezielle Ernährung, Transport). Vom Mini-Tubus über die Mini-Roux-Haken bis hin zur oralen Verabreichung des Glukose-Fläschchens während der Operation in Spinalanästhesie ist alles speziell auf sie ausgerichtet. Die Kleinkinder sind oft ängstlicher und froh, wenn Mama und Papa mit dabei sind. Die „Großen“  Teenies versuchen meist, die Behandlung so gelassen wie möglich zu bewältigen.

Insgesamt konnte ich verschiedene Bereiche in der Kinderchirurgie kennenlernen: Zunächst die Arbeit auf Station mit Wundversorgung der kleinen Patienten, das operative Feld mit sorgfältiger Anleitung der betreuenden Ärzte und Oberärzte, die Kinderanästhesie, die Kinderchirurgische Sprechstunde und schließlich die Ambulanz. Hier galt es, Platzwunden mit Kleber oder einer Naht zu versorgen, Röntgenbilder von „traumtisierten“ Extremitäten zu erstellen und zu beurteilen, Bäuche zum Ein- oder Ausschluss einer akuten Appendizitis zu untersuchen und vieles mehr.

Die Zeit in der Kinderchirurgie war und ist eine wertvolle und lehrreiche Zeit für mich.

Vielen Dank an alle Kollegen und Kolleginnen!"

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