Mobiles Bezugspersonensystem (MBS) in der Heidelberger Mutter-Kind-Einheit
"Am 3. Januar 2008 kam unsere Tochter Olivia zur Welt. Die Geburt war ein traumatisches Erlebnis für mich und Auslöser meiner schweren Depression und Panikattacken in den Wochen danach. Ich freute mich zwar darüber, dass unsere Tochter gesund war, aber dieses große Glücksgefühl, von dem alle reden und das einem die Werbung suggeriert, stellte sich bei mir nicht ein. Besonders als Olivia und ich nach der Geburt nach Hause kamen, habe ich plötzlich diese große Verantwortung für unser Kind gespürt. Ich entwickelte Schuldgefühle, dass ich nicht richtig für Olivia sorgen könnte und war sehr traurig." Erfahrungsbericht weiterlesen...
Katja M.
Das Angebot der Mutter-Kind-Einheit (MKE) an der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg
Mobiles Bezugspersonensystem MBS:
Beim Mobilen Bezugspersonensystem MBS begleitet eine Bezugsperson aus der stationären Therapie in der Klinik, z.B. eine Krankenschwester, die Patientin auch nach dem Klinikaufenthalt. So besucht sie bei Bedarf die Patientin regelmäßig zu Hause und betreut sie und ihre Familie. Die Patientin kann auch nach Entlassung an manchen Gruppen- und Einzelangeboten des MBS teilnehmen. Die Gruppen werden von der MBS-Koordinatorin zusammen mit anderen Fachtherapeutinnnen oder zusammen mit einer entlassenen Mutter geleitet. Daraus entstehen dann wieder im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe Netzwerkkontakte unter den Müttern auch ohne MBS.
In Heidelberg wurde MBS 1996 an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie gegründet, um jugendliche Psychosepatienten nach dem stationären Aufenthalt auf der Akutstation (eine gemeinsame Einrichtung mit der Allgemeinpsychiatrie) engmaschig zu begleiten und so den oft schwierigen Übergang in den Alltag zu erleichtern.
Seit 2006 gibt es das MBS auch an der Mutter-Kind-Einheit für Mütter und Schwangere mit psychischen Problemen. Zu den Angeboten gehört z.B.
- Gruppentherapie mit 12 Themenschwerpunkten für stationäre Mütter unter therapeutischer Leitung zusammen mit MBS- Koordinatorin: Hier geht es vor allem um die Beziehung zwischen Mutter und Kind, z.B. bei dem Thema "Das Baby verstehen", lernen die Mütter, Signale des Kindes richtig zu deuten und zu beantworten. Die betroffenen Mütter tauschen sich aus und unterstützen sich gegenseitig.
- Offene Gruppe mit Müttern, die in der Klinik sind und Müttern, die bereits entlassen sind bzw. die sich der Selbsthilfegruppe "Zwickmühle" angeschlossen haben: Spielen mit dem Kind und Erfahrungsaustausch stehen im Mittelpunkt
- Paar-Abende der SHG "Zwickmühle" mit Information und Erfahrungsaustausch für entlassene und für stationäre Patientinnnen am Übergang zur Entlassung
- Mama Care (Flyer)
- Mütternetzwerk und Kontaktforum
- Mama-Care-Weekends: Wohlfühlseminare für betroffene Mütter (Postpartale Depression), insbesondere nach Entlassung aus stationärer Therapie.
- Mütternetzwerk und Kontaktforum
Weitere Infos:
Mobiles Bezugspersonensystem MBS
Koordinatorin: Eva Buschmann
Mobil Tel.: 0152 / 54 58 24 75
E-mail: eva.buschmann(at)med.uni-heidelberg.de
Mutter-Kind-Telefon: 06221 / 56 34416
Mo - Do von 14 - 15 Uhr




