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Allgemein-, Viszeral- & Transplantationschirurgie
Chirurgische Klinik

Ösophagus und Magen

Klinische Studien zu Resektionstechniken des Magenund Ösophaguskarzinoms bilden den Forschungsschwerpunkt in diesem Themenbereich. In der Therapie des Ösophaguskarzinoms stellt die onkologische Resektion den entscheidenden Prognosefaktor dar. Diese geht aber auch mit nicht unwesentlichen Komplikationen einher. Die Verminderung der chirurgischen Morbidität und Mortalität, insbesondere der Anastomoseninsuffizienz, ist deshalb anzustreben.

 

Eine prospektiv vergleichende Studie zeigte, dass durch eine besondere Magenschlauchbildung (Fundusrotationsplastik), welche als Ösophagusersatz nach Resektion dient, eine niedrige Nahtinsuffizienz, insbesondere auch bei zervikalen Anastomosen, zu erzielen ist (Hartwig et al.).

 

Zur Identifikation einer postoperativen Anastomoseninsuffizienz nach Ösophagusresektion mit intrathorakaler Anastomose wird sowohl der Kontrastmittelschluck als auch die Endoskopie eingesetzt. Erstmalig verglichen wir diese beiden Untersuchungsmethoden in einer prospektiven Vergleichsstudie und konnten einen wesentlichen Vorteil bzgl. Sensitivität und Spezifität für die endoskopische Untersuchungstechnik identifizieren (Werner et al.).

 

In einer klinischen Phase I/II Studie wird zur Zeit die Durchführbarkeit und Verträglichkeit einer neoadjuvanten Kurzzeitbestrahlung (5x5Gy, Dauer 5 Tage) bei Patienten mit Adenokarzinomen des gastroösophagealen Übergangs evaluiert. Ziel der Kurzzeitbestrahlung ist eine Senkung der Lokalrezidivrate ohne Steigerung der perioperativen Komplikationen. Im Vergleich hierzu sind nach konventioneller neoadjuvanter Radiochemotherapie perioperative Komplikationen erhöht.

 

In der Therapie des Magenkarzinoms ist das Resektionsausmaß ein entscheidender Parameter sowohl für die onkologische Radikalität als auch für die Lebensqualität. Die subtotale und die totale Gastrektomie weisen ähnliche Morbiditäts- und Mortalitätsraten auf. Diese werden in unserem Patientengut im wesentlichen durch die Komorbidität der Patienten bestimmt, chirurgischbedingte Komplikationen stellen eine untergeordnete Rolle dar. Diese Daten zeigen, dass die Magenchirurgie an einem high-Volume Zentrum sicher durchzuführen ist (Strobel et al.).

 

Eine Verbesserung der Lebensqualität nach Gastrektomie wird durch eine Reservoirbildung angestrebt, welche das fehlende Fassungsvermögen des Magens kompensieren soll. Im Schweinemodell wird derzeit ein neuartiger Dünndarmpouch experimentell evaluiert.

 

Derzeitiger Schwerpunkt der experimentellen / translationalen Forschung zum Magen- und Ösophaguskarzinom bilden Untersuchungen zur Rolle von Defensinen. Hier ist insbesondere die Karzinogenese des gastroösophagealen Übergangskarzinoms von besonderer Bedeutung, da dieses in den Industrienationen eine deutlich steigende Inzidenz zeigt. In Kooperation mit dem DKFZ konnte bereits beim Magenkarzinom eine potentielle Rolle für das Scavenger Receptor Cysteine-rich Protein DMBT1 in der Tumorigenese identifiziert werden.

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