Allgemeine Psychiatrie

Psychotherapieforschung


 

Leiterin:    PD Dr. sc. hum Sabine Löber
Mitarbeiter:    Marta Czapla, MA,
wissenschaftliche Hilfskraft:    cand. psych. Maria Fix
Diplomanden/Masterstudenten:    cand. psych. Eva Best, cand. psych. Claudia Werner


Die Arbeitsgruppe Psychotherapieforschung beschäftigt sich mit der Beeinflussung menschlichen Verhaltens durch psychotherapeutische Interventionen. Hierbei werden sowohl klinische Studien mit  Patienten als auch experimentelle Untersuchungen mit Patienten und Gesunden durchgeführt, um das Wissen über effektive Veränderungsprozesse zu erweitern. Der inhaltliche Schwerpunkt der Arbeitsgruppe liegt gegenwärtig in der Untersuchung abhängigen Verhaltens.

Folgende Methoden werden hierzu primär verwendet:


  • Strukturelle und funktionelle Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Eyetracking

  • Periphere Neurophysiologie (EDA, EKG, Elektromyographie)

  • Experimentelle behaviorale Paradigmen

  • Psychometrische Daten


Laufende Studien:

  • Die Auswirkungen chronischen Alkoholkonsums auf die Kontrolle von Verhaltensreaktionen: Bedeutung für das Rückfallgeschehen (DFG-Förderung)
  • Experimentelle Untersuchungen zu Mechanismen der appetitiven Konditionierung und Löschung
  • Mechanismen abhängigen Verhaltens bei Adipositas






Die Auswirkungen chronischen Alkoholkonsums auf die Kontrolle von Verhaltensreaktionen: Bedeutung für das Rückfallgeschehen (DFG-Förderung)


Modelle zur Entstehung und Aufrecherhaltung abhängigen Verhaltens gehen heute davon aus, dass es im Verlauf der Entwicklung einer Abhängigkeitserkrankung zu einem Übergang von genussgesteuerten Konsumgewohnheiten zu stark automatisiertem Verhalten kommt, dass durch einen Verlust von Kontrolle gekennzeichnet ist. Während zum einen wiederholt gezeigt werden konnte, dass in Zeiten der Abstinenz die Konfrontation mit Reizen, die häufig mit dem Konsum von Alkohol assoziiert waren, zum Auftreten automatisierter Reaktionen (z. B. Verlangen nach Alkohol) führt und die Rückfallwahrscheinlichkeit erhöht, wissen wir heute ferner, dass chronischer Alkoholkonsum zu einer Beeinträchtigung der Funktionen, die eine adäquate Verhaltenssteuerung ermöglichen, führt. In dem vorliegenden Forschungsprojekt sollen diese beiden Aspekte abhängigen Verhaltens erstmals zusammengenommen betrachtet werden und mittels verschiedener behavioraler experimenteller Paradigmen Beeinträchtigungen kognitiver Kontrollprozesse bei alkoholabhängigen Patienten im Vergleich zu gesunden Kontrollprobanden umfassend charakterisiert werden. Auch soll der Zusammenhang mit der Rückfallhäufigkeit nach Entzugsbehandlung untersucht werden. Aus den Ergebnissen sollen Schlussfolgerungen für die Behandlung abgeleitet werden.

Laufzeit: 2010-2013
Förderer: DFG



Experimentelle Untersuchungen zu Mechanismen der appetitiven Konditionierung und Löschung

Konditionierte Reaktionen sind bei der Entstehung von Rückfällen abhängiger Patienten von zentraler Bedeutung. Wir führen experimentelle Untersuchungen mit sozialen Trinkern und Abhängigen durch, um die beteiligten Mechanismen und Möglichkeiten der Löschung dieser Reaktionen besser zu verstehen. Dabei werden auch virtuelle Realitäten genutzt, um Kontexteffekte zu untersuchen.

Publikationen:

  • Loeber, S., Duka, T. (2009). Acute alcohol decreases performance of an instrumental response to avoid  aversive consequences in social drinkers. Psychopharmacology, 205: 577-587.
  • Loeber, S., Duka, T. (2009). Acute alcohol impairs conditioning of a behavioural reward seeking response and inhibitory control processes – implications for addictive disorders. Addiction, 104: 2013-2022.
  • Loeber, S., Duka, T. (2009). Extinction learning of stimulus reward contingencies: the acute effects of alcohol. Drug and Alcohol Dependence, 102: 56-62.


Mechanismen abhängigen Verhaltens bei Adipositas


In den vergangenen Jahren wird zunehmend die Ansicht vertreten, dass bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Adipositas reizabhängige Reaktionen und Beeinträchtigung kognitiver Steuerungsfunktionen eine ähnliche Rolle spielen wie bei Abhängigkeitserkrankungen. Dies untersuchen wir in verschiedenen Fragebogen- und experimentellen Untersuchungen.

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