Operation und Rekonstruktion
Kontakt und Terminvereinbarung:
Bei Neuerkrankungen: Brustsprechstunde, Tel. 06221-56-7883
Bei Rekonstruktionswunsch: Sprechstunde für rekonstruktive Mammachirurgie, Tel. 06221-56-7934
Rekonstruktive und ästhetische Mammachirurgie
Terminvereinbarung unter 06221 - 56 - 7934
Operativer Wiederaufbau nach Brustkrebsoperationen
Es gibt verschiedene operative Möglichkeiten, eine neue Brust aufzubauen. Heutzutage wird in vielen Fällen bereits unmittelbar nach einer Brustentfernung in derselben Narkose mit dem Wiederaufbau begonnen. Ein Brustaufbau ist aber auch noch Jahre nach einer Brustentfernung möglich.
Expander- und Implatateinlage
Gelegentlich ist es notwendig, Fremdmaterialien (Implantate oder Expander) zu verwenden, um die zufrieden stellende Form und Größe einer Brust wieder herzustellen. Dabei versteht man unter Expandern in der Regel Fremdmaterial, das nur über einen bestimmten Zeitraum eingesetzt wird und zur Vordehnung von Haut und Weichteilen dient. Meist können Expander schrittweise z.B. über ein Ventil gefüllt werden, bis sich genügend Haut gebildet hat, um das endgültige Implantat ausreichend zu überdecken. Ein Expander besteht in der Regel aus einem Silikonbeutel, der nach und nach mit Kochsalzlösung gefüllt wird, endgültige Implantate aus Silikon-Gel, aber auch mit Kochsalzlsöung oder Hydrogel gefüllte Implantate sind erhältlich.
Rekonstruktion der Brustwarzen (Mamillen)
Ob Brustwiederaufbau mit Prothese oder mit Eigengewebe: in einem letzten Schritt werden Brustwarze und Warzenhof geformt. Damit sie an der richtigen Stelle sitzen, muss man mit dem Eingriff warten, bis die neu konstruierte Brust ihre endgültige Form angenommen hat. Dies ist etwa drei Monate nach der Brustrekonstruktion der Fall. Der Chirurg entnimmt für die neue Brustwarze Teile der Brustwarze der Gegenseite, Haut vom Oberschenkel oder Ohrläppchen oder er formt eine kleine Erhebung aus der wiederaufgebauten Brust. Der Warzenhof wird nur tätowiert oder aber mit einem Stückchen Haut aus der Leistengegend oder der äußeren Schamlippe gebildet – die Hautfarbe ist dort etwas dunkler.
Parenchymplastiken
Kleinere Tumoren können bei entsprechender Größe der Brust recht einfach entfernt werden. Bei der Zusammenfügung des Brustdrüsengewebes (Parenchym) wird dann darauf geachtet, dass keine Einziehungen („Dellen“) entstehen. Dieses Vorgehen wird als Parenchymplastik bezeichnet.
Verschiebeplastiken
Bei der Verschiebeplastik wird ein Tumor mit der darüberliegenden Haut entfernt. Durch Verschiebung des restlichen, gesunden Haut- und Drüsengewebes wird die entstandene Lücke geschlossen und die Brust neu geformt. Dieses Verfahren eignet sich vor allem für Tumoren in der unteren Hälfte der Brust.
Reduktionsmastopexien
Auch relativ große Tumoren können bei großen Brüsten vollständig entfernt werden und dennoch brusterhaltend operiert werden. Das Ergebnis ist hierbei eine Brustverkleinerung. Die gesunde Seite muss anschließend in ihrer Größe angepasst werden.
MyocutaneLappenplastiken
Es besteht weiter die Möglichkeit, dass Defekte, die nicht mit dem restlichen Brustgewebe überdeckt werden können, mit Muskelanteilen und Hautgewebe aus dem Bereich des Rückens gedeckt werden. In der Regel wird dann der große Rückenmuskel (Musculus latissimus dorsi) verwendet. Der Muskel am Rücken wird teilweise oder ganz mitsamt der darüber liegenden Haut abgelöst, aber nicht vollständig abgetrennt. Er bleibt mit dem versorgenden Blutgefäß aus der Achselhöhle verbunden. Der Chirurg schafft einen Tunnel unter der Haut der Achselhöhle und zieht den Muskel-Haut-Lappen nach vorne durch. Das Rückengewebe, das nun die neue Brust bildet, wird über den verbleibenden „Gefäßstiel“, der Blutgefäße und Nerven enthält, weiter durchblutet und versorgt. Gegebenenfalls wird zusätzlich ein Implantat eingegliedert.
Brustrekonstruktion durch Bauchgewebe TRAM flap / DIEP flap
Bei der Rekonstruktion der Brust durch am Bauch befindliches Gewebe wird die Brust vollständig durch körpereigenes Gewebe rekonstruiert. Diese Methode eignet sich zum Wiederaufbau nach Brustentfernung und Bestrahlung der Brustwand. Es ist möglich, auch grossvolumige Brüste zu rekonstruieren.
Das Fettgewebe und die Haut des Unterbauches werden dabei entnommen und "verpflanzt". Die Durchblutung wird dabei entweder über einen Muskelstiel des M. rectus abdominis (TRAM flap) oder durch eine freie Gefässanastomose (DIEP flap) gewährleistet.
In jedem Fall wird dabei gleichzeitig der Bauch gestrafft im Sinne einer Bauchdeckenplastik.
Die TRAM flap Methode wird an unserer Klinik durchgeführt, der leichte Stabilitätsverlust der Bauchwand wird durch eine Netzeinlage ausgeglichen. Der DIEP flap erfordert mikrochirurgische Techniken, so dass diese Technik von den plastischen Chirurgen an der BG Klinik in Ludwigshafen durchgeführt wird. Hierbei besteht eine enge Kooperation mit den plastischen Chirurgen (Chefarzt Prof. Dr. Marcus Lehnhardt), die sich auch in der einmal im Monat gemeinsam durchgeführten Sprechstunde ausdrückt.





