Resilienz im Arztberuf
Projektleitung: Dr. Julika Zwack
Der Arztberuf gehört zu den besonders gesundheitsgefährdenden Tätigkeiten. Dieses Paradox ist seit langem bekannt und wurde, wie das Symposium „Arbeitsbedingungen und Befinden von Ärztinnen und Ärzten“ der Bundesärztekammer am 10.02.2009 zeigte, zwischenzeitlich auch wissenschaftlich untermauert. Das von der Bundesärztekammer geförderte Forschungsprojekt „Resilienz im Arztberuf“ schließt eine sich aus diesen Erkenntnissen ergebende Forschungslücke:
Ärzte sind Experten in der Erbringung hochanspruchsvoller Dienstleistungen unter schwierigsten Rahmenbedingungen. Sie sind damit nicht nur belastet und psychophysisch vulnerabel, sondern auch kompetente Bewältiger fachlicher, psychophysischer, sozialer und organisationaler Herausforderungen. Dieser Aspekt, die Resilienz im Arztberuf, erscheint in der wissenschaftlichen Debatte wie der öffentlichen Diskussion bislang unterbeleuchtet , ist jedoch von zentraler Bedeutung für das Selbstverständnis zukünftiger und aktueller Berufsvertreter.
Fragestellung und Zielsetzung des Projekts
Im Mittelpunkt steht die Explikation von wirksamen Strategien im Umgang mit den spezifischen Widrigkeiten, Belastungen und Herausforderungen des Arztberufs. In einer Interviewstudie mit unterschiedlich beruferfahrenen MedizinerInnen verschiedener Fachrichtungen und Arbeitssettings (Krankenhaus vs. Niederlassung) sollen ärztliche Resilienzprozesse konkretisiert werden:
- Wie lassen sich Gesundheit, Sinnerleben, Freude und Wirksamkeitserfahrung im Arztberuf auch unter widrigen Arbeitsbedingungen erhalten? Was tun bzw. lassen resiliente Ärzte, v.a. im Arbeitskontext, aber auch darüber hinaus?
- Wie gelingt es erfolgreichen (d.h. biopsychosozial gesunden) Ärzten, Arbeit, Familie und eigene Bedürfnisse zu vereinen?
- Wie haben es Burnout-erfahrene Ärzte geschafft, Burnout zu bewältigen?
Die Antworten auf diese Fragen werden in einem Praxisratgeber „Resilienz im Arztberuf“ zusammengefasst und der breiten ärztlichen Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Auf Basis des Ratgebers wird darüber hinaus ein longitudinal und modular aufgebautes Resilienzprogramm für Medizinstudierende und ärztliche Berufseinsteiger entwickelt und in Manualform veröffentlicht





