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Chirurgie

Über das Zentrum

Die Transplantation von Organen ist ein wichtiger interdisziplinärer Schwerpunkt des Universitätsklinikums Heidelberg. Um Patienten und Angehörigen ein modernes Kompetenzzentrum für die Übertragung von Organen zur Verfügung zu stellen, wurden diese Tätigkeiten unter dem Namen Transplantations-Zentrum Heidelberg  zusammengefasst.

 

  

Langjährige Erfahrung mit der Transplantation

Heidelberg ist eines der tradionsreichsten deutschen Transplantationszentren. Seit 1967 wurden in Heidelberg schon über 2000 Nierentransplantationen durchgeführt. Die 1987 eingeführte Lebertransplantation feierte 2001 ihr 15-jähriges Jubiläum mit über 500 Transplantationen. Spezielle Programme für Herz Lunge und Pankreas folgten in den frühen Neunziger-Jahren. Am Heidelberger Klinikum befindet sich heute ebenfalls die größte Abteilung für Knochenmarktransplantation in Deutschland.

 

Forschung für den Patienten

Ergänzt werden die Aktivitäten in der Chirurgischen und Medizinischen Klinik durch die Arbeit mehrerer basiswissenschaftlicher Gruppen. Der Sonderforschungsbereich "Immuntoleranz" beschäftigt sich beispielsweise mit der Entwicklung neuer Strategien, die eine Abstoßung der fremden Organe verhindern sollen. Am Institut für Immunologie werden dazu die Daten in der weltweit größten Studie "Collaborative Transplant Study" gesammelt und ausgewertet.

Schwerpunkt Lebertransplantation

Die Lebertransplantation ist ein wichtiger Schwerpunkt der Klinik. Etwa 60-80 Patienten erhalten pro Jahr in der Heidelberger Chirurgie eine neue Leber. Damit gehört Heidelberg heute bundesweit und auch in Europa zu den größten Leber-Transplantationszentren. Heidelberg entwickelt sicherfolgreich zum "Süddeutschen Transplantationszentrum".

 

In den kommenden Jahren ist eine Steigerung auf 100 Lebertransplantationen zu erwarten. Zur Zeit befinden sich etwa 150 Patienten auf der Warteliste für eine Leber.

 

Schwerpunkt Nieren- und Pankreastransplantation

Bereits 1967 wurde die erste Nierentransplantation in Deutschland in Heidelberg durchgeführt. Seither wurden fast 2000 Nieren verpflanzt. Mit dem Übergang der Nierentransplantation unter das Dach der viszeralen Organtransplantation sind jetzt alle inneren Organe des Bauchraumes unter gemeinsamer Leitung. Ca 80-100 Nierentransplantationen, viele davon auch durch Lebendspende, werden jährlich in Heidelberg mit Erfolg durchgeführt.

 

Neustrukturierung

Um Patientinnen und Patienten ein Höchstmaß an Beratung, Betreuung und fachlicher Kompetenz zu gewährleisten, wurde das Zentrum neu strukturiert. Ein interdisziplinäres Teamkonzept und neue schonende Transplantations-Operationsverfahren stehen im Mittelpunkt der klinischen Arbeit

 

Sprechstunden

Mehrfach wöchentlich finden Transplantations-Spezialsprechstunden in der chirurgischen Klinik statt. In diesen Sprechstunden betreuen Chirurgen, Internisten, Radiologen, Kindermediziner und Psychologen die Patienten, um einen optimalen Behandlungsweg vor und auch nach einer Transplantation zu finden. Eine Listung der aktuellen Sprechstundenorganisation finden sie hier.

» Sprechstunden

 

Warteliste zur Transplantation

Die Entscheidung zur Anmeldung auf die Warteliste für eine Transplantation wird gemeinsam mit den Patienten und Ärzten der beteiligten Fachabteilungen getroffen. Während der Wartezeit wird der einzelne Patient intensiv von sämtlichen beteiligten Fachleuten bis zur Transplantation betreut.

 

Betreuung nach der Transplantation

Unmittelbar nach der Transplantation wird der Patient auf der zentralen Intensivstation oder der "intermediate care" Station "VTS" im Team mit Anästhesisten, Chirurgen, Leberspezialisten (Hepatologen), Nieren- und Pankreasspezialisten (Nephrologen, Endokrinologen) und besonders geschulten Pflegekräften versorgt. Gegenseitige interdisziplinäre Visiten in der Chirurgischen und Medizinischen Klinik stehen auf der Tagesordnung.  

 

Alternative Spendemöglichkeit zur Organspende nach dem Tod

Trotz aller Anstrengungen um die Steigerung der Transplantationszahlen ist nicht davon auszugehen, dass in naher Zukunft ausreichend Organe von verstorbenen Patienten zur Verfügung stehen werden. Eine Alternative besteht für die Nieren-Transplantation seit längerer Zeit: Seit 1967 konnten bereits weit über 200 gesunde Personen (Familienangehörige) eine ihrer Nieren ohne gesundheitliches Risiko für einen Nieren -kranken Angehörigen spenden. Diese Lebendspende wird in Heidelberg auch mithilfe der so genannten "Schlüsselloch-Chirurige", einem minimal-invasiven Verfahren durchgeführt.

 

In Heidelberg wurde inzwischen auch ein Programm zur Leberlebendspende etabliert werden. Die besondere Anatomie der Leber ermöglicht in geeigneten Fällen die Entnahme und Übertragung eines Teilstückes des Organes. Der jeweils verbliebene und transplantierte Leberteil wächst innerhalb weniger Wochen nahezu zu einer vollen Leber nach. Dieser Eingriff erfordert eine besonders sorgfältige Indikationsstellung und Vorbereitung. Am Heidelberger Universitätsklinikum wurde im September 2002 die erste erfolgreiche Leber-Lebendspende vorgenommen. 

 


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