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Endokrinologie & Klinische Chemie
Kyphoplastie

Unterschied zwischen Kyphoplastie und Vertebroplastie

 

Ein weiteres operatives Verfahren zur Therapie von Wirbelkörperbrüchen ist die sogenannte „Vertebroplastie“. Sie ist ein Vorläuferverfahren der Kyphoplastie und wird seit ca. 20 Jahren vor allem in Frankreich praktiziert.

 

Wie bei der Kyphoplastie wird auch bei einer Vertebroplastie Zement in einen schmerzhaft eingebrochenen Wirbelkörper gespritzt, wobei der Patient auf dem Bauch liegt.

 

Die Unterschiede zur Kyphoplastie:

 

  • Die Vertebroplastie wird meist in Lokalanästhesie von Radiologen vorgenommen.

  • Der Arzt sticht mit einer dickeren Spritze direkt in den eingebrochenen Wirbelkörper.

  • Der Wirbel wird bei der Vertebroplastie nicht mit einem Ballon vorgedehnt, sondern der Zement wird direkt in die Bruchstellen des eingebrochenen Wirbelkörpers gespritzt.

  • Anders als bei der Kyphoplastie wird bei der Vertebroplastie kein Hohlraum für den Zement vorbereitet. Daher muss der Zement dünnflüssig sein und unter hohem Druck eingebracht werden, damit er sich in den Wirbelbruch "hineinwühlt". Dadurch kommt es bei ca. 30 bis 70 Prozent der Patienten zu Zementaustritten in die Wirbelkörperumgebung hinein. Das ist deutlich häufiger als bei einer Kyphoplastie, bei der in den Hohlraum recht dickflüssiger Zement unter geringem Druck eingefüllt werden kann.

  • Da bei der Vertebroplastie häufiger Zement austritt, ist das Risiko hier größer, dass er auf Nerven oder Rückenmark drückt und Beschwerden verursacht. Auch kann abgeschwemmter Zement in manchen Fällen eine Lungenembolie verursachen.

  • Bei einer Vertebroplastie verwendet man als Zement fast ausschließlich Kunststoff, nämlich Polymethylmetacrylat, besser bekannt als Plexiglas. Da dieses Material unter Hitzebildung aushärtet, ist eine Schädigung der benachbarten Knochenzellen möglich. Allerdings hat man gute Erfahrungen gemacht. Selbst wenn es zu Schäden kommt, wird der geschädigte Knochenbereich ab- und wieder neu aufgebaut.

  • Die Vertebroplastie ist mit ca. 400 € deutlich kostengünstiger als die Kyphoplastie mit ca. 4000 €.

 

Sowohl durch die Kyphoplastie als auch durch die Vertebroplastie lassen sich die durch eingebrochene Wirbelkörper verursachten Schmerzen verringern. Bei frischen Brüchen können die Wirbelkörper aber nur durch die Kyphoplastie wieder etwas aufgerichtet werden.

 

Bisher wurde nur für die Kyphoplastie im Rahmen kontrollierter wissenschaftlicher Studien gezeigt, dass die Patienten auch noch nach einem Jahr deutlich weniger Schmerzen hatten und beweglicher waren als Patienten, die im Vergleich nur mit Medikamenten behandelt wurden (Kasperk et al. 2005, Grafe et al. 2005).

 

Die einzige kontrollierte Studie zur Vertebroplastie zeigt, dass die Patienten bereits sechs Wochen nach diesem operativen Eingriff nicht weniger Schmerzen hatten als die Patienten einer Kontrollgruppe (Diamond et al. 2003).