Maßnahmen der Vorbeugung
Was kann man weiterhin tun, um der Osteoporose entgegenzuwirken und Wirbelbrüche zu verhindern?
Wissenschaftliche Studien belegen, dass für einen gesunden Knochenstoffwechsel tägliche Bewegung des Patienten in jedem Lebensalter unverzichtbar ist. Wer schon als Kind Sport treibt, wird sich auch mit zunehmendem Alter ein Leben ohne körperliche Betätigung nicht vorstellen können.
Wichtig ist außerdem eine gesunde, "knochenfreundliche" Lebensweise mit ausreichender Calcium- und Vitamin D-Versorgung (Milchprodukte, Fleisch, Obst und Gemüse). Empfehlenswert ist auch der Aufenthalt an frischer Luft, weil unser Körper bei Sonneneinstrahlung selbst Vitamin D herstellen kann.
Auf Genussgifte (Rauchen, Übermaß an Alkohol) sollte möglichst verzichtet werden. Es gibt wissenschaftliche Studien, die belegen, dass Alkohol den Knochenaufbau hemmt. Außerdem ereignen sich unter Alkoholeinfluss häufig Unfälle und Stürze, die zu Knochenbrüchen führen können. Beim Nikotin ist die Datenlage ebenfalls eher ungünstig. US-amerikanische Studien sehen einen Zusammenhang zwischen Rauchen und einem höheren Risiko für Knochenbrüche.
Außerdem stehen heute eine Vielzahl medikamentöser Therapien zur Verfügung, die das Risiko für weitere Wirbelkörpereinbrüche nachweislich reduzieren. Näheres zu den Medikamenten ist im Kapitel "Die Nachbehandlung" zu finden.
Auch die Kyphoplastie ist eine vorbeugende Maßnahme, denn wie in wissenschaftlichen Studien belegt werden konnte, reduziert sich nach diesem operativen Eingriff das Risiko für neue Wirbelkörperbrüche. Die durch eine Kyphoplastie erzielte deutliche Schmerzlinderung führt zu einer besseren Beweglichkeit des Patienten, wodurch schmerzvermeidende Fehlhaltungen, die Brüche provozieren, vom Patienten unterlassen werden (Kasperk et al. 2005, Grafe et al. 2005). Allerdings ist stets von einem Spezialisten für den Knochenstoffwechsel zusätzlich zu der Kyphoplastie festzustellen, welche Ursache die Knochenfestigkeitsminderung bei dem jeweiligen Patienten hat, die ja erst zu dem schmerzhaften Wirbelbruch geführt hat. In Abhängigkeit von der URSACHE der Osteoporose ist dann wiederum vom Spezialisten (Endokrinologen/Osteologen) die individuell wirksamste medikamentöse Therapie festzulegen.
Jetzt wird deutlich, dass die Kyphoplastie eine wichtige aber nicht die einzige Facette in der Behandlung eines Patienten mit schmerzhaften osteoporotischen Wirbelbrüchen ist. Erforderlich ist also ein Gesamtkonzept zur Vorbeugung und Behandlung der osteoporotischen Wirbelbrüche unter Beteiligung von Spezialisten aus verschiedenen Fachdisziplinen. Näheres hierzu steht im Kapitel „Das Behandlungsteam“.





