Vorsorge

Prävention und Früherkennung
Zu den Aufgaben der modernen Medizin gehört nicht nur die Behandlung (kurative Medizin) von Krankheiten. Vielmehr versucht sie dazu beizutragen Krankheiten in ihrer Entstehung zu verhindern (Prävention) oder sie zumindest bereits kurz nach ihrer Entstehung und damit in gut behandelbaren Stadien zu erkennen (Früherkennung). Untersuchungen zur Früherkennung – häufig auch einfach "Vorsorge" genannt sollten also regelmäßig auch dann durchgeführt werden, wenn man sich selbst völlig gesund fühlt ("subjektiv beschwerdefrei"). Leider glauben viele Menschen, dass sie gesund sind, wenn sie keine Beschwerden haben. So nehmen nur 34 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer Angebote zur Vorsorge wahr.

 

Besonders in der Urologie ist die Vorsorge für Männer eine wichtige ärztliche Leistung. Sie schließt die Untersuchung der Nieren, der Blase, des äußeren männlichen Genitales (Penis und Hoden) und der Prostata ein. Die Bedeutung dieser Untersuchung ergibt sich vor allem aus der Tatsache, dass in Deutschland jeder achte Mann an einem Prostatakrebs erkrankt und jedes Jahr etwa 14.500 Männer daran versterben.

 

Prostatakrebs wird bei der Vorsorge meist in einem frühen Stadium entdeckt. Hierbei bietet die moderne Urologie nicht nur exzellente Möglichkeiten die Patienten von dem Tumor zu heilen. Ebenso ist auch die Lebensqualität nach der Behandlung in einem frühen Stadium in der Regel kaum eingeschränkt was z.B. auch die Kontinenz und die Sexualität einschließt.

 

Unterschätzt werden sollte die Bedeutung der Vorsorgeuntersuchung auch nicht für die Früherkennung des Nierenkrebses. Bereits bis zu 50% der bösartigen Erkrankungen der Niere werden heute erkannt, bevor sie Beschwerden verursachen. Meist sind in diesem frühen Stadium die Tumore noch so klein, dass sie noch nicht in andere Organe gestreut haben. Häufig können kleine Tumore
auch unter Schonung der betroffenen Niere entfernt werden (Nieren-erhaltende Tumorchirurgie).

 

Ab wann sollte "Mann" zur Vorsorge–Untersuchung gehen? Empfohlen wird sie generell einmal jährlich spätestens ab dem 45. Lebensjahr. Liegen jedoch Risikofaktoren vor, wie beispielsweise eine familiäre Belastung (Großvater, Vater oder Bruder sind an Prostatakrebs erkrankt), sollte die Vorsorge spätestens ab dem 40. Lebensjahr und ggf. auch in verkürzten Abständen wahrgenommen werden.

 

Durchgeführt werden sollte die Vorsorge auch bei Männern, die wegen einer gutartigen Vergrößerung der Prostata (BPH) medikamentös behandelt werden oder bei denen bereits eine Operation zur Verkleinerung der gutartig vergrößerten Prostata durchgeführt wurde (TUR-P, Laser).

 

Folgende Basisuntersuchungen werden an unserer Klinik im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung durchgeführt:

  • Patientengespräch: allgemeine und spezielle Vorgeschichte (Anamnese)
  • körperliche Untersuchung
  • Blut inkl. Blutbild, Elektrolyten, Nierenfunktionswerten, Blutzucker, Cholesterin, Blutfetten, LDH, Testosteron und PSA
  • Urin inkl. CompurTest, Mikrobiologie und NMP Test
  • Stuhlprobe auf Blut (Hämocult)
  • Ultraschall inkl. Niere, Blase, Restharn und transrektaler Sonographie
  • Flussmessung

 
Ergeben sich bei der Basis-Vorsorgeuntersuchung auffällige Befunde, können zusätzliche Spezialuntersuchungen empfohlen und falls möglich noch am gleichen Tag durchgeführt werden. Hierzu zählen z.B. Kernspintomographie (MRT) inkl. Ganzkörper-MRT, Computertomographie (CT), Knochenszintigraphie, Darmspiegelung, Blasenspiegelung, Urodynamik und Gewebeprobenentnahme.

 

Ergänzt wird die Vorsorgeuntersuchung auf Wunsch durch eine präventive Beratung. Hierbei werden Tipps zu Lebensführung und Ernährung gegeben, die in einer kleinen Brochüre auch noch einmal im Überblick zusammen gefasst sind. Diese Brochüre steht auch als PDF-download zur Verfügung.

 

Das Ergebnis des Patientengesprächs und der Untersuchungen wird in einem ärztlichen Bericht am Tag nach dem Eingang aller Befunde schriftlich zusammengefasst.