Ritualdynamik und Salutogenese beim Gebrauch und Missbrauch von psychoaktiven Substanzen (RISA) - 10-Jahres-Längsschnittuntersuchung
Projektleitung:
Prof. Dr.med. Dipl.-Psych. Rolf Verres
Projektmitarbeiter:
Dr. sc. hum. Henrik Jungaberle
Beginn:
1. Juli 2002 (Projektträger: DFG SFB "Ritualdynamik"), fortlaufend
Kontakt:
Henrik_Jungaberle@med.uni-heidelberg.de
Teilstudie 1 (Laufzeit: 10 Jahre)
In einer auf 10 Jahre konzipierten, prospektiven Längsschnittstudie soll die Entstehung, die Dynamik und der entwicklungspsychologische Stellenwert von Ritualisierungen im Umgang mit legalen und illegalen psychoaktiven Substanzen bei Jugendlichen erforscht werden (Nikotin, Alkohol, Marihuana, Ecstasy, LSD, Kokain). Es geht darum, das Vorhandensein, die Funktionen und Veränderungen von Ritualisierungen beim Substanzkonsum festzustellen und auf längere Sicht deren Relevanz und Beeinflussbarkeit zu beurteilen. Für welche Jugendliche und unter welchen Umständen kann Drogenkonsum die Funktion eines Übergangsrituals erfüllen? Schutz- und Risikofaktoren auf der Grundlage des Salutogenesekonzepts sollen bestimmt werden, die auch einen Ausgangspunkt für neue Präventionsansätze im Rahmen des Harm-reduction-Modells bilden können. Des weiteren ist zu fragen, ob, bei wem und wie sich eine mit schamanischen Ritualtraditionen verwandte sakrale Dimension des Substanzkonsums in modernen Subkulturen manifestieren kann (Techno-Szene?).
Teilstudie 2 (Laufzeit 2,5 Jahre)
Der Ritualtransfer zwischen verschiedenen sozialen Subkulturen soll auch auf dem Weg einer parallel durchzuführenden Studie in einer von Mitgliedern der Schweizer Ärztegesellschaft für psycholytische Therapie (SÄPT) geleiteten Behandlung unter Einsatz psychoaktiver Substanzen untersucht werden. Hier interessieren auch etwaige Wechselwirkungen zwischen therapeutischen Subkulturen und dem Substanzkonsum Jugendlicher. – Die wichtigsten Aufgaben unseres Forschungsprojekts lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Beschreibung der beim Drogenkonsum jugendlicher Gruppen entwickelten Ritualisierungen.
- Bewertung der gesundheitsgefährdenden und risikoreichen bzw. protektiven und risikomindernden Ritualisierungen und deren Funktionen.
- Untersuchung der einschlägigen Ritualinventionen, ihrer Protagonisten, ihrer Erscheinungsformen und typologischen Gemeinsamkeiten.
- Analyse der kontextuellen Faktoren in Familie, Schule, Drogenberatung etc., welche den Substanzkonsum und dessen Ritualisierungen beeinflussen.
- Empirische Erfassung der entwicklungspsychologischen und biographischen Motive zum Konsum psychoaktiver Substanzen in mehrjähriger Perspektive.
- Vergleich zwischen den bereits ritualisierten Formen des Konsums legaler Psychoaktiva und dem Konsum illegaler Alltagsdrogen.
RISA-Studie
RISA-Projekt - SFB 619
Ritualdynamik - Abteilung für Medizinische Psychologie, Bergheimer Str. 20,
69115 Heidelberg
Das Projekt
RISA ist ein Forschungsprojekt, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Abteilung für Medizinische Psychologie an der Universität Heidelberg getragen wird. Seit Sommer 2002 führen wir als Teil des DFG-Sonderforschungsbereichs Ritualdynamik eine Langzeitstudie zum Gebrauch und Missbrauch psychoaktiver Substanzen durch. Wir interessieren uns für Rituale, kontrollierten Drogengebrauch und Informationen, die zur Verbesserung von Harm-Reduction-Ansätzen (d.h. Schadensbegrenzung oder Safer-Use) führen. RISA ist die Abkürzung von Ritualdynamik und Salutogenese.
RISA is a research project supported by the federal German Research Organisation (Deutsche Forschungsgemeinschaft, DFG) and the Department of Medical Psychology, Heidelberg University. Being part of a special research group, the Sonderforschungsbereich Ritualdynamik we are conducting a longitudinal study on the use and abuse of psychoactives. Our interest is directed on ritual, controlled use of drugs and information that helps to improve harm-reduction concepts. RISA is an acronym of ritualdynamics and salutogenesis.

