Autismus verstehen: Fakten statt Mythen

Von „Rain Man“ bis „Love on the Spectrum“ – Was Sie schon immer über Autismus wissen wollten!
Vortragsreihe "Medizin am Abend"
„Medizin am Abend" – eine Kooperation von Universitätsklinikum Heidelberg und Rhein-Neckar-Zeitung – findet live im großen Hörsaal der Kopfklinik, Im Neuenheimer Feld 400, 69120 Heidelberg, statt. Im nächsten Abendvortrag am 23. Juli spricht Prof. Dr. Luise Poustka, Ärztliche Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, über Autismus-Spektrum-Störungen und deren unterschiedliche Ausprägungen sowie moderne diagnostische und therapeutische Ansätze.
„Alle Autisten sind kleine Genies.“, „So viel Autismus gab es früher gar nicht!“ oder „Kommt das nicht vom Impfen?“ – rund um das Thema Autismus kursieren viele Mythen, Halbwahrheiten und hartnäckige Klischees. Dazu haben Filme wie „Rain Man“ beigetragen. Gleichzeitig ist der Begriff heute präsenter denn je: in Medien, sozialen Netzwerken, populären TV-Formaten wie der Netflix-Serie „Love on the Spectrum“ und nicht selten auch in Diskussionen über eine angebliche „Mode-Diagnose“. Doch was steckt wirklich dahinter?
Tatsächlich gehört Autismus zu den häufigsten neurologischen Entwicklungsstörungen: Etwa einer von 100 Menschen befindet sich laut Bundesministerium für Gesundheit im Autismus-Spektrum. Dabei kann sich Autismus sehr unterschiedlich zeigen. Manche Betroffene fallen bereits früh durch Besonderheiten in Kommunikation und Verhalten auf, andere erhalten die Diagnose erst im Jugend- oder Erwachsenenalter. Mädchen und Frauen sind seltener betroffen, zugleich wird Autismus bei ihnen häufig später erkannt.
In ihrem Vortrag erläutert Prof. Dr. Luise Poustka, Ärztliche Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, welche unterschiedlichen Ausprägungen die Entwicklungsstörung haben kann. Sie erklärt, wie Autismus heute diagnostiziert wird, warum die Zahl der Diagnosen zunimmt und was die Wissenschaft tatsächlich über mögliche Ursachen weiß. Dabei grenzt die Expertin gesicherte Erkenntnisse klar von verbreiteten Fehlannahmen ab, etwa von der Vorstellung, Impfungen oder Erziehungsfehler könnten Autismus auslösen.
Darüber hinaus erklärt Prof. Poustka, wie autistische Menschen die Welt wahrnehmen, welche individuellen Stärken sie mitbringen können und warum Begleiterkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen häufig auftreten.
Nicht zuletzt wirft der Vortrag einen Blick auf moderne Unterstützungs- und Behandlungsmöglichkeiten: Wie lassen sich soziale Kompetenzen fördern? Welche Hilfen erleichtern den Alltag? Und wie kann die Gesellschaft dazu beitragen, dass autistische Menschen ihre Potenziale entfalten können?
Damit richtet sich der Vortrag an alle, die mehr über Autismus erfahren möchten – jenseits von Klischees und vereinfachten Darstellungen aus Medien und Alltag.
Von „Rain Man“ bis „Love on the Spectrum“ – Was Sie schon immer über Autismus wissen wollten!
Donnerstag, 23. Juli, 19 Uhr bis ca. 20.15 Uhr, im Hörsaal der Kopfklinik, Im Neuenheimer Feld 400, 69120 Heidelberg
Prof. Dr. Luise Poustka, Ärztliche Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Heidelberg
Nach dem Vortrag besteht Gelegenheit zu Diskussion und weiterem Austausch. Für einen Imbiss ist gesorgt.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Aus Sicherheitsgründen kann nur eine bestimmte Personenanzahl in den Hörsaal gelassen werden – wir bitten hierfür um Verständnis.

Medizin am Abend
Die Welt der Medizin – allgemeinverständlich, fundiert, aktuell: Das ist „Medizin am Abend“, die erfolgreiche Vortragsreihe von Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) und Rhein-Neckar-Zeitung. Expertinnen und Experten aus Forschung und Klinik des UKHD und der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg (MFHD) informieren über häufige und seltene Krankheiten, berichten über Fortschritte in Diagnostik, Therapie und Prävention und bieten spannende Einblicke in die Forschung. Zehnmal jährlich live an einem Donnerstag im Hörsaal der Kopfklinik, Im Neuenheimer Feld 400, von 19 Uhr bis 20.15 Uhr und zum Nachhören im Medizin-am-Abend-Podcast oder auf unserer Medizin-am-Abend-Internetseite.
www.medizin-am-abend.de – Hier finden Sie eine Übersicht über alle Themen der mittlerweile mehr als 100 Folgen von Medizin am Abend sowie eine Vorschau auf zukünftige Vorträge. Ebenso finden Sie hier alle Podcasts und Videoaufzeichnungen von Medizin am Abend. Um auf dem Laufenden zu bleiben, bestellen Sie gern den Medizin-am-Abend-Newsletter unter presse@med.uni-heidelberg.de
Weitere Informationen im Internet
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Heidelberg