Universitätsklinikum Heidelberg

Anorexie: Psychosomatik des UK Heidelberg fordert ganzheitlichen Blick

Berlin/Heidelberg – Die Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik am Universitätsklinikum Heidelberg weist auf neue Erkenntnisse zur Magersucht hin: Anorexie ist nicht ausschließlich psychisch erklärbar, sondern beruht auf einem komplexen Zusammenspiel von körperlichen und psychischen Faktoren.

Beim Deutschen Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie betonte Klinikdirektor Prof. Hans-Christoph Friederich, dass bei Betroffenen die Hungerregulation gestört ist. Trotz gravierenden Energiemangels bleibt das Essverlangen aus, der Körper schaltet in einen riskanten Energiesparmodus. Zudem rückt das Mikrobiom in den Fokus der Forschung: Veränderungen der Darmbakterien könnten Stoffwechsel, Verhalten und Emotionen beeinflussen und so zur Aufrechterhaltung der Erkrankung beitragen.

Für die therapeutische Praxis bedeutet dies ein Umdenken: Die Psychosomatik des UK Heidelberg setzt auf ganzheitliche, individualisierte Behandlungskonzepte, die psychische, biochemische und metabolische Prozesse gleichermaßen berücksichtigen.