Medizin am Abend

22. Januar 2014

Professor Dr. Hans-Georg Kräusslich informiert bei „Medizin am Abend“ am 22. Januar 2014 über gefährliche Erreger und Strategien der Bekämpfung

 

Sie sind keine eigenständigen Lebewesen, mikroskopisch klein und können sich nur in Zellen vermehren. Dennoch sind einige äußerst gefährlich und stellen für Mensch und Tier eine ernsthafte Bedrohung dar. Jedes Jahr macht ein neuer Erreger Schlagzeilen.

 

Viren sind das Thema des ersten Vortrags von „Medizin am Abend“, der gemeinsamen Vortragsreihe von Universitätsklinikum Heidelberg und Rhein-Neckar-Zeitung, im neuen Jahr. Am 22. Januar 2014 um 19 Uhr trägt der weltweit renommierte Heidelberger Infektionsforscher Professor Dr. Hans-Georg Kräusslich, Ärztlicher Direktor des Departments Infektiologie am Universitätsklinikum Heidelberg, vor zu „Polio, Grippe, Masernviren : Alte Bekannte und neue Bedrohungen“. Die Veranstaltung findet im Hörsaal der Kopfklinik, Im Neuenheimer Feld 400, statt. Interessierte sind herzlich zum Vortrag und zum anschließenden Umtrunk eingeladen!

 

„Manche Viren wie das Polio-Virus, das die Kinderlähmung verursacht, waren bereits im alten Ägypten bekannt“, sagt Professor Kräusslich. Die Schluckimpfungs-Kampagnen seit den 1960-er Jahren haben Europa 2002 zur poliofreien Zone gemacht, doch das große Ziel der Weltgesundheitsorganisation, die weltweite Ausrottung, konnte bislang nicht erreicht werden. Im Gegenteil: Nachlassende Impfhäufigkeit und mangelhafte Hygiene haben in Krisengebieten wie jüngst in Syrien die Erkrankung wieder aufflackern lassen.

 

Viren verwandeln sich und finden neue Verbreitungswege

„Bei der Bekämpfung dieser und anderer Infektionserkrankungen stehen wir vor immer neuen Herausforderungen“, sagt Professor Kräusslich. Einerseits sind Viren wie der Grippe-Erreger extrem wandlungsfähig und entwickeln ständig neues gefährliches Potential, so dass jährlich neue Impfstoffe entwickelt werden müssen. Andererseits bahnen vermehrte Reisetätigkeit und Klimaveränderungen Viren neue Verbreitungswege. Eine besondere Rolle spielen auch enge Kontakte von Mensch und Tier.

 

Dazu kommt eine schleichende Impfmüdigkeit, die nicht nur den eigenen Schutz vernachlässigt, sondern auch die Infektionsraten im unmittelbaren Umfeld nach oben treibt und für geschwächte Personen zum Verhängnis werden kann. Ein gutes Beispiel für vermeidbare, potentiell tödliche Infektionen, die in Deutschland immer wieder ausbrechen, sind die Masern.

 

Wie kann sich der Einzelne, wie die Gesellschaft gegen alte und neue Viren schützen? Grundlagenwissenschaft und die klinische Forschung müssen vorangetrieben, Impfstoffe und Arzneimittel entwickelt werden. „Entscheidend ist aber, dass wir alle die Möglichkeiten einer effektiven Impfung ausschöpfen, wo diese zur Verfügung steht, und so die Verbreitung von Infektionen verhindern“, so Professor Kräusslich. In seinem Vortrag wird es deshalb auch um die Chancen und möglichen Risiken von Impfungen gehen – sowie um die Risiken der Impfmüdigkeit.



Impressionen

 
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Termin

Mittwoch, 22. Januar
19 Uhr, Hörsaal Kopfklinik,
Eintritt und Parken frei.

Referent

Prof. Dr.

Hans-Georg Kräusslich

Department für Infektiologie und Virologie am Universitätsklinikum Heidelberg

Im Neuenheimer Feld 324

69120 Heidelberg
Tel: 06221-56-5001

Fax: 06221-56-5003
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