Kinder- und Jugendpsychiatrie
Zentrum für Psychosoziale Medizin


ASS - Ambulanz für Schulstress und Schulabsentismus

Leitung

PD Dr. med. Michael Kaess

 

Kontakt

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Blumenstraße 8

69115 Heidelberg

 

Allgemein- und Ambulanzsekretariat

Tel.: 06221 / 56-6914 bzw. -6915, Mo-Do von 9-13 und 14-17 Uhr, Fr von 9-13 und 14-15:30 Uhr.

Außerhalb dieser Zeiten wenden Sie sich bitte an die Pforte (56-4466). 

Unser Dienstarzt steht 24 Std. zur Verfügung.

Fax: 06221 / 56-6941

 

Ausgangslage/Problembeschreibung

Schulabsentismus bezeichnet das wiederholte Fernbleiben vom Unterricht ohne Aussagen zu Informiertheit der Eltern und zugrundeliegender Motivation des Schülers zu treffen. Somit schließt der Begriff sowohl entschuldigte als auch unentschuldigte Fehlzeiten und somit sowohl eine emotional bedingte Schulverweigerung  als auch Schulschwänzen ein.

In der Behandlung von Schulabsentisten wird man regelmäßig mit 2 Problemfeldern konfrontiert:

Zum einen hat die Entstehung von Schulabsentismus meist verschiedene und komplexe Ursachen. Die Problematik entsteht je nach Patient mit unterschiedlich gewichteten Faktoren im Zusammenspiel der Systeme „Patient“, „Schule und „Familie“ Dies bedeutet, dass ein geeignetes Therapieprogramm die individuelle Situation des einzelnen Patienten und die verschiedenen Systeme berücksichtigen sollte.

Zum anderen handelt es sich bei dem Patientenklientel häufig nicht nur um Schul- sondern auch um allgemeine und somit auch Therapievermeider. Dies hat zur Folge, dass die Patienten oft wochen- und monatelang auf Wartelisten für Therapieplätze stehen, um dann wenn das Aufnahmeangebot erfolgt abzuspringen. Dieses Prinzip trägt zu einer Aufrechterhaltung und Chronifizierung der Symptomatik bei. 

 

Lösungsansatz

Die Idee unserer Ambulanz für Schulabsentismus und Schulstress (ASS) in Heidelberg ist es, in einem maximal 14-wöchigen ambulanten Angebot die Bausteine Diagnostik,  Beratung, Einzelpsychotherapie, Gruppentherapie und Schule zu kombinieren (s. Ablaufplanunten). Durch ein kurzfristiges ambulantes Behandlungsangebote soll einer Chronifizierung entgegen gewirkt und die Anzahl von teilstationären und stationären Behandlungen reduziert werden. Therapievermeider sollen frühzeitig erkannt und geeigneten Hilfen (z.B. stationären Therapien, bei entsprechender Entwicklungsgefährdung ggf. auch auf der Basis eines richterlichen Beschlusses gegen den Willen der Patienten) zugeführt werden.

Durch den Einbezug der Klinikschule ergibt sich die Möglichkeit, die Patienten außerhalb ihrer Heimatschule wieder an die Schule heranzuführen und schulorganisatorisch zu beraten (Schulwechsel, Klassenwiederholung…).

Durch Nachuntersuchungen 6 und 12 Monate nach Behandlungsabschluss soll eine Verlaufskontrolle erfolgen.

 

Zielgruppe

Schüler der weiterführenden Schulen (ab der 5. Klasse) aus dem Einzugsbereich unserer Klinik mit im Vordergrund stehenden relevanten Schulfehlzeiten und assoziierten Problemen (emot. Befinden, Mobbing, Schulleistung, Probleme mit und für das Umfeld).

 

Therapieangebot

Einzelpsychotherapie

In der Einzeltherapie sollen ein individuelles Störungskonzept sowie eine individuelle Zieldefinition erarbeitet werden. Je nach Problemkonstellation des Patienten kann es beispielsweise darum gehen

  • Umschriebene Ängste durch Exposition zu reduzieren
  • Vermeidungsverhalten durch Kontingenzmanagement zu reduzieren
  • Dysfunktionale Grundannahmen durch kognitive Umstrukturierung zu verändern
  • Depressiven Symptomen (z.B. durch Aktivierung oder Normalisierung des Schlafrhythmus) zu begegnen

Im Anschluss an diese individuellen Inhalte sollen die weitere Psychotherapie geplant und eine Rückfallprophylaxe erarbeitet werden.

 

Gruppentherapie

Es werden 6 Gruppentherapieeinheiten unter anderem zu den Themen „Stressdefinition und Coping“, „Stress in Gruppen“,  „Konflikte und Vermeidungsverhalten“, „Zukunftsangst und Prüfungsangst“ durchgeführt.

Das Programm ist moduliert für Open Classroom. Das heißt die Einheiten können rotierend unterrichtet werden und es ist gleichgültig an welchem Punkt im Zyklus ein Patient beginnt das Programm mitzumachen.

 

Ablaufplan
BehandlungswocheInhaltSchule
1Diagnostik IAußenschule oder keine Schule
2Diagnostik IIAußenschule oder keine Schule
3Befundbesprechung + PlanungKlinikschule oder Außenschule
4

Therapie:

1 Einzelstunde/Woche

1 Gruppenstunde/Woche

Klinikschule oder Außenschule
5

Therapie:

1 Einzelstunde/Woche

1 Gruppenstunde/Woche

Klinikschule oder Außenschule
6

Therapie:

1 Einzelstunde/Woche

1 Gruppenstunde/Woche

Klinikschule oder Außenschule
7

Therapie:

1 Einzelstunde/Woche

1 Gruppenstunde/Woche

Klinikschule oder Außenschule
8ZwischengesprächKlinikschule oder Außenschule
9

Therapie:

1 Einzelstunde/Woche

1 Gruppenstunde/Woche

Klinikschule oder Außenschule
10

Therapie:

1 Einzelstunde/Woche

1 Gruppenstunde/Woche

Klinikschule oder Außenschule
11

Therapie:

1 Einzelstunde/Woche

Klinikschule oder Außenschule
12

Therapie:

1 Einzelstunde/Woche

Außenschule
13

Therapie:

1 Einzelstunde/Woche

Außenschule
14Abschlussgespräch/AbschlussdiagnostikAußenschule
6 Monate nach Abschluss1. NachuntersuchungAußenschule
12 Monate nach Abschluss2. NachuntersuchungAußenschule

 

 

 

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