Institut für Psychosoziale Prävention
ZPM

Beratung bei Pränataldiagnostik - Modellprojekt in Baden-Württemberg

(Prof. Dr. phil. A. Riehl-Emde, Dipl.-Psych. V. Sieler, Dipl.-Soz.-Päd. A. Bruder, Dr. Dipl-Psych. C. Pauli-Magnus, S. Engelken-Juki)

Abstract: Es war das Ziel dieses Modellprojekts, die frühzeitige Schwangereninformation vor Beginn pränataldiagnostischer Untersuchungen sowie die interprofessionelle Kooperation im Kontext von Pränataldiagnostik zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden an acht Modellstandorten in Baden-Württemberg die bereits bestehende Beratungstätigkeit intensiviert und die Kooperation zwischen ärztlichen und psychosozialen Berufsgruppen ausgebaut. Das Institut für psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie der Universität Heidelberg (Projektleiterin: Prof. Dr. Astrid Riehl-Emde) hatte die Begleitforschung übernommen. Die an den Modellstandorten durchgeführten Maßnahmen wurden kontinuierlich evaluiert, ihr Erfolg wurde mittels prä-/post-Messung erhoben. 

Je vier Standorte widmeten sich schwerpunktmäßig einem Anliegen:

  • Anliegen 1: Kooperation bei frühzeitiger Schwangereninformation (vor PND)
  • Anliegen 2: Kooperation bei Beratung (während/nach PND)

Informationen über Folgeaktivitäten finden Sie auf der Homepage: http://www.pnd-beratung.de/

 

Förderung: Ministerium für Arbeit und Soziales, Stuttgart (Laufzeit: 2008 bis 2009)  

Kooperation: OA Dr. med. Michael Elsässer, Dr. med. Stephan Bosselmann, Abteilung für Allgemeine Gyäkologie und Geburtshilfe (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr.med. Christof Sohn).

 

Publikationen:

Pauli-Magnus, C., Bruder, A., Sieler, V., Engelken-Juki, S. & A. Riehl-Emde (2011). Interprofessionelle Vernetzung im Kontext von Pränataldiagnostik. Eine qualitative Studie über Erfahrungen von Beraterinnen im Rahmen eines Modellprojektes.  Familiendynamik 36(1), S. 32-42.
Pauli-Magnus, C., Bruder, A., Sieler, V., Engelken-Juki, S. & A. Riehl-Emde (2011). Verbesserung der psychosozialen Beratung im Kontext von Pränataldiagnostik. In: Dietz, S., Schlehofer, B., Siedentopf, F., Sohn, C., Herzog, W. & M. Rauchfuß (Hrsg.). Nichts ist unmöglich!? Frauenheilkunde in Grenzbereichen. Frankfurt, Mabuse-Verlag. S. 211-214. ISBN 978-3-940529-92-3

 

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Das Baby verstehen

(Prof. Dr. med. M. Cierpka, Dipl.-Psych. H. Köhler, Dipl.-Psych. B. Frey, Dipl.-Psych. K. Scholtes)

 

Abstract: Der Elternkurs „Das Baby verstehen“ behandelt die ganz alltägliche Kommunikation zwischen dem Baby und seinen Eltern. Das „Lesen“ des Babys steht im Mittelpunkt der meisten Kursstunden. Dabei wird zum Teil mit Live-Videoaufnahmen gearbeitet. Durch spielerische Übungen werden darüber hinaus das persönliche Wohlergehen und die Paarbeziehung der Eltern zum Thema gemacht.

In den Jahren 2003 und 2004 wurde der Elternkurs "Das Baby verstehen" erarbeitet und im Jahr 2005 erprobt. Eine flächendeckende Implementierung in einem gesamten Landkreis mit begleitender Evaluation erfolgt im Laufe diesen Jahres im Landkreis Bergstraße. Dabei geht es um die Erfassung der Stärken und Schwächen der Expertenschulung als auch der Elternseminare, die von den geschulten Experten (z. B. Hebammen) angeboten werden.

 

Förderung: Karl-Kübel-Stiftung (2003 bis 2006) (www.focus-familie.de)

 

Kooperation: Landkreis Bergstraße, Focus Familie gGmbH

 

 

 

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Das Erleben von dysfunktionellem Beziehungsverhalten als Wirkfaktor stationärer Psychotherapie (1)

(Prof. Dr. med. M. Cierpka, Dr. med. E. Hillenbrand, Dipl.-Psych. M. Stasch,

Dipl.-Psych. A. Kraul)

 

Abstract: Es wurde untersucht, inwieweit sich das Erleben und Verhalten des Patienten in Beziehungen außerhalb der Psychotherapie in den interpersonellen Beziehungen während der stationären Therapie reinszeniert. Dazu wurde die Übereinstimmung des zu Beginn der Behandlung in erzählten Beziehungsepisoden des Patienten erlebten Beziehungsverhaltens mit dem nach drei Wochen stationärer Psychotherapie vom Stationsteam diagnostizierten Erleben und Verhalten des Patienten in Beziehungen im Kontext der Psychotherapiestation bestimmt. Alle durchgeführten Ähnlichkeitsvergleiche führten zu deutlich signifikanten Kappa-Konkordanzen; d.h. Interviewer und Team waren sich in ihren OPD-Einschätzungen überzufällig ähnlich. Bezogen auf die zugrundeliegende Hauptfragestellung lässt sich somit feststellen, dass die im sog. Beziehungsepisoden-Interview erzählten interpersonellen Beziehungsgestaltungen aus der Vergangenheit des Patienten weitgehend mit dem vom Stationsteam wahrgenommenen Verhalten des Patienten übereinstimmen und man insofern von einer Reinszenierung von Beziehungsgestaltungen sprechen kann.

 

Förderung: DFG (1997-1999)

 

Kooperation: Parkland-Klinik, Bad Wildungen

 

  

Das Erleben von dysfunktionellem Beziehungsverhalten als Wirkfaktor stationärer Psychotherapie (2)

(Prof. Dr. med. M. Cierpka, Dr. med. E. Hillenbrand, Dipl.-Psych. M. Stasch,

Dipl.-Psych. H. Schmal)

 

Abstract: Die Studie untersuchte das Konzept psychodynamischer Therapie im stationären Kontext unter besonderer Berücksichtigung des Erlebens und Verhaltens in interpersonellen Beziehungen. Unter dem Paradigma der vergleichenden Evaluation wurde überprüft, ob diese spezielle, systematisch am Beziehungserleben und Beziehungsverhalten orientierte Behandlung dem „Routine“-Vorgehen stationärer Psychotherapie überlegen ist.

Die Befunde zur differentiellen Wirksamkeit der beiden Behandlungsformen legen nahe, dass das Tuning-Treatment dem Routine-Vorgehen stationärer Psychotherapie in der Veränderung des interpersonellen Funktionsniveaus (GARF) deutlich überlegen ist. Aus einer klinisch-anwendungsbezogenen Perspektive lässt sich festhalten, dass das therapeutische Tuning auf OPD-Basis sehr gut umsetzbar und therapeutisch sinnvoll bewertet wurde. Das zunehmende Kompetenzerleben der Therapeuten im Umgang mit dem Fokuskonzept steht in einem systematischen Zusammenhang zu den unabhängig eingeschätzten Umstrukturierungsprozessen im interpersonellen Bereich.

 

Förderung: DFG (2002-2005)

 

Kooperation: Parkland-Klinik, Bad Wildungen

 

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Die Veränderung erlebten Beziehungsverhaltens essgestörter Patientinnen nach stationärer Psychotherapie

(Prof. Dr. med. M. Cierpka, Prof. Dr. med. W. Herzog, Dipl.-Psych. M. Stasch, Dipl.-Psych. U. Grünberger-Dupont)

 

Abstract: In der Studie wurde untersucht, inwieweit sich das erlebte Beziehungsverhalten essgestörter Patientinnen nach stationärer Psychotherapie verändert und welche Stabilität eine solche Veränderung zum Follow-Up nach 6 Monaten aufweist. Untersucht wurde eine konsekutive Stichprobe von Patientinnen, die während der Projektlaufzeit auf die Psychotherapiestation „von Weizsäcker” der Medizinischen Klinik aufgenommen wurden und die diagnostischen Kriterien einer Essstörung erfüllten.

Das zugrundeliegende Konzept stationärer Psychotherapie erzielt deutliche Veränderungen im Bereich interpersoneller Probleme. Unabhängig von der individuellen Störungsdynamik kommt es über die Subgruppen hinweg zu einer Verbesserung selbstregulatorischer Fähigkeiten, die sich in einer Erhöhung autononomiebezogener Beziehungserfahrungen darstellt. Es kommt zu einer Etablierung von aktiven Bewältigungsstrategien, allerdings zu keiner systematischen Erhöhung der interpersonellen Flexibilität.

 

Förderung: Medizinische Fakultät Heidelberg (1999-2001)

 

Kooperation: Abteilung Innere Medizin II, Universitätsklinikum Heidelberg

 

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Entwicklung einer CD zur Fortbildung für Pädiater: Regulationsstörungen in der frühen Kindheit

(Prof. Dr. med. M. Cierpka, Prof. Dr. M. Papoušek, Dipl.-Psych. S. Rothenburg,

Dr. N. von Hofacker)

 

Abstract: Theorie und Behandlung von Regulationsstörungen in der frühen Kindheit werden mit Hilfe von Text, Schaubildern und Video-Clips auf einer CD dargestellt. Der Pädiater kann die einzelnen Störungsbilder (Exzessives persistierendes Schreien, Schlaf- und Fütterstörungen, störungsübergreifende Probleme) lernen und anschließend Prüfungsfragen beantworten. Bei ausreichend richtigen Antworten erhält der Arzt Fortbildungspunkte.

 

Förderung: Stiftung Kindergesundheit, München (2003-2005)

 

Kooperation: Kinderzentrum München, Prof. Dr. M. Papoušek.


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Faustlos für den Kindergarten

(Prof. Dr. med. M. Cierpka, Dr. phil. A. Schick, Dipl.-Psych. I. Ott, M.A. G. Egloff)

 

Abstract: Das Gewaltpräventionsprogramm Faustlos setzt gezielt an der Förderung der Empathiefähigkeit, der Impulskontrolle und des konstruktiven Umgangs mit Ärger und Wut an und basiert auf dem US-amerikanischen Programm Second Step. In einem mehrstufigen Prozess wurden die Originalmaterialien übersetzt, adaptiert, überarbeitet, einem Praxistest unterzogen und abschließend an einer Stichprobe von 14 Kindergärten im Kontrollgruppendesign (Prä-Post) evaluiert (Schick & Cierpka, 2004). Die Ergebnisse belegen, dass Faustlos deutliche Verbesserungen der sozial-kognitiven Gewaltpräventionskompetenzen der Kinder bewirkt und zu einer signifikanten Reduktion verbaler Aggressionen führt.

 

Förderung: Sozialministerium Baden-Württemberg (Juli 2001 bis Dezember 2001),

Landesstiftung Baden-Württemberg (2003 bis 2004)

 

Kooperationspartner: Universität Innsbruck

 

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Faustlos für die Grundschule

(Prof. Dr. med. M. Cierpka, Dr. phil. A. Schick, Dipl.-Psych. I. Ott)

 

Abstract: Das Gewaltpräventionsprogramm Faustlos fördert die sozial-emotionalen Kompetenzen von Kindern und basiert auf dem in den USA weit verbreiteten und sehr effektiven Curriculum Second Step. Aufbauend auf den Vorarbeiten eines Teams in Göttingen wurden die bereits übersetzten Materialien überarbeitet und adaptiert. Anschließend wurde das Programm an einer Stichprobe von 44 Schulklassen im Kontrollgruppendesign (Prä-Post) evaluiert (vgl. Schick & Cierpka, 2003; 2005). Die Ergebnisse zeigen, dass mit Faustlos vor allem auf der emotionalen Ebene positive Entwicklungen der Kinder angestoßen werden können.

 

Förderung: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (1998 bis 2001)

 

Kooperationspartner: Pädagogische Hochschule Heidelberg

 

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Faustlos für die Sekundarstufe

(Prof. Dr. med. M. Cierpka, Dr. phil. A. Schick)

 

Abstract: Aufbauend auf den Vorarbeiten zu den Faustlos-Versionen für Kindergärten und Grundschulen (www.faustlos.de) soll nun eine Version des Gewaltpräventions-Curriculums für die Sekundarstufe entwickelt werden. Das Programm dient der gezielten Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen von Jugendlichen (und Kindern). In einem ersten Schritt werden die Originalmaterialien übersetzt und adaptiert. Parallel hierzu werden Lehrvideos erstellt, die in einigen Lektionen als Anschauungsmaterial und Übungsgrundlage verwendet werden. In einer Pilotstudie wird das Unterrichtsmaterial anschließend einem Praxistest unterzogen und abschließend (gegebenenfalls) überarbeitet.

 

Förderung: Stiftung „Bündnis für Kinder - gegen Gewalt“ (2005 bis 2007)

 

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Entwicklung von Beratungskriterien zur Beratung Schwangerer bei zu erwartender Behinderung des Kindes

(Prof. Dr. med. M. Cierpka, Dipl.-Psych. S. Krannich, Dr. D. Weimer,

Dipl.-Psych. S. Loetz, Dipl.- Psych. A. Dewald)

 

Abstract: Schwangerschaftsberatungsstellen haben vom Gesetzgeber unter anderem die Aufgabe erhalten, werdende Eltern in bezug auf Pränataldiagnostik zu beraten. Im Rahmen des Modellprojekts wurden drei zentrale Aufgabenbereiche bearbeitet.

Weiterentwicklung der Beratungskriterien: Es wurde untersucht, in welcher Form verschiedene Beratungsanlässe (vor, während und nach Pränataldiagnostik) ein unterschiedliches beraterisches Handeln bedingen.

Verbesserung der Strukturqualität und der Kooperation sowie Vernetzung der Angebote vor Ort: Eine Schwangerschaft zieht heutzutage oft die Beteiligung verschiedener Berufsgruppen nach sich. Im Modellprojekt wurde vor Ort eine Bestandsaufnahme aller Institutionen durchgeführt, um dann nach umsetzbaren Wegen und Modellen für eine verbesserte Zusammenarbeit zu suchen.

Zur Verbesserung der Struktur- und Prozessqualität wurde ein Fortbildungskonzept zum Thema Pränataldiagnostik und Behinderung für die Mitarbeiterinnen von Schwangerschaftsberatungsstellen erarbeitet.

 

Förderung: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (1998 bis 2001)

 

Kooperation: Sozialdienst katholischer Frauen e.V. in Dülmen, Caritasverband Recklinghausen e.V., Diakonisches Werk Löbau e.V. und Evangelische Konferenz für Familien- und Lebensberatung e.V., Fachverband für psychologische Beratung und Supervision (EKFuL) Berlin in Zusammenarbeit mit der evangelischen Beratungsstelle Berlin-Mitte


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Interprofessionelle Qualitätszirkel in der Pränataldiagnostik

(PD Dr. phil. A. Riehl-Emde, Prof. Dr. med. M. Cierpka, Dipl.-Psych. R. Kuhn, Dipl.-Psych. A. Dewald, Dipl.-Soz.-Päd. A. Bruder)

 

Abstract: Die Fortschritte in der Humangenetik und die immer differenzierteren Testverfahren in der Pränataldiagnostik gehen mit neuen Konflikten für schwangere Frauen und ihre Partner einher. Ihnen werden in einer Schwangerschaft folgenreiche Entscheidungen abverlangt: nicht nur für oder gegen pränataldiagnostische Maßnahmen, sondern bei auffälligen pränataldiagnostischen Befunden auch für oder gegen das Austragen des Kindes. Die Betroffenen haben ein Recht auf professionelle Unterstützung in derartigen Entscheidungsprozessen.

Das Ziel des von der BZgA finanzierten Modellprojekts besteht darin, die Beratung zur Pränataldiagnostik zu verbessern, insbesondere die Kooperation der in diesem Bereich tätigen Ärzte/Ärztinnen und psychosozialen Berater/Beraterinnen. In diesem Projekt wird modellhaft erprobt, inwieweit interprofessionelle Qualitätszirkel ein geeignetes Instrument sind, die Struktur- und Prozessqualität in diesem Feld zu fördern.

 

Förderung: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln (2002 bis 2008)

 

Kooperation: Dr. Ottomar Bahrs, Georg-August-Universität Göttingen, Abteilung Medizinische Psychologie


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Expertise zum Stand der Prävention und Intervention in der frühen Kindheit in Deutschland

(Prof. Dr. med. M. Cierpka, Dipl.-Psych. M. Stasch, Dipl.-Psych. S. Groß)

 

Abstract: Ziele der Expertise sind die Erfassung der Versorgungslage und die Einschätzung der Versorgungsqualität in der Frühintervention und Prävention in Deutschland. Mit Hilfe eines für diesen Zweck entwickelten Fragebogens werden alle Institutionen und Niedergelassenen im Bereich der Beratung bzw. Behandlung von Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern deutschlandweit angeschrieben, die individuelle Behandlungsmöglichkeiten für die Früherkennung und Vermeidung von Störungen der Verhaltensregulation und Störungen der Eltern-Kind-Beziehung anbieten. Häufige Problembereiche sind dabei Schreien, Schlafen, Füttern, Trotzen, ängstliches Verhalten und Unruhe beim Kind und Unsicherheit, Überforderung und psychische Erkrankungen der Eltern.

 

Förderung: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln (2005 bis 2006)


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