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Akutes Skrotum

Akute Schwellung und/oder Schmerzen im Hodensack

Plötzlich eintretende, heftige Schmerzen im Bereich des Hodens, die häufig bis in die Leiste ausstrahlen, werden als "Akutes Skrotum" bezeichnet. Gegebenenfalls kann zusätzlich auch eine Schwellung und / oder eine Rötung auftreten.

 


Was tun?
Eine sofortige Vorstellung beim Urologen ist dringend erforderlich. Er kann meistens bereits durch die Krankengeschichte (Anamnese", die körperliche Untersuchung, die Urinanalyse und den Ultraschall zuverlässig zwischen den häufigsten Diagnosen entscheiden. Bei manchen Diagnosen, insbesondere der Hodentorsion, muß sofort gehandelt werden. Ansonsten kann es zu einem Verlust des Hodens kommen.



Mögliche Ursachen sind u.a. ...
...die Verdrehung des Hodens um den Gefäßstiel (Hodentorsion), die Nebenhodenentzündung (Epididymitis), der Hodentumor, die Verletzung durch äußere Einflüße (Hodentrauma) und die sog. Hydatidentorsion.

 


Bei einer Hodentorsion

  • wird die Blutzirkulation von Hoden und Nebenhoden akut unterbrochen. Bereits nach etwa 6-8 Stunden treten irreversible Schäden auf! Für Neugeborene oder Säuglinge ist dieser Zeitraum noch deutlich kürzer!!
  • Die Ursache kann das Fehlen eines Bändchens sein, das den Hoden im Hodensack fixiert. Entsprechend kann schon eine "falsche" Bewegung z.B. beim Krabbeln oder beim Fahradfahren zu einer Verdrehung des Hodens um seinen Gefäßstiel reichen. Häufig tritt dieses Problem im Säuglings- oder Kindesalter auf. Es kann jedoch auch bei Jugendlichen und Erwachsenen vorkommen.
  • Der erfahrene Urologe kann als vorübergehende Therapie in manchen Fällen den Hoden wieder in seine normale Position zurück drehen. In jedem Fall ist so schnell wie möglich im Rahmen einer wenige Minuten dauernden Operation der Hoden durch einen kleinen Schnitt am Hodensack freizulegen, in seine Normalposition zu bringen und dort zu fixieren.Entsprechend dem Urteil des Operateurs wird meist auch der andere, nicht betroffene Hoden, vorsichtshalber in seiner normalen Position fixiert.

 


Eine Entzündung des Nebenhodens (Epididymitis)
entsteht meist durch ein Aufsteigen einer Blasen- oder Prostataentzündung (auch: nach transurethraler Prostataresektion oder Durchtrennung der Samenleiter) über den Samenstrang und kann einseitig oder beidseitig auftreten. Begünstigt werden kann eine Epididymitis durch Begleiterkrankungen wie neurogene Blasenfunktionsstörungen, Prostatavergrößerung und Harnröhrenenge. Auch eine Tuberkulose kann zu einer entzündlichen Beteiligung des Nebenhodens führen. (Insbesondere bei Risikopatienten, z.B. Diabetiker, immunsupprimierte Patienten, kann eine verschleppte Nebenhodenentzündung als sog. Fournier'sche Gangrän zu einem lebensbedrohlichen Krankheitsbild im Sinne einer sich im Unterhautfettgewebe rasant ausbreitenden Entzündung führen).


An Symptomen findet man zunehmende Schmerzen, Rötung, Übererwärmung und Schwellung im Hodensack. Gelegentlich in Kombination mit Fieber und Schmerzen beim Wasserlassen.


Die urologische Basistherapie besteht in der Regel aus lokalen Maßnahmen (kühlen, hochlagern) und der Gabe von Medikamenten gegen Entzündung (Antiphlogistika, Antibiotika), Schwellung (Antiphlogistika) und Schmerz (Analgetika). Meist ist auch die vorübergehende Ableitung des Urins über einen Katheter sinnvoll.


Ein Hodentumor
kann gelegentlich auch zu einem urologischen Notfall werden. Insbesondere dann, wenn Tumorabsiedlungen im hinteren Bauchraum, in der Lunge oder im Gehirn zu einer akuten Verschlechterung des Allgemeinzustands führen. Auch in diesen fortgeschrittenen Stadien gibt es noch gute Therapieoptionen. Dennoch ist die Behandlung eines Hodentumors im Anfangsstadium wesentlich weniger belastend und deutlich erfolgreicher. Deswegen sollte bei den ersten Anzeichen eines Hodentumors der Urologe aufgesucht werden. Häufige Symptome sind: schmerzlose Schwellung und / oder Verhärtung, Ziehen in der Leiste und ein Schweregefühl im Hodensack. Nicht selten wird ein Hodentumor primär auch von der Partnerin entdeckt.


Hodenverletzungen (Hodentrauma)

  • können zu einer Zerreißung der Hodenhüllen mit massivsten Blutergüßen führen. In aller Regel ist eine operative Versorgung unumgänglich um noch unangenehmere Folgen zu vermeiden.