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Allgemeine Psychiatrie
Zentrum für Psychosoziale Medizin


Angst- und Zwangserkrankungen

 

Agoraphobie, Generalisierte Angststörung oder Soziale Phobie sind neben den Depressionen die häufigsten psychischen Erkrankungen. Zentrales Merkmal sind Ängste, die sehr unterschiedliche Ausprägungen zeigen können und oft die Lebensqualität und schließlich den Alltag erheblich beeinträchtigen. Auch Zwangsstörungen sind mit 1-2 % Betroffener in der Allgemeinbevölkerung nicht selten. Der Erkrankungsbeginn liegt in der Regel entweder in der Kindheit oder im jungen Erwachsenenalter. Die Patienten erleben quälende aufdringliche Gedanken und fühlen sich zu unsinnigen Verhaltensweisen wie exzessivem Waschen, Putzen, Zählen, Wiederholen und Kontrollieren gedrängt. Da die Zwangsstörung meist von den Betroffenen lange Zeit verheimlicht und gesellschaftlich tabuisiert wird, erfolgt eine Behandlung oft erst nach vielen Jahren der Chronifizierung.

Nach individueller Problem- und Zielanalyse sowie Stimmungsstabilisierung im Falle einer begleitenden Depression steht das Expositionstraining mit Reaktionsmanagement als Kernelement der Verhaltenstherapie im Mittelpunkt eines integrativen Behandlungsansatzes. Bei dem Expositionstraining werden anfangs in Begleitung des Therapeuten Zwang oder Angst auslösende Situationen gezielt aufgesucht und neue Bewältigungsstrategien eingeübt. Die Reizkonfrontationsbehandlung wird auch in der Gruppe durchgeführt. Die Patienten haben so die Gelegenheit, im Austausch mit anderen Betroffenen neue Erfahrungen zu sammeln und alte Verhaltensmuster zu überwinden.

Die erreichten Therapieziele werden auf die häusliche Situation übertragen und in Belastungstrainings erprobt. Auch hier kann noch einmal Unterstützung durch den Therapeuten nötig werden. Wiedererlangte Freiräume können immer mehr genutzt und neue Lebensperspektiven erarbeitet werden. Eine geeignete Pharmakotherapie kann die Psychotherapie sehr unterstützen.

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