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Behandlung chronischer Wunden

Liebe Patientinnen und Patienten,

 

ca. 1% der Bevölkerung und 5% der über 80-Jährigen leiden an einer chronischen Wunde oder „einem offenen Bein“. Derart schlecht heilende Wunden stellen zumeist ein großes Problem für den Betroffenen dar. Neben den Einschränkungen in allen Belangen des täglichen Lebens mindern oft auch erhebliche Schmerzen sowie ein immenser Aufwand für Verbandwechsel und Arztbesuche die Lebensqualität erheblich.

 

Hierfür können wir Ihnen in unserer Hautklinik ein ausgereiftes und interdisziplinäres Konzept von der Diagnostik bis zur Behandlung Ihrer Problemwunden anbieten. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen (Haus- und Hautärzten) sowie mit anderen Fachdisziplinen unserer Universitätsklinik.

 

Die Betreuung erfolgt durch ein Team bestehend aus zertifizierten Wundmanagern, Hautärzten, Phlebologen und Operateuren unseres Hauses. Da bei chronischen Wunden oft ein kompliziertes Zusammenspiel von Einzelfaktoren ursächlich ist, erstellen wir für jeden Patienten ein individuell maßgeschneidertes Therapieprogramm.

 

 

Patienteninformation

Bei einem überwiegenden Anteil von Wundheilungsstörungen liegt eine Grunderkrankung vor. Darum trägt die Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung entscheidend zur Abheilung der chronischen Wunden bei. Im Folgenden geben wir Ihnen eine Übersicht über die Ursachen (I) von chronischen Wunden sowie deren Abklärung (II) und Behandlungsmöglichkeiten (III).

 

Ursachen und Klassifikation chronischer Wunden (I):

 

  • Venöses Ulcus cruris
  • Arterielles Ulcus cruris
  • Gemischtes Ulcus cruris
  • Wunden bei Diabetes („Malum perforans“)
  • Traumatische (verletzungsbedingte) Wunden
  • Wunden bei Vaskulitis (Gefäßentzündung)
  • Dekubitus („Druckgeschwür, Liegegeschwür“)

 

 

Bei der Ursachenforschung und zur Behandlung der chronischen Wunden arbeiten wir sehr eng mit anderen Fachdisziplinen (Innere Medizin wie Angiologie, Diabetologie und Rheumatologie, Radiologie und Gefäßchirurgie) zusammen.

 

Diagnostische Verfahren (II):

 

  • Qualifizierte (ggf. interdisziplinäre) Abklärung von Venenleiden und Durchblutungsstörungen sowie Gefäßdiagnostik (u.a. mittels Ultraschalldiagnostik wie Doppler- und Duplexsonographie)
  • Abstrichuntersuchungen (Bakterien und ggf. Pilze)

  • Probenentnahme (Biopsie) nach lokaler Betäubung zur feingeweblichen Untersuchung (Histologie)

  • Ggf. allergologische Testungen (u.a. Epikutantest)

  • Ggf. Röntgenbildanfertigung

 

Anhand der erhobenen diagnostischen Befunde werden wir die Behandlungsmöglichkeiten mit Ihnen ausführlich besprechen.

 

Therapien und Interventionen (III):

  • Entstauende Maßnahmen und Kompressionstherapie (z.B. Lymphdrainage, apparative intermittierende Kompression (AIK), Kompressionsverbände, Ulcusstrümpfe)
  • Behandlung mit modernsten Wundauflagen
  • Vakuumtherapie („VAC-Therapie“)
  • Wundreinigung mittels chirurgischem Ulkusdebridement
  • Minimal invasive phlebologische Operationen (Sklerosierungstherapie, endoluminale Sklerosierungsverfahren wie Radiowellentherapie)
  • Innovative Verfahren im Rahmen klinischer Studien
  • Biochirurgische Larventherapie
  • Hauttransplantation (Hautverpflanzung)

 

Die neu bei uns eingeführte biochirurgische Larventherapie (auch Madentherapie genannt) möchten wir Ihnen im Folgenden ausführlicher vorstellen:

 

Die Larventherapie mittels steril im Labor gezüchteter Larven der Goldfliege nutzt die natürliche Fähigkeit von Fliegenlarven, abgestorbenes Gewebe abzubauen. Zur Reinigung der Wunde kommt es letztlich durch die Abgabe eines Verdauungssafts. Dieser verflüssigt das tote Gewebe mithilfe von Enzymen, die im Speichel der Larve enthalten sind und wird anschließend als Nahrung aufgesaugt. Für die Larven ist nur abgestorbenes Gewebe von Interesse. Gesundes Gewebe wird nicht beeinträchtigt.

Dieses Verfahren wird auch als Biochirurgie bezeichnet. Im Vergleich mit anderen Wundreinigungsmethoden ist die Larventherapie bei gleicher Wirksamkeit deutlich schmerzärmer und schonender.

Der Wundzustand wird in vielerlei Hinsicht positiv beeinflusst:

  • Die Wunde wird schonend gereinigt

  • Die Anzahl der Keime auf der Wunde wird reduziert, es besteht auch eine gute Wirksamkeit bei multiresistenten, sogenannten „Krankenhauskeimen“

  • Die Notwendigkeit von Antibiotikaeinsatz wird verringert

  • Die Abheilung wird gefördert

     

Nach Abklärung und Behebung der Ursachen Ihres Ulcus können wir dieses mittels Hauttransplantation zur Abheilung bringen.

 

Hierbei handelt es sich um eine einfache in lokaler Betäubung durchgeführte Operation. Mittels eines speziellen Gerätes wird meist vom Oberschenkel ein extrem dünnes Hautstück (0,2-0,3mm) entnommen und auf das Ulcus genäht. Die Wunde am Oberschenkel heilt wie eine Schürfwunde ab. Das Hauttransplantat heilt in der Regel innerhalb von 14 Tage ein. Dann können hier auch die Fäden gezogen werden.

 

Wir möchten Sie bitten, die im Folgenden aufgeführten Dokumente zur Vorstellung (möglichst in Kopie) mitzunehmen:

 

  • Überweisungsschein
  • Bereits erhobene Befunde (eventuell Ergebnisse von Diagnostik, Laborbefunde und Wundabstriche)
  • Liste aktueller und bisher eingenommener Medikamente sowie angewandter Salben und Wundauflagen
  • Allergiepass, falls vorhanden
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