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Behandlung der Aortenklappe

Transfemorale Aortenklappenimplantation (TAVI)

Die häufigste Klappenerkrankung im Erwachsenenalter ist die Verengung der Aortenklappe (Aortenklappenstenose). Diese Krankheit muss, wenn sie fortgeschritten ist und wenn sie Beschwerden verursacht, dringend behandelt werden. Dafür muss eine neue Herzklappenprothese eingesetzt werden, entweder durch eine herzchirurgische Operation (Aortenklappenersatz) oder durch eine kathetergestützte Implantation einer Aortenklappenprothese (TAVI). Der häufigste und bevorzugte Weg für eine TAVI ist dabei die Implantation über die Leistenarterie (transfemorale Aortenklappenimplantation).

 

Dieser Eingriff kann wie eine Herzkatheteruntersuchung über die Leiste durchgeführt werden, erfordert keine Operation und auch nicht zwingend eine Vollnarkose. Zahlreiche internationale Studien haben in den letzten Jahren gezeigt, dass die transfemorale Aortenklappenimplantation bei Patienten, die nicht operationsfähig sind oder ein hohes und mittleres Operationsrisiko haben, als Therapie bevorzugt werden sollte. Patienten, die nicht über die Leistengefäße versorgt werden können, weil diese z.B. zu klein sind, haben als Alternative die Implantation über die Herzspitze (transapikale Aortenklappenimplantation), direkt über die Hauptschlagader (transaortale Aortenklappenimplantation) oder über die Schlüsselbeinarterie (transsubclaviale Aortenklappenimplantation).

 

An der Universitätsklinik Heidelberg bestehen Erfahrungen mit allen Implantationswegen. Um den Patienten eine möglichst hohe Sicherheit zu gewährleisten, sind bei allen TAVIs ein Team aus Kardiologen, Herzchirurgen und Herzanästhesisten anwesend. Mit über 250 TAVI eingriffen im Jahr 2015 und insgesamt über 1500 TAVI eingriffen seit Einführung in Heidelberg 2008, gehört die Universitätsklinik Heidelberg zu den sehr erfahrenen Zentren.


Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zertifiziert TAVI Zentren mit hohen Qualitätsstandards. Die Universitätsklinik Heidelberg ist seit 2016 durch die DGK zertifiziert.

Es gibt unterschiedliche transfemorale Aortenklappenprothesen mit unterschiedlichen technischen Eigenschaften. In Heidelberg werden drei Klappentypen am häufigsten verwendet: die selbst-expandierende Evolut R Klappe (Medtronic), die mechanisch expandierende Lotus Klappe (Boston Scientific) und die Ballon-expandierende Sapien 3 Klappe (Edwards).

 

Durch die Erfahrung mit unterschiedlichen Klappentypen kann je nach Anatomie und weiteren Erkrankungen der Patienten immer die optimale Klappe ausgewählt werden, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Beispiele unterschiedlicher Klappentypen mit Abbildung der Prothesen und einer Aufnahme nach Implantation:

Evolut R Klappe


Lotus Klappe



Sapien 3 Klappe


Eingriffe bei degenerierten, chirurgisch eingebauten Bioprothesen

Biologische Prothesen können über die Jahre degenerieren. Dann kann es erneut zu einer Verengung (Stenose) oder Undichtigkeit (Insuffizienz) kommen. Meistens ist dann eine erneute Operation mit einem höheren Risiko behaftet. Bei Patienten mit einer degenerierten Aortenklappenprothese  besteht die Möglichkeit das Problem mit einer TAVI zu beheben. Es wird eine transfemorale Aortenklappenimplantation in die degenerierte Bioprothese vorgenommen: ein sogenannter „valve-in-valve“ oder „Klappe-in-Klappe“ Eingriff. An der Universitätsklinik Heidelberg besteht eine langjährige Kompetenz für diese Eingriffe.

 

Aortenklappensprengung / Ballon-Valvuloplastie

In seltenen Fällen ist es sinnvoll, eine verengte Aortenklappe lediglich mit einem Ballon aufzudehnen: Aortenklappensprengung / Ballon-Valvuloplastie. Dieser Eingriff erfolgt meistens in Notfallsituationen, um Patienten zu stabilisieren oder als kurzfristig wirksame Therapie, um z.B. für einen anderen Eingriff Zeit zu gewinnen. Der Effekt einer Aortenklappensprengung ist zeitlich begrenzt, so dass es nicht als dauerhafte Therapie geeignet ist.

 

Eigene wissenschaftliche Arbeiten zur TAVI

Zur internen Qualitätskontrolle und zur stetigen Weiterentwicklung der Techniken und Erfahrungen haben wir in Heidelberg das TAVI Programm immer mit wissenschaftlichen Fragestellungen begleitet. Im folgenden Link ist eine Auswahl solcher wissenschaftlichen Publikationen aufgeführt, die wir durchgeführt haben, oder bei denen wir im Rahmen internationaler Studien beteiligt waren.

 

Initiates file downloadEigene wissenschaftliche Arbeiten zur TAVI

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Kontakt

Aortenklappen-
Implantation


 

Prof. Dr. Raffi Bekeredjian


Stellvertreter:

PD Dr. B. Benjamin Meder
PD Dr. Florian Leuschner



Medizinische
Universitätsklinik

Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie

Im Neuenheimer Feld 410

69120 Heidelberg


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