CI-Rehabilitationszentrum Heidelberg

Die Universitäts-HNO-Klinik Heidelberg bietet seit 1986 die CI-Versorgung an. Unser umfassendes und innovatives Rehabilitationskonzept überzeugte die Krankenkassen: seit 1. Januar 2014 ist das ambulante Rehabilitationszentrum von den Kostenträgern zugelassen. Es beinhaltet die Diagnostik, Implantation und Rehabilitation bis hin zur lebenslangen Nachsorge – alles unter einem Dach.

Ziel

Das Ziel des ambulanten CI-Rehabilitationszentrums besteht darin, den Hörerfolg der Betroffenen zu optimieren und somit die Orientierung in Beruf und Privatleben zu erleichtern.

CI-Versorgung/Ablauf

Wie ist der Ablauf einer Versorgung und der anschließenden Nachsorge?


CI-Sprechstunde

Zu Beginn finden in der CI-Sprechstunde HNO-Ärztliche Untersuchungen und Hörprüfungen zur Abklärung des Grades der Schwerhörigkeit und des Gleichgewichtorgans statt. Anschließend wird durch Audiotherapeuten, Logopäden und Sozialpädagogen ein ausführliches Beratungs-/ Informationsgespräch zum gesamten Ablauf der ambulanten Rehabilitation an. Darauf folgt eine technische Beratung, in der das Opens internal link in current windowCochlea-Implantat und die verschiedenen Opens internal link in current windowHersteller vorgestellt werden.

Für die Sprechstunde benötigen Sie folgende Unterlagen:

  • Erwachsene: Überweisung für Uniklinik Heidelberg
  • Kindern: Überweisung für Uniklinik Heidelberg, Hörzentrum, SPZ
  • Aktuelle Hörtests
  • Vorbefunde

Einen Termin können Sie in unserer Opens internal link in current windowCI-Sprechstunde vereinbaren.

Weitere Informationen zur Sprechstunde finden Sie auch in unserem Initiates file downloadWegweiser.

Subjektive und objektive Hörprüfungen

Mit Hilfe verschiedener subjektiver und objektiver Hörtests sowie mit weiteren Untersuchungen (Gleichgewichtsorgan, MRT, CT etc.) wird die Ursache der Hörstörung eruiert, es werden weitere Begleiterkrankungen erfasst und es wird festgestellt, ob die physiologischen und organischen Voraussetzungen zur Implantation eines Cochlea-Implantats erfüllt sind.

Vorgeschichte, Anamnese und Hörbiographie

Es ist bekannt, dass der Erfolg einer CI-Versorgung sehr eng mit der Krankheitsgeschichte (Anamnese) zusammenhängt. Diese wird daher in einem ausführlichen Gespräch erfasst.

Wichtige Fragestellungen sind hier:

  • Zeitpunkt, Ursache und Verlauf der Ertaubung
  • Dauer der Gehörlosigkeit.

Die Aussichten, mit dem Cochlea-Implantat gut hören und Sprache verstehen zu können, sind umso besser, je später der Verlust des Hörvermögens eingetreten ist und je kürzer dieser Zeitpunkt zurückliegt. Bei gehörlos geborenen Kindern gilt nur die zweite dieser Regeln. Durch das Fehlen akustischer Reize (Deprivation) wird das Hören verlernt und im Hörsystem treten Veränderungen ein, die bei der späteren Rehabilitation erst wieder rückgängig gemacht werden müssen. Daher ist immer eine möglichst baldige Versorgung anzustreben.

Neben der Hörbiographie spielen aber auch die Motivation des Patienten und viele Umweltfaktoren eine große Rolle.

Informationsgespräch rund um die Technik

In einem ausführlichen Gespräch werden Sie von unseren Experten über die verschiedenen CI-Hersteller und ihre aktuellen Produkte informiert. Zusammen mit dem Patienten und seinen Angehörigen wird dann das in Bezug auf Bedienung, Tragekomfort, Energieversorgung usw. am besten geeignete Gerät ausgewählt.

Operation

Die Implantation wird stationär und in Vollnarkose durchgeführt. Dem Umfang und dem Risiko nach ist das Einsetzen eines Cochlea-Implantats kein besonders großer Eingriff. Er nimmt zwischen zwei und drei Stunden in Anspruch und stellt für den Patienten keine größere Belastung dar als viele andere Ohroperationen. Während der Vollnarkose finden intraoperative Messungen statt, um direkt zu überprüfen, ob das Implantat intakt ist und die Elektroden richtig liegen und ob eine funktionierende Verbindung zwischen Implantat und Hörsystem zustande gekommen ist.

Nach der Heilung der Operationswunde, d.h. etwa 4 bis 6 Wochen nach der Operation, wird von unseren Audiologen die Erstanpassung des Sprachprozessors vorgenommen, bei der die ersten Höreindrucke zu erwarten sind. Erst dann kann der CI-Träger wieder langsam in das Hören hineinkommen.

Ab diesem Zeitpunkt bietet das ambulante Rehabilitationskonzept kontinuierliche Optimierung und Erfolgskontrolle durch weitere Anpassungen, intensives Hörtraining, audiotherapeutische Gespräche, Gruppentherapie und Musiktherapie.

Ambulante CI-Rehabilitation bei Erwachsenen

 

Ein Vorteil der ambulanten Therapie besteht darin, dass die Zusammenstellung der einzelnen Bausteine und auch der Zeitplanung individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden. Anfangs werden wöchentliche Termine vereinbart. So können Audiologen und Therapeuten zeitnah auf Alltagssituationen und Probleme zu Hause oder im Beruf eingehen.

CI-Anpassung

Bei der Anpassung des Sprachprozessors wird für jede Elektrode der Bereich für die Reizstärke festgelegt und das Klangbild auf der Grundlage von audiologischen Erfolgskontrollen, Hörtraining und Aussagen des CI-Trägers modifiziert. Zudem wird dem CI-Träger die Bedienung von Prozessor und Zubehör ganz genau erklärt. Die ersten Höreindrücke nach der Erstanpassung des Sprachprozessors sind für die meisten Patienten sehr überraschend. Sie berichten von „Pieptöne“ und vom Gefühl, dass die eigene Stimme ganz weit weg ist oder dass andere Sprachäußerungen ähnlich wie „Mickey Mouse“ oder blechern wie ein Roboter klingen.

Audiologische Erfolgskontrolle

Bei den audiologischen Erfolgskontrollen werden die Verarbeitung von einfachen akustischen Reizen, das Richtungsgehör, das Sprachverstehen in ruhiger Umgebung und das Sprachverstehen im Störschall kontrolliert.

Hörtraining

Beim Hörtraining wird zusammen mit dem Patienten die Erkennung und Unterscheidung von Alltagsgeräuschen, das Sprachverstehen (Wörter, Sätze, Texte) und die Wahrnehmung und Zuordnung von verschiedenen Stimmen erarbeitet. Zudem werden Tipps, Anleitungen und Materialien für das Training zu Hause mitgegeben. Schwerpunkt des Hörtrainings ist die Verbesserung der Hör- und Kommunikationsfähigkeit.

Audiotherapeutische Beratung

Das Ziel der Audiotherapeutischen Arbeit besteht in der professionellen Beratung und Begleitung der Patienten bei der Auseinandersetzung mit der Hörschädigung und ihrer Bewältigung. Hier geht es nicht nur um das Hören selbst, sondern auch um den Umgang mit der weiterhin vorhandenen Hörbehinderung im Alltag. In diesem Rahmen können Gesprächs- und Hörtaktiken erlernt und anfängliche Probleme und Stress abgebaut werden.


Darüber hinaus werden wichtige Fragen für Beruf und Alltag geklärt:

  • Was müssen Angehörige beachten?
  • Sind Veränderungen am Arbeitsplatz nötig?
  • Welche Strategien erleichtern bei lauten Störgeräuschen das Verstehen?
  • Welche technischen Hilfsmittel stehen zur Verfügung?
  • Wie ist das Vorgehen bei Behördengängen und Anträgen?

Musiktherapie

Das CI-Rehabilitationszentrum steht in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Musiktherapieforschung (DZM) im Victor Dulger-Institut Verlinkung zum Deutschen Zentrum für Musiktherapieforschung in Heidelberg, wodurch es den CI-Trägern möglich ist, im Rahmen der Rehabilitation auch Musiktherapie in Anspruch zu nehmen.

Gruppentherapie

Die Gruppentherapie hat einen hohen Stellenwert bei der Selbsthilfe in Form von Austausch unter Mitbetroffenen und deren Angehörigen und dem gemeinschaftlichen Zuhören und Miterleben rund um das Thema CI:

  • Gibt es einen Zusammenhang zwischen meiner Hörschädigung und der Stimme?
  • Welche Zusatztechniken stehen zur Verfügung?
  • Kann meine Hörbehinderung zu Hörstress führen?
  • Was müssen die Angehörigen von CI-Trägern beachten?
  • Welche Möglichkeiten gibt es für den besseren Umgang mit der Hörschädigung im Alltag?
  • Ist es auch möglich, in einer Gruppe zu trainieren um auf alle Alltagssituationen vorbereitet zu sein?

Je nach Interesse haben die Patienten die Möglichkeit, an den Stunden mit für sie relevanten Themen teilzunehmen.

Arztvorstellungen

Während der gesamten Rehabilitationszeit steht den Patienten unser Ärzte-Team zur Verfügung um bei Unklarheiten, Beschwerden oder Schmerzen adäquate Hilfe zu bekommen.

Ambulante CI-Versorgung bei Kindern

Die Entscheidung, ob ein CI für ihr Kind indiziert ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. In der CI-Sprechstunde (Verlinkung zur CI-Sprechstunde) durchläuft ihr Kind eine Reihe von Voruntersuchungen. Darüber hinaus werden ausführliche Beratungs- und Informationsgespräche rund um die Versorgung mit einem CI durchgeführt. Im Anschluss daran werden wir gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Kind eine Entscheidung treffen, noch offene Fragen klären und die Rehabilitationsmöglichkeiten erörtern.

Die ambulante Therapie zeichnet sich durch die individuelle Zusammenstellung der einzelnen Bausteine aus. In der Zeit zwischen den Therapieeinheiten befindet sich Ihr Kind im gewohnten Umfeld, sodass die dort gewonnenen Hörerfahrungen sinnvoll in die Therapie und Anpassung des Sprachprozessors mit einfließen können.
Die Zeitplanung richtet sich nach den Bedürfnissen der jungen Patienten und deren Familien.

CI-Anpassung

Mit Hilfe der pädaudiologischen Messergebnisse und den Beobachtungen der bei der Anpassung anwesenden Logopäden werden die Stimulationsbereiche des Sprachprozessors objektiv und subjektiv durch die Audiologen programmiert.

Die ersten Höreindrücke nach der Erstanpassung des Sprachprozessors sind für die meisten Kinder sehr neu und überraschend.

Im Verlauf der zahlreichen Termine können sich die Eltern, Angehörige und Betreuer die Funktion und Bedienung des CI-Systems genau erklären lassen.

Elternberatung

Zu jedem Termin besteht die Möglichkeit der Elternberatung. Es geht hier um eine kontinuierliche Begleitung und Unterstützung der Eltern und Angehörigen bei der Förderung der Hör- und Sprachentwicklung Ihres Kindes im häuslichen Umfeld.
Neben der ambulanten Versorgung in der Klinik stellen wir gemeinsam mit Ihnen Kontakt zu wohnortnahen Frühförderstellen her.

Logopädische und psychologische Erfolgskontrolle

Spielerisch wird der aktuelle Entwicklungsstand des Kindes durch Logopäden und Psychologen evaluiert. Neben der Hörentwicklung erteilen auch die sprachliche und kognitive Entwicklung des Kindes Auskunft darüber, inwieweit eine Modifizierung der Prozessoreinstellung erforderlich ist.

Gruppentherapie

Um einen Austausch mit anderen betroffenen Eltern und Angehörigen zu ermöglichen, bieten wir ein CI-Café extra für Eltern mit CI-Kindern an. Themen hierbei sind unter anderem der Umgang mit zusätzlichen technischen Hilfsmitteln.

Arztvorstellungen

Während der ambulanten Versorgung hat Ihr Kind selbstverständlich Zugang zur Hochschulambulanz und Opens internal link in current windowPädaudiologie der HNO-Klinik. Im Rahmen dessen wird Ihr Kind medizinisch umfassend betreut.

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Leitung

Prof. Praetorius
Ärztlicher Leiter
Prof. Hoth
Leiter der Audiologie

Mitglied der Arbeitsgemeinschaft CI-Rehabilitation

Adresse

Universitätsklinikum Heidelberg
Hals-Nasen-Ohren-Klinik

Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg

Opens internal link in current windowzur Anfahrtsbeschreibung

Kontakt

Patienten des CI-Rehabilitationszentrums:

Marion Arnold
06221 56-34707

 

 

CI-Sprechstunde / Interessenten:

Helga Kröhnert
06221 56-6715