Arbeitsgruppe "Cancer of Unknown Primary" (CUP)

Unter CUP-Syndrom (CUP: Cancer of Unknown Primary) werden diejenigen Tumorerkrankungen zusammengefasst, bei denen nach Abschluss der Diagnostik zwar Metastasen, jedoch kein Primärtumor gefunden wurde. Obwohl der medizinische Fortschritt in den letzten Jahrzehnten neue und verfeinerte Diagnoseverfahren hervorgebracht hat, ist über die Biologie dieser Erkrankungen weiterhin nur wenig bekannt, und das Syndrom lässt sich vergleichsweise schlecht behandeln.

 

Während bei vielen Tumorerkrankungen mit bekanntem Primärtumor Therapieempfehlungen durch zahlreiche große randomisierte Studien (sogenannte Phase-III-Studien) abgesichert sind, ist dies beim CUP-Syndrom weitaus weniger der Fall, so dass sich die Therapiestandards teils an Analogieschlüssen, teils an kleineren Studien (sogenannten Phase-II-Studien) orientieren. Zudem ist bei vielen anderen Tumorerkrankungen bekannt, wie sich Veränderungen im Erbgut der Tumorzellen (sogenannte Mutationen, Deletionen oder Amplifikationen von Genen) auf den Verlauf der Erkrankung auswirken, so dass man durch deren Untersuchung Voraussagen zum Erkrankungsverlauf treffen kann. Daher werden solche Veränderungen auch als molekulare Marker bezeichnet. In manchen dieser Fälle stehen Medikamente zur Verfügung, die speziell gegen diese Erbgut-Veränderungen wirken - solche Medikamente bezeichnet man als zielgerichtete Therapien (targeted therapies). Hingegen existieren für das CUP-Syndrom so gut wie keine Daten über das Auftreten und die diagnostische Wertigkeit von molekularen Markern, und zielgerichtete Medikamente sind in der Therapie nicht etabliert.

  

 

Wir verfolgen daher folgende Ziele:

1.    Betreuung von Patienten mit CUP-Syndrom im Rahmen einer Spezialsprechstunde am NCT Heidelberg (telefonische Terminvereinbarung unter 06221/56-5924). Unsere Therapiestandards basieren auf den aktuellen Empfehlungen und Leitlinien. Schwierige Fälle werden im Rahmen einer interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen.

 

2.    Verbesserung der Diagnostik des CUP-Syndroms - insbesondere durch Erforschung des Auftretens und der diagnostischen Wertigkeit molekularer Marker.

 

3.    Angebot von experimentellen Therapiestudien im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) der Deutschen Krebsgesellschaft. Momentan bieten wir die PACET-CUP-Studie an. Langfristig planen wir weitere Studien, um zielgerichtete Medikamente in der Therapie des CUP-Syndroms zu etablieren.

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