Chronische Arthritiden und Spondylarthritiden


Sobald ein Gelenk über mehr als 6 Wochen Arthritissymptome aufzeigt (d.h. Schmerzen mit nächtlicher Beschwerdedominanz, Morgensteifigkeit, Schwellung, Überwärmung und Rötung, Besserung durch Bewegung), spricht man von einer chronischen Arthritis. Die Differentialdiagnose ist sehr breit, neben parainfektiösen und kristallinduzierten (Mon-; Oligo- oder Poly-)Arthritiden, traumatischen Gelenkentzündungen sowie einer aktivierten Arthrose kommt der Befall einer Gelenkentzündung im Rahmen von Spondyloarthritiden, Psoriasisarthritis, reaktiven Arthritiden sowie der chronischen Polyarthritis vor. Auch systemische Vasculitiden und Kollagenosen können zu Mon-, Oligo- oder Polyarthritiden führen.
Ein besonders buntes Bild zeigt die Psoriasisarthritis, die als Monarthritis, asymmetrische Oligoarthritis sowie symmetrische Polyarthritis (ähnlich wie die chronische Polyarthritis) auftreten kann. Wichtig ist dabei zu wissen, dass die Psoriasisarthritis auch vor der eigentlichen Psoriasis auftreten kann, z.T. auch ohne Psoriasis bei positiver Familienanamnese.
Mit der Psoriasisarthritis am häufigsten ist die chronische Polyarthritis (rheumatoide Arthritis), die typischerweise durch die Nachweisbarkeit des Rheumafaktors und/oder des CCP-Antikörpers charakterisiert ist, eine seronegative chronische Polyarthritis ist seltener und hat meistens einen gutartigeren Verlauf.
Spondyloarthritiden, klassisch der Morbus Bechterew, sind oft assoziiert mit dem genetischen Marker HLA-B27 (beim Morbus Bechterew zu 95%). Daneben treten Spondyloarthritiden auch bei der Psoriasisarthritis oder bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen auf. Typisch ist der entzündliche Rückenschmerz (langsamer Beginn über Monate bis Jahre, Dominanz der Schmerzen über der Lendenwirbelsäule in der 2. Nachthälfte, Morgensteifigkeit, Besserung durch Bewegung) und der Nachweis der Sakroileitis im Kernspin. Häufig verbunden mit der Spondyloarthritis sind auch periphere Arthritiden, Enthesitiden, manchmal als Daktylitis imponierend sowie Entzündungen der Augen. Das CRP muss nicht erhöht sein.
Weitere Informationen für Arzt und Patient finden Sie auf der Seite des Opens external link in new windowRheumazentrums und auf der Seite des Opens external link in new windowUveitiszentrum Heidelberg.

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