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Chronische lymphatische Leukämie (CLL), Haarzellleukämie und T-Prolymphozytenleukämie (T-PLL)

Chronische lymphatische Leukämie (CLL)

Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) ist eine bösartige Erkrankung des Immunsystems,  welche zu einer unnatürlichen Vermehrung von weißen Blutkörperchen (Leukozyten, speziell der B-Lymphozyten) im Blut führt. Die CLL ist die häufigste Leukämie-Erkrankung im Erwachsenenalter und tritt überwiegend jenseits des 70. Lebensjahres auf. 


Der Verlauf der Erkrankung geht häufig sehr langsam vonstatten, so dass viele Patienten über sehr lange Zeit beschwerdefrei bleiben und keine Behandlung benötigen. Bei einem Teil der Patienten kommt es jedoch zu Krankheitserscheinungen wie Blutarmut, starken Lymphknotenschwellungen, Infekten und Fieber. Für diese Patienten steht eine Reihe von hoch wirksamen und meist gut verträglichen Therapieangeboten zur Verfügung. 


Häufig kann man mit einer sogenannten Chemoimmuntherapie, die über einige Monate verabreicht wird, die Krankheitserscheinungen für lange Jahre komplett beseitigen. Alternativ kommen sogenannte Signalwegsinhibitoren zum Einsatz, die in Tablettenform auf Dauer eingenommen werden und ebenfalls sehr wirksam sind. Nur in den seltenen  Fällen, in denen diese Therapien versagen, kommen komplexere Behandlungen wie die allogene Stammzelltransplantation oder die CAR-T-Zelltherapie in Betracht.

 

Haarzellleukämie (HCL)

Ähnlich wie die CLL ist die Haarzellleukämie (HCL) ist eine bösartige Erkrankung des Immunsystems,  welche zu einer unnatürlichen Vermehrung von kranken B-Lymphozyten in Blut und Knochenmark führt. Die HCL ist allerdings wesentlich seltener als die CLL.

 

 

Der Verlauf der Erkrankung geht ebenfalls häufig nur langsam vonstatten, so dass viele Patienten über längere Zeit beschwerdefrei bleiben und keine Behandlung benötigen. Krankheitserscheinungen können sich vor allem in Form von Blutarmut und Milzvergrößerung entwickeln. In diesen Fällen kann mit kurzdauernder Chemotherapie die Erkrankung meist erfolgreich und manchmal Jahrzehnte zum Verschwinden gebracht werden. Darüber hinaus gibt es weitere Behandlungsoptionen in Form von Antikörpern und Signalwegsinhibitoren. Eine Heilung ist allerdings nicht möglich. 

 

 

Für die Behandlung der Haarzell-Leukämie gehört die Medizinische Klinik V zu einem der weltweit anerkannten Exzellenzzentren. Im Rahmen unseres wissenschaftlichen Programms zur Haarzell-Leukämie können wir innovative diagnostische Methoden und Behandlungsansätze anbieten. Für die wissenschaftlichen Leistungen und Ergebnisse auf dem Gebiet der Haarzell-Leukämie wurde PD Dr. Sascha Dietrich mit dem Haarzell-Leukämie Fellowship er internationalen Haarzell-Leukämie  Stiftung ausgezeichnet. 

 

 

T-Prolymphozyten-Leukämie (T-PLL)

Auch die T-Prolymphozyten-Leukämie (T-PLL) ist eine bösartige Erkrankung des Immunsystems,  wobei es hier zu einer unnatürlichen Vermehrung von kranken T-Lymphozyten in Blut und Knochenmark kommt. Die T-PLL ist ebenfalls sehr selten.

 

Der Verlauf der Erkrankung ist allerdings meist wesentlich aggressiver als bei CLL und HCL, so dass in der Regel frühzeitig behandelt werden muss.  Hierfür steht mit dem Antikörper Alemtuzumab ein hoch wirksames Medikament zur Verfügung. Da dessen Wirkung jedoch häufig nicht lange anhält, werden geeignete Patienten mit einer allogenen Stammzelltransplantation nachbehandelt.

 

 

CLL-Sprechstunde 

Unsere CLL-Sprechstunde  ist ein Angebot für alle Patienten mit CLLHCL oder T-PLL. Hier können Sie sich hinsichtlich des zu erwartenden Verlaufs, Behandlungsnotwendigkeit und Behandlungsmöglichkeiten sowie allen weiteren Fragen kompetent beraten lassen. Darüber hinaus informieren wir Sie bei Bedarf gerne über unsere eigenen spezialisierten Therapieangebote und klinische Studien.

 

Task Force CLL 

Die wissenschaftlichen Aktivitäten zu CLL, HCL, T-PLL und verwandten Erkrankungen sind in der Task Force CLL  gebündelt. Die Task Force CLL beschäftigt sich mit der Erforschung molekularer Grundlagen neuer medikamentöser Behandlungskonzepte für CLL und HCL, und mit der Entwicklung immuntherapeutischer Verfahren einschließlich der Zelltherapie. 

 

 

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