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Blasenschwäche/Harninkontinenz

Der künstliche Harnröhrensphinkter AMS 800 (1: zeigt Verschlussmanschette um die Harnröhre 2: Pumpe im Hodensack)

Der künstliche Harnröhrensphinkter AMS 800™
Seit Einführung des künstlichen Harnröhrensphinkters (Schließmuskelapparat) in 1972 wurde das System mehrmals aktualisiert. Der künstliche Harnröhrensphinkter in der aktuellen Version (AMS 800™) ist ein langjährig erprobtes hydraulisches System u.a mit einer seltener zwei Manschetten um die Harnröhre und ein Pumpsystem im Hodensack.

Im Alltag bleibt die Harnröhre durch die Manschette verschlossen und der Patient dadurch kontinent. Zum Wasserlassen wird der Harnröhrenverschluss durch die im Hodensack liegenden Pumpe kurzfristig behoben. Da es bei jedem Toilettengang bedient werden muss, setzt es eine entsprechende manuelle Geschicklichkeit des Patienten voraus. Dadurch können aktuellen Studien zufolge, langfristige Kontinenzraten bei über 90% der Patienten erzielt werden.



Zur Behandlung der mittleren bis schweren Harninkontinenz wird der künstliche Schließmuskelapparat weiterhin als Goldstandard empfohlen.



Der stationäre Aufenthalt für die Implantation des künstlichen Sphinkters dauert ca. 5 Tage. 1-2 Tage vor dem Eingriff werden möglichst keimfreie Hautverhältnisse geschaffen (Rasur und Hautreinigung äußerlich sowie Antibiotikaeinnahme). Das Sphinkter-System wird über zwei Schnitte am Damm und am Unterbauch implantiert. Alternativ kann dies auch über einen Schnitt zwischen den Hoden erfolgen. Der Eingriff, der in Allgemein- oder Rückenmarksnarkose erfolgt, dauert ca. 60 Min. Nach der Operation werden Antibiotika für weitere 2 Tage über die Vene verabreicht und der Patient stationär überwacht. Wenn der Verlauf unauffällig bleibt, kann er am 5. Tag mit dem noch inaktiven Sphinktersystem entlassen werden. Das System wird erst in der 4.-6. Woche aktiviert. Dann wird der Patient in die Betätigung des Systems eingeleitet.


Mögliche Komplikationen des Eingriffes sind eine Entzündung des Systems, Verletzungen der Harnröhre und Blase. Selten kommt es auch zu Verletzungen des Darms oder von Nerven und Gefäßen. Spätere Komplikationen sind z.B. Leckage am Sphinktersystem und Harnröhrenarrodierung. Solche Risiken sind bei Eingriffen in entsprechenden Kontinenzzentren mit mehr Erfahrung deutlich geringer.

 

Blasenentleerung beim künstlichen Harnröhrensphinkter