Allgemeine Pathologie
Pathologie

Diagnostische Elektronenmikroskopie:

Seit der Erfindung des Elektronenmikroskops durch Ernst Ruska (Nobelpreis 1986) und Max Knoll 1931 wird die Transmissions-Elektronenmikroskopie neben der Grundlagenforschung auch für spezielle diagnostische Fragestellungen eingesetzt, insbesondere für die Diagnose von Speichererkrankungen, Nierenerkrankungen, neuro-degenerativen Erkrankungen, erblichen Haut- und Bindegewebserkrankungen, seltenen Tumorerkrankungen und für die Erregerdiagnostik.

 

Grundprinzip der Technik:

Speziell für die Elektronenmikroskopie aufgearbeitetes und kontrastiertes biologisches Material wird in <100nm dicken Schnitten auf Trägernetzchen in einem Transmissions-Elektronenmikroskop unter Hochspannung in Vakuum mit Elektronen durchstrahlt und so eine Schwarz-Weiß-Abbildung erzeugt (weiß: elektronendurchlässige Areale, schwarz: elektronendichte Areale). Aufgrund der Welleneigenschaften von Elektronenstrahlen ist eine Auflösung von bis zu 0,1nm möglich, im Vergleich dazu liegt die Auflösung von konventionellen Lichtmikroskopen bei etwa 200nm

 

Probenaufarbeitung:

Eine wenige mm3 große Gewebeprobe wird in Glutaraldehyd fixiert, mit Schwermetallen kontrastiert, entwässert und in Kunststoff eingebettet. Das in Kunststoff eingebettete Probenblöckchen wird mit einem Ultramikrotom zuerst in Semidünnschnitte (etwa 0,5-1µm) zur ersten Orientierung geschnitten und in einem Lichtmikroskop analysiert, dann werden Ultradünnschnitte (<100nm) hergestellt und auf Trägernetzchen aufgezogen. Die Probenaufarbeitung dauert mind. 1 Woche.

 

Elektronenmikroskopische Analyse und Befundung:

 

Ultradünnschnitte von für die Elektronenmikroskopie prozessierten Proben werden in einem Transmissions-Elektronenmikroskop (JEM 1400) analysiert und digital werden diagnoserelevante Bilder zur Befunddokumentation aufgenommen und archiviert.

 

 

Einsenderinformationen:

Bei Einsendundung von stationären Patienten außerhalb des Universitätsklinikums Heidelberg wird direkt mit dem Krankenhaus abgerechnet. Bei Einsendungen von ambulanten Patienten sind die Kosten nicht über Ü-Schein abrechenbar, sondern die Kostenübernahme muss im Rahmen einer Einzelfallentscheidung bei den GKV beantragt werden (siehe Anhänge).

Ansprechpartner:

Technische Laborleitung :
Opens window for sending emailDr. rer. nat. Ingrid Haußer-Siller, Tel: 06221/56-38591

Elektronenmikroskopisches Labor: Tel: 06221/56-4198

Ulrike Ganserer: Tel: 06221/56-38594

Andrea Döbler: Tel: 06221/56-39905

 

Die Gewebeprobe sollte unmittelbar nach Entnahme in gepuffertem Glutaraldehyd (pH 7,1) bei 4°C fixiert und aufbewahrt werden. Eine Versendung kann mit normaler Post und ungekühlt erfolgen. Eine Fixierung in Formalin ist in Notfällen möglich, ebenso eine Umbettung aus FFPE-(Formalin-fixiertem, Paraffin-eingebetteten)-Material; dies führt jedoch zu Qualitätsverlusten und kann die diagnostische Aussagekraft deutlich verringern.

Proben- und Transportgefäße, Glutaraldehydlösung sowie Einsendeformulare senden wir auf Wunsch gerne zu; bitte wenden Sie sich diesbezüglich an das Elektronenmikroskopische Labor (Tel: 06221/56-4198 oder 06221/56-39905).

 

 

 

Einsenderinformationen:

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Leberbiopsie eines Kindes mit einer lysosomalen Speichererkrankung vom Typ eines Morbus Niemann-Pick mit charakteristischen konzentrischen membranösen und soliden Einschlüssen in den Hepatozyten. Der autosomal-rezessiven Erkrankung liegt ein Defekt des Enzyms Sphingomyelinase zugrunde, durch den es zu einer Speicherung von Sphingomyelin in den Lysosomen kommt. Leberbiopsie eines Patienten mit einer Glycogenspeicherkrankheit/ Glycogenose mit exzessiver Einlagerung von Glycogen in die Hepatozyten, die zu einer Verdrängung der übrigen Zellorganellen führt.

 

 

 

Hautbiopsie eines Patienten mit einem Ehlers-Danlos-Syndrom vom klassischen Typ: regelmäßiges Vorkommen aberranter Querschnitte von Kollagen-Einzelfibrillen in Kollagenbündeln der retikulären Dermis. Hautbiopsie eines Neugeborenen mit einer Harlekin-Ichthyose: defekte „lamellar bodies“ im Stratum granulosum sowie nicht-prozessiert in Hornlamellen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hautbiopsie eines Kindes mit einer TG1-defizienten autosomal-rezessiven congenitalen Ichthyose: Reste von Cholesterinkristallen (so genannte Cholesterinspalten) in Hornlamellen.

 

 

 

 

 

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