zurück zur Startseite
Zentrale Tel.: 06221-560

Blasenschwäche/Harninkontinenz/Formen

Drangsymptomatik, Drang-/Urgeinkontinenz und überaktive Blase

Eine krankhafte Drangsymptomatik ist mit plötzlich auftretendem Harndrang verbunden, der oft in kurzen Zeitabständen und insbesondere auch bei geringer Blasenfüllung auftritt und den Betroffenen zum sofortigen Aufsuchen einer Toilette zwingt. Eine Dranginkontinenz liegt dann vor, wenn die Drangsymptomatik nicht hinausgezögert werden kann und es manchmal zum unwillkürlichen Harnabgang bereits vor Erreichen einer Toilette kommt. So kann es sein, dass der Betroffene mehrmals in der Stunde und rund um die Uhr die Toilette aufsuchen muss, um nur kleine Mengen Urin abzulassen.


Die Betroffenen sind oft nicht nur vom quälenden Harndrang und/oder von der Inkontinenz selbst geplagt, sondern auch von Schlafstörungen und einer begrenzten Möglichkeit am sozialen Leben teilzunehmen. Bei der überaktiven Blase können außer der Drangsymptomatik und eine Dranginkontinenz, Schmerzen in der Blase und im Unterbauch, hinzukommen. Die Ursachen können eine kleine Blase, eine Blasenentzündung, eine Instabilität des Blasenmuskels, z.B. durch Störung der Nervenleitung, aber auch Tumore, sein. Um die genaue Ursache herauszufinden und eine passende Therapie einzuleiten, stehen Spezialisten in zertifizierten „Kontinenzzentren“, wie die Urologische Universitätsklinik Heidelberg, zur Verfügung.


Wenn andere Ursachen von Drangsymptomatik und –inkontinenz, wie Blasentumore und Entzündungen ausgeschlossen sind, werden zunächst nicht-operative Maßnahmen eingesetzt. Diese sind z.B. das sog. „Blasentraining“, bei dem Betroffene die Blasenkontrolle unter Anleitung neu erlernen: Unter anderem lernen die Betroffenen den Harndrang kontrolliert hinauszuzögern und einen unwillkürlichen Urinverlust zu vermeiden. Außerdem kann eine Änderung des Trink- und Ernährungsverhaltens hilfreich sein. Unterstützend können auch Medikamente zum Einsatz kommen. Am häufigsten werden sogenannte „Anticholinergika“ eingesetzt, die die Blasenmuskulatur dämpfen und den Harndrang reduzieren sowie im manchen Fällen die Blasenkapazität (Fassungsvermögen der Blase) erhöhen. So gelingt es dem Patienten den Urin länger zu halten, die Abstände des Wasserlassens zu vergrößern und kontinent zu werden. Anticholinergika entfalten Ihre Wirkung in Form von Tabletten, als Pflaster an die Haut angeklebt oder als flüssiges Medikament lokal in die Blase eingegeben.



Wenn konservative Maßnahmen, die von Spezialisten manchmal auch in Kombination eingesetzt werden versagen, stehen operative Therapieverfahren zur Verfügung. Diese sind u.a.
•    Botulinumtoxin-Therapie
•    Neuromodulation
•    Blasenaugmentation und Blasenersatz