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Dystonie

Behandlung der DYT1-positiven Dystonie – ein Informationsvideo

Dystonie – was ist das?

Bei einer Dystonie handelt es sich um eine neurologische Bewegungsstörung. Und zwar um eine unwillkürliche Muskelanspannung, die zeitweise oder dauerhaft auftritt und nicht kontrolliert werden kann. Da praktisch jeder Muskel im Körper betroffen sein kann, äußert sich die Krankheit sehr unterschiedlich. So kneifen die einen unvermittelt die Augenlider zu, während andere den Kopf ungewöhnlich schief halten oder so gepresst sprechen, als müssten sie ersticken. Manchmal sind nur einzelne Muskeln betroffen, in anderen Fällen verkrampft sich der gesamte Körper. Ausgelöst werden diese Zuckungen durch eine Störung in Gehirnbereichen, die für die Steuerung der Muskulatur verantwortlich sind. Während viele Dystonien genetisch bedingt sind, treten andere Formen ohne erkennbare Ursache oder aber als Folge eines Schlaganfalls oder einer Gehirnschädigung auf. Prinzipiell kann jedoch jeder Mensch, unabhängig seines Alters, an einer Dystonie erkranken. Bislang sind Dystonien nicht heilbar. Je nach Form gibt es aber zum Beispiel die Möglichkeit, die Symptome operativ durch den Einsatz einer Tiefenhirnstimulation (THS) zu lindern oder zu beseitigen.

 

So behandeln wir eine Dystonie

Als neurochirurgische Universitätsklinik sind wir auf die chirurgische Behandlung einer Dystonie mit Hilfe der Tiefenhirnstimulation (THS) spezialisiert. Seit 1995 haben wir insgesamt 400 derartige Eingriffe durchgeführt. So ist die Neurochirurgische Klinik Heidelberg deutschlandweit und international eine der führenden Kliniken auf diesem Gebiet.
Bei diesem Eingriff werden feine Elektroden in die für die Bewegungsstörung verantwortlichen Bereiche des Gehirns gelegt. Über einen kleinen, unter der Haut platzierten Impulsgeber werden dann schwache elektrische Impulse in die Hirnregion abgegeben. Je nach Art und Stärke der Impulse werden die Bereiche hierdurch angeregt oder deaktiviert, was zu einer deutlichen Linderung der Muskelkrämpfe und der mit ihnen verbundenen Schmerzen und Fehlhaltungen führt.

Bei diesem minimal-invasiven Eingriff nutzen wir hochmoderne OP-Technik wie Echtzeit-Bildgebung durch intraoperative Computer- und Kernspintomografie sowie spezielle computergestützte Operationsinstrumente. So können unsere Neurochirurgen jeden beliebigen Punkt im Gehirn millimetergenau erreichen. Die THS kommt vor allem dann in Frage, wenn die medikamentöse Behandlung im Laufe der Zeit an Wirksamkeit verliert oder mit beeinträchtigenden Nebenwirkungen verbunden ist. Insbesondere Patienten mit dem Oppenheim-Syndrom – einer erblichen, in früher Kindheit beginnenden Dystonie – profitieren erheblich von dieser Behandlungsform. Sie ist meist die einzig wirksame Methode. Aber auch andere Arten der Dystonie kommen für eine Tiefenhirnstimulation in Frage.

Geringe Komplikationsrate und optimaler Narkose-Plan.

Bei der notwendigen Operation nutzen unsere Ärzte hochmoderne OP- und Narkosetechniken, wie sie nur spezialisierte Fachzentren großer Universitätskliniken bereithalten können. Auch sind wir durch einen optimierten OP-Ablauf in der Lage, den Eingriff besonders zügig und mit sehr geringer Komplikationsrate durchzuführen.
Um die korrekte Lage und erwünschte Wirkung der Elektroden für die Tiefenhirnstimulation zu testen, werden noch während des Eingriffs erste Stimulationen durchgeführt, wobei der Patient aber nicht wach sein muss. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose.

 

Mehrtägiges interdisziplinäres Patientenscreening.

Während bei einigen Dystonie-Formen die Tiefenhirnstimulation fast immer zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität führt, ist der Behandlungserfolg bei anderen Formen schwer vorhersagbar. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Neurologie und gegebenenfalls der Kinderklinik – viele Dystoniepatienten sind Kinder – führen wir daher bei jedem unserer Patienten zunächst ein ambulantes und ggf. mehrtägiges stationäres neurologisches Screening durch. In umfassenden Untersuchungen machen sich dabei unsere Experten ein präzises Bild von der jeweiligen Bewegungsstörung und klären eventuell vorliegende körperliche und psychische Vorerkrankungen ab. Denn diese könnten das Operationsrisiko erhöhen bzw. das gewünschte Operationsergebnis beeinträchtigen. Nach dieser intensiven Diagnostikphase können wir in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Neurologie (und Kinderklinik) aber sicher einschätzen, ob und in welchem Maße unsere Patienten von dem Eingriff profitieren werden. Anschließend klären wir nochmals über den Operationsablauf und die zu erwartenden Verbesserungen und Veränderungen durch die Tiefenhirnstimulation auf. So kann sich unser Patient gut informiert und gemeinsam mit seinen Angehörigen für oder auch gegen den Eingriff entscheiden.

 

Sorgfältige OP-Nachsorge bei bekanntem Bezugsarzt.

Nach der Operation bleiben unsere Patienten in der Regel für mindestens zehn weitere Tage in der Neurochirurgie Heidelberg. Da bei vielen Dystoniepatienten der Stimulationseffekt sehr langsam einsetzt, kann die postoperative stationäre Behandlung auch einige Wochen dauern. Je nachdem, wie schwer der Patient vor der Operation beeinträchtigt war. In dieser Zeit werden die eventuell bisher eingenommenen Medikamente schrittweise abgesetzt oder in ihrer Dosis reduziert. Gleichzeitig stellen wir die Stärke und Art der Tiefenhirnstimulation optimal auf die individuelle Muskelspannung ein. Sollten durch die Dystonie noch körperliche Einschränkungen oder Fehlhaltungen zurückgeblieben sein, überweisen wir anschließend in eine neurologische Rehabilitationsklinik.

Die erste Zeit nach dem Eingriff bestellen wir unsere Patienten dann etwa alle zwei Monate zu Nachuntersuchungen ein. Ist die Stimulation optimal eingestellt und treten keine weiteren Probleme auf, findet einmal im Jahr eine Nachkontrolle statt. Dabei prüfen wir den Batteriestatus und die einwandfreie Funktion des implantierten Stimulators. Wichtig ist uns zudem, dass die Kontrollen und Nachbesprechungen von den gleichen Ärzten durchgeführt werden, die bereits zuvor operiert und behandelt haben. Schließlich sind sie es, die die individuelle Krankengeschichte und möglichen Probleme des Patienten am besten kennen.

 

Das zeichnet uns aus:

  • Jahrzehntelange Erfahrung und höchste Expertise auf dem Gebiet der Tiefenhirnstimulation und anderer stereotaktischer Operationen
  • Überdurchschnittliche Ausstattung mit moderner OP-Technologie (intraoperatives CT und MRT, OP-Navigation)
  • Sicherer und maximal komfortabler Eingriff dank modernster Narkose-Verfahren und optimierter Operationsabläufe
  • Sorgfältige Risiko-Nutzen-Analyse jedes Patienten in einem zehntägigen neurologischen Screening
  • Hohe interdisziplinäre Vernetzung mit der Klinik für Neurologie der Universitätsmedizin Heidelberg
  • Regelmäßige Nachsorge durch die behandelnden Ärzte

Spezialist

Prof. Dr. med. Karl Kiening

Spezialgebiete: Bewegungsstörungen wie Parkinson, essentieller Tremor und Dystonie

 

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Oberarzt
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Adresse und Anreise

Neurochirurgische Universitätsklinik
Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg
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