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Seit 1860: Pädiatrie in Heidelberg

Emil Feer

Emil Feer wurde 1864 in Aarau/Schweiz geboren. Er erhielt seine Ausbildung in Basel, wo er sich 1894 habilitierte und als Privatdozent am dortigen Kinderspital tätig war. Gleichzeitig übte er eine ausgedehnte hausärztliche Praxis aus.
1907 erhielt er von der Heidelberger Fakultät den Ruf als außerordentlicher Professor „einen Lehrauftrag für Kinderheilkunde mit der Verpflichtung zu übernehmen, in jedem Semester kleinere Vorlesungen aus dem Gebiet der Kinderheilkunde abzuhalten und die Direktion der Luisenheilanstalt in Heidelberg zu führen.“

Knapp vier Jahre blieb Emil Feer in Heidelberg. Er folgte 1911 einem Ruf  als ordentlicher Professor an das Universitäts-Kinderspital Zürich, welches er bis zu seiner Emeritierung 1929 zu hohem internationalem Ansehen führte.
Während seiner Heidelberger Jahre hat sich Emil Feer mit großem Nachdruck für die Probleme der Pädiatrie und die Förderung der Kinderheilkunde durch den Staat eingesetzt. 1909 forderte er auf der 26. Tagung der Gesellschaft für Kinderheilkunde in seinem Vortrag „Die Kinderheilkunde im Universitätsunterricht“ für jede Universität eine Kinderklinik mit Kinderambulanz und Säuglingsabteilung, hauptamtlich geleitet durch einen etatmäßigen Professor der Pädiatrie. In seiner Ära vollzog sich die endgültige Trennung des jungen Fachs Kinderheilkunde von der Medizinischen Poliklinik in Heidelberg.

Hier entstand auch sein international anerkanntes „Lehrbuch für Kinderheilkunde“, welches 1911 im Gustav-Fischer-Verlag erschien und schwerpunktmäßig die Klinik der Kinderkrankheiten darstellt. Es erlebte 27 Auflagen und erschien letztmalig 1993. In seine kurze Heidelberger Zeit fallen Veröffentlichungen über Ernährungsstörungen, über Ernährungstherapie bei Säuglingen und über die cutane Tuberkulinprobe beim Kind.

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