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Tumornephrektomie

Entfernung einer tumortragenden Niere

Ist der Erhalt einer tumortragenden Niere aus pathologischen (Gefahr des Tumorrezidivs) und/oder funktionellen (Niere durch den Tumor komplett aufgebraucht) Gründen nicht sinnvoll, sollte die Niere komplett entfernt werden (Tumornephrektomie). An der Urologischen Universitätsklinik Heidelberg werden hierzu minimal invasive (laparoskopische) oder offen chirurgische Techniken eingesetzt.


Laparoskopisch ("Schlüsselloch-Chirurgie") kann operiert werden, solange ein Nierentumor noch organbegrenzt ist und in Abhängigkeit seiner Lokalisation eine bestimmte Größe nicht überschreitet (Vermeidung der intraoperativen Tumorruptur). Die Voraussetzungen für das laparoskopische Vorgehen können außerdem durch begleitende Umstände, wie z.B. statt gehabte Voroperationen und andere Grunderkrankungen beeinflußt werden. Vorteile der minimal-invasiven Laparoskopie sind insbesondere der kurze Krankenhausaufenthalt, die schnelle postoperative Erholung bis zur völligen Belastbarkeit und das günstige kosmetische Ergebnis.


Das offen chirurgische Vorgehen kann notwendig werden entweder wenn z.B. Begleiterkrankungen den Einsatz der Laparoskopie verbieten oder wenn es sich um besonders große, vor allem auch möglicherweise organüberschreitende Tumore handelt. Letztere können beispielsweise in die Muskulatur der hinteren Leibeswand, in Leber, Dünn- oder Dickdarm, Bauchspeicheldrüse oder Magen vorwachsen und gleichzeitig die großen Gefäße des hinteren Bauchraums betreffen. Die Planung für die Operation solcher Tumore erfolgt durch das interdisziplinäre Operationsteam zunächst am Computerbilschirm in der Radiologie, auf dem der Tumor und das Operationsfeld 3-dimensional in Farbe dargestellt wird (hochauflösendes 3D CT, 3 dimensional rekonstruiertes MRT). Anschließend werden die beteiligten Ärzte von der Anästhesie über den erwarteten Operationsablauf unterrichtet, so daß eine entsprechende Narkoseform gewählt werden kann.