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Nierentumorenukleation, Nierenteilresektion

Erhalt der Niere bei Entfernung eines Nierentumors

Der Erhalt einer Niere bei gleichzeitiger Entfernung eines Nierentumors (Nierentumorenukleation, Nierenteilresektion) kann im Rahmen einer sogenannten "elektiven Indikationsstellung" oder "imperativen Indikationsstellung" erfolgen.


Unter einer elektiven Indikation versteht man die Entfernung eines Nierentumors unter Erhalt der Niere bei einer gesunden Niere auf der Gegenseite. "Elektiv" bedeutet also, daß die tumortragende Niere erhalten wird, obwohl sie theoretisch auch entfernt werden könnte, ohne daß der Patient dialysepflichtig wird.


Unter einer imperativen Indikation versteht man die Entfernung eines Nierentumors unter Erhalt der Niere bei einer kranken oder fehlenden Niere auf der Gegenseite. "Imperativ" bedeutet also, daß die tumortragende Niere nach Möglichkeit erhalten soll, weil der Patient sonst dialysepflichtig werden würde.


Elektiv zu entfernende Nierentumore werden an der Urologischen Universitätsklinik Heidelberg meist durch ein Verfahren entfernt, das einerseits eine minimal invasive Mobilisation der Niere durch Laparoskopie (Bauchspiegelungstechnik) und andererseits eine Entfernung des Tumors ohne Klemmen der Nierengefäße erlaubt. Auf diese Weise kann optimal die Kombination von Radikalität (komplette Entfernung des Tumors), uneingeschränkter Funktionserhalt der Niere, nur geringe postoperative Beschwerden und günstiges kosmetisches Ergebnis verwirklicht werden.


Imperative Nierenteilresektionen werden in unterschiedlicher Technik, je nach Befund durchgeführt. Kleine Tumore können, wie oben beschrieben, in einer Kombination von Laparoskopie und Tumorentfernung ohne Unterbrechung der Blutzufuhr (Ischämie) entfernt werden. Bei größeren und/oder mehreren Tumoren wird unter Einsatz spezieller Nierenfunktions-erhaltender Techniken (Metabolik, Kühlung, lokale Perfusion) der Tumor aus der kurzfristig ischämischen Niere entfernt. Bei sehr großen Tumore und/oder Tumoren, die an ungünstigen Stellen in der Niere liegen, wird ein sogenanntes "work-bench" Verfahren angwendet. Hierbei wird die gesamte Tumor-tragende Niere entnommen und an externes Durchströmungssystem angeschlossen, das den Funktionserhalt der Niere über bis zu mehrere Stunden ermöglicht. So kann ohne Zeitdruck unter kontrollierten Bedingungen der Tumor aus der Niere heraus präpariert werden. Das Ergebnis wird durch Schnellschnittuntersuchungen kontrolliert, durch die der Pathologe während der Operation überprüft ob der gesamte Tumor entfernt ist. Anschließend wird die Niere analog zur Technik einer normalen Nierentransplantation in den Patienten zurückverpflanzt.