Prostatakrebs

Erhalt des inneren Schließmuskels bei radikaler Prostatektomie

Die radikale Prostatektomie (totale Prostataentfernung) ist eine der wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten des lokal begrenzten Prostatakarzinoms. An entsprechenden Zentren ist diese Operation weitgehend standardisiert und wird mit niedrigen Komplikationsraten und guten Erfolgen durchgeführt. Immer noch in der wissenschaftlichen Diskussion ist das Thema Frühkontinenz (zeitlicher Abstand zur Operation) und die bleibende Harninkontinenz bei Risikopatienten, z.B. mit schwerem Diabetes mellitus.

 

Demzufolge gibt es derzeit verschiedene Ansätze um die Blasenkontrolle nach radikaler Prostataentfernung weiter zu verbessern. Hierbei können sowohl medikamentöse Maßnahmen als auch operationstechnische Details eine Rolle spielen.


Der sog. "innere Schließmuskel", zu dem auch der Blasenhals gerechnet wird, wurde bereits frühzeitig als Anteil des Kontinenzapparates (Schließmuskelsystem) identifiziert. In der Zwischenzeit haben einige Studien die Eigenständigkeit des inneren Schließmuskels für den Erhalt der Harnkontinenz auch nach Verlust (z.B. durch einen Verkehrsunfall) des für die Harnkontinenz wichtigen äußeren Schließmuskels bestätigt. Auf dieser Grundlage wurde an der Urologischen Universitätsklinik Heidelberg die sog. "blasenhalserhaltende" Technik bei radikaler Prostatektomie (BHERP) sowohl für die minimal-invasive Da Vinci als auch die offene Operationstechnik entwickelt. Hierbei wird sowohl der innere und der äußere Schließmuskel erhalten. Dadurch ist eine Verkürzung der Dauer bis zum Erreichen einer vollständigen Harnkontinenz bzw. eine Erhöhung des Anteils an kontinenten Patienten bei Hochrisikopatienten zu erwarten.


Seit Anfang des Jahres 2009 führt die Urologische Universitätsklinik Heidelberg die BHERP im Rahmen einer prospektiven Studie durch. Die Teilnahme an dieser Studie erfolgt selbstverständlich nur mit der vorherigen aufgeklärten Einwilligung der Patienten. Die Rekrutierung für die Studie erfolgt in unserer Klinik im Rahmen der Operationsplanung zur radikalen Prostataentfernung (offen oder mit dem robotischen Operationssystem Da Vinci).


Ethikkommission:
Vor Beginn wurde die Studie der Ethikkommission der Universität Heidelberg zur ethischen und rechtlichen Beurteilung vorgestellt. In ihrem Votum vom 07.01.2009 stimmte die Ethikkommission der Durchführung dieser Studie zu.


Kontakt:
Dr. med. J. Nyarangi-Dix, Fr. Stredele Tel.: 06221-566110