Erkrankungen des Gleichgewichts – Schwindelsprechstunde

Erkrankungen des Gleichgewichts

Schwindel kann viele Gesichter haben: Unsicherheit, Schwarzwerden vor den Augen, Benommenheit, Taumeligkeit bis hin zu Dreh-, Schwank- und Liftgefühlen. So verschieden Schwindel wahrgenommen wird, so vielfältig sind auch seine Ursachen. Hinter den Beschwerden können Krankheiten des Nervensystems, der Halswirbelsäule, der Augen und des Herz-Kreislaufsystems stecken und nicht zuletzt Störungen des Gleichgewichtsorgans selbst. Wenn eine Erkrankung des Gleichgewichtsorgans ausgeschlossen werden kann, sind oft weitere Untersuchungen durch Neurologen, Orthopäden, Augenärzte und Internisten erforderlich.

Die erste Untersuchung und Therapie akuter Schwindelbeschwerden erfolgt über die Allgemeine HNO-Ambulanz oder Notfallambulanz der Kopfklinik.
Für Patienten mit andauernden Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans und Schwindel bietet die Schwindelsprechstunde eine geeignete Anlaufstelle.

In unserer Schwindelsprechstunde werden nach einer sorgfältigen Anamnese und HNO-ärztlichen Untersuchung verschiedene neuro-ophthalmologische und neuro-otologische Tests durchgeführt, um die Störung des multimodalen Sinnessystems zu analysieren. Neben einer audiologischen Diagnostik steht in unserem Hause eine umfassende apparative Diagnostik wie beispielsweise die Ableitung der VEMP, die Bestimmung der subjektiven visuellen und haptischen Vertikalen, die kalorische Prüfung, der Kopfimpulstest, die Posturografie und Drehstuhluntersuchungen zur Verfügung.

Kontakt und Terminvereinbarung

Termine für die Schwindelsprechstunde werden nach einer Erstuntersuchung in unserer Allgemeinen HNO-Ambulanz vergeben.

Bitte vereinbaren Sie telefonisch einen Termin in der
Allgemeinen HNO-Ambulanz Tel.: 06221 56-6710 oder -6752


Leitung:

Dr. med. Ph. S. van de Weyer
Tel. +49 6221 56-6710 / -6752
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Akuter Schwindel

Kommt es zum Beispiel bei Ausfall einer Seite zu einem Ungleichgewicht der Empfindungen beider Gleichgewichtsorgane - Neuronitis vestibularis - empfinden wir heftigsten Dreh- und Schwankschwindel oft mit Übelkeit und Erbrechen. Das Gehirn muss in der Folge wieder lernen, die ungleichen Informationen zu verarbeiten und zu akzeptieren. Erst dann empfinden wir keinen Schwindel mehr. Medikamente gegen Schwindel unterdrücken zwar die Beschwerden kurzfristig. Dennoch verlängern sie in einem solchen Falle die Genesung, da das Gehirn sich nicht auf die neue Situation einstellen kann. Mit Hilfe von verschiedenen Untersuchungen des Hör- und Gleichgewichtsorgans lassen sich die möglichen Ursachen der akuten Schwindelbeschwerden weiter aufdecken und je nach Ergebnis sinnvoll therapieren. Beispiel hierfür sind das Gleichgewichtstraining, die Behandlung von hohem Blutdruck und Blutzucker sowie von Herzrhythmusstörungen, Nackenmassagen, Medikamente gegen Schwindel und Entspannungsübungen. Gelegentlich führt der Weg zur Heilung auch über eine Ohroperation.

Morbus Menière

Die Menièr'sche Erkrankung ist eine sehr beeinträchtigende Erkrankung, die sich mit Hörverlust, Druckgefühl im Ohr, Ohrgeräusch, schwerer Gangunsicherheit und Schwindel zeigt.

  • Der Schwindel ist das dramatischste und zermürbenste Symptom dieser Erkrankung. Es wird als plötzlicher Verlust der normalen Balance und des Gleichgewichts beschrieben. Der umgebende Raum kann plötzlich zu rotieren beginnen. Es ist schwierig zu fokussieren und es kann Übelkeit und Erbrechen auftreten. Weitere Gründe für Schwindel können aber auch eine akute virale Entzündung des Gleichgewichtsorganes - Neuropathia vestibularis, im Gleichgewichtsorgan umher schwimmende Kristalle - gutartiger, anfallsartiger Lagerungsschwindel/BPLS - oder Probleme der Halswirbelsäule sein.

  • Der Hörverlust ist typischerweise schwankend (fluktuierend) und an manchen Tagen schlimmer als an anderen. Die Hörminderung bei Mobus Menière kann zu einer ausgeprägten dauerhaften Schwerhörigkeit und schlussendlich Taubheit auf dem betroffenen Ohr führen.

  • Das Ohrgeräusch (Tinnitus) wird von Menière-Patienten als variabel und insbesondere vor Schwindelanfällen als schlimmer beschrieben.

  • Ein Druck oder Völlegefühl im betroffenen Ohr wird oft vom Patienten angegeben.

 
Bei dieser Erkrankung bieten sich mehrere Behandlungsoptionen an, die den individuellen Gegebenheiten angepasst werden.
 
Im Anschluss an die Diagnostik von Hör- und Gleichgewichtsorgan richtet sich die Behandlung nach dem individuellen Befund. Im akuten Anfall ist oft eine den Flüssigkeitshaushalt des Innenohres beeinflussende Infusionstherapie geboten. Wenn der anfallsweise Schwindel bei gutem Hörvermögen auftritt, ist eine Operation, die Saccusexposition, bei vielen Patienten hilfreich. Hierbei wird die Region der Flüssigkeitsräume des Innenohres von seiner knöchernen Umwandung befreit, so dass Druckschwankungen leichter ausgeglichen werden können. Bei schlechtem Hörvermögen kann eine Gentamicintherapie angezeigt sein. Nur in seltenen Ausnahmefällen ist eine operative Unterbrechung des Gleichgewichtsnerven eine Behandlungsoption.

Weitere Informationen erhalten Sie in der Poliklinik der HNO und in der Opens internal link in current windowSchwindelsprechstunde (Dr. med. Ph. S. van de Weyer).

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