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Allgemein-, Viszeral- & Transplantationschirurgie

FAQs - Frequently asked Questions "Häufig gestellte Fragen"

 

Welche Organe können Sie im Transplantations-Zentrum Heidelberg transplantieren?

Im Transplantations-Zentrum Heidelberg werden Leber, Niere und Pankreas transplantiert. In der Abteilung für Herzchirurgie werden Herztransplantationen und in der Onkologie Knochenmarktransplantationen vorgenommen. 

 

Wer sagt mir, ob bei mir eine Transplantation nötig ist?

Sie müssen sich in der Transplantationssprechstunde vorstellen. Danach wird durch das Transplantationsteam die Entscheidung getroffen, ob eine Transplantation bei Ihnen notwendig ist oder ob es andere Behandlungsmöglichkeiten gibt. 

 

An wen wende ich mich bei Fragen zu einer Lebertransplantation?

Wenden Sie sich an das Transplantationsteam im Transplantationszentrum Heidelberg! Ein Termin zur Vorstellung in der Transplantationssprechstunde wird dann mit Ihnen vereinbart werden. >>Kontakt 

 

Wann muss eine Lebertransplantation durchgeführt werden?

Ob bei Ihnen eine Lebertransplantation durchgeführt werden muss, ist in erster Linie von dem Ausmaß Ihrer Erkrankung abhängig. Auch Ihre bestehenden Grunderkrankungen und Ihr allgemeiner Gesundheitszustand beeinflussen die Notwendigkeit einer Transplantation. Auch Faktoren, die das Gelingen der Transplantation von vornherein gefährden, wie beispielsweise Alkoholismus, dürfen bei Ihnen nicht gegeben sein. Selbstverständlich setzt eine Transplantation auch das Vorhandensein eines Organs voraus! 

 

Wie lange muss ich auf eine Transplantation warten? Welche Kriterien müssen erfüllt sein?

Die durchschnittliche Wartezeit auf das notwendige Organ betrug 2013 579 Tage. Dies setzt voraus, dass Voruntersuchungen und Abklärungen durch das zuständige Transplantationsteam vollständig abgeschlossen sind. 

 

Wie groß sind die Chancen, dass ich die Transplantation überlebe bzw. nicht daran sterbe?

Überlebenschancen pauschal anzugeben ist außerordentlich schwierig, da diese von unterschiedlichen Faktoren, wie beispielsweise dem Gesamtgesundheitszustand des transplantierten Patienten oder dem Zustand des transplantierten Organs abhängig sind.

 

Wie groß ist das Risiko für jemanden, der eine Lebend-Leber gibt?

Basierend auf Durchschnittswerten lässt sich sagen, dass bereits zwei Monate nach der Operation der Spender wieder vollständig arbeitsfähig sein wird. Allerdings ist zu erwähnen, dass die Leber-Lebendspendeoperation als eine große bauchchirurgische Operation einzustufen ist, welche, wie jede andere Operation, das Risiko beinhaltet an der Operation oder an deren Folgen zu versterben. International wurden bei der Leber-Lebendspende fünf Todesfälle berichtet bei mittlerweile ca. 2500 Spenderoperationen. Wie wir heute wissen, kann dieses Risiko durch eine penibel durchgeführte Voruntersuchung vermindert werden. Auch die Häufigkeit der postoperativen Komplikationen, die ein schwerwiegendes Ausmaß annehmen könnten, sind als gering einzuschätzen. Sollte der entnommene Leberanteil bei einer Lebendspende 50 bis 60% der gesamten Lebermaße übersteigen, kann eine vorübergehend eingeschränkte Leberfunktion mit einer leichten Gelbsucht auftreten. Nachdem sich die Lebermasse ausreichend regeneriert hat, was innerhalb von 14 Tagen der Fall ist, tritt in der Regel die Erholung der Leber ein. 

 

Welche Vorteile habe ich mit einer neuen Leber? Mit welchen Nachteilen muss ich nach einer Transplantation rechnen?

Da die Transplantation in aller Regel die letzte Behandlungsmöglichkeit darstellt, ist sie für die meisten Patienten auch die einzige Chance ihr Leben in gewohnter Form weiterzuführen. Nach Abschluss der Transplantation können Sie in Ihren Lebensalltag zurückkehren. Sie können Ihre Arbeit wieder aufnehmen und den gewohnten Aktivitäten nachgehen. Allerdings sollte Ihrerseits bedacht werden, dass auch nach der Transplantation einige "Spielregeln" zu beachten sind: Nach Ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus müssen Sie sich regelmäßig einer Transplantations-Nachsorgeuntersuchung unterziehen.

 

Es ist fundamental wichtig, dass Sie nach der Transplantation die notwendigen Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems (Immunsuppressiva) einnehmen. Nur so ist gewährleistet, dass Ihre neue Leber nicht als fremdes Gewebe erkannt und abgestoßen wird. Die Zusammenstellung der notwendigen Immunsuppressiva wird von Ihrem Transplantationsteam individuell für Sie festgelegt. Bei der Einnahme der notwendigen Medikamente können bestimmte Nebenwirkungen mit unterschiedlicher Häufigkeit auftreten, z.B. Grüner Star (Glaukom) und Grauer Star (Katarakt), Zahnfleischwucherung, Bluthochdruck (Hypertonie), Gewichtszunahme, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Verschlechterung der Nierenfunktion, Knochenbrüchigkeit (Osteoporose), neurologische Probleme, Pilzbefall, erhöhtes Tumorrisiko (CAVE: Krebsvorsorgeuntersuchungen). Zudem ist Ihr Immunsystem geschwächt. Achten Sie bei der Arbeit und der Ernährung immer auf die Hygiene! Vermeiden Sie den direkten Kontakt mit infizierten Kranken! Nehmen Sie Abstand von großen Menschengruppen ohne sich zu isolieren oder zurückzuziehen!

 

Woher kommt meine Leber?

Ihre Leber kommt von einem anonymen Spender. Unter welchen Umständen eine Leber einem Spender entnommen werden darf, regelt das Deutsche Transplantationsgesetz (TPG).

 

Über die Vergabe der einzelnen Organe entscheidet eine gesetzliche Institution namens "Eurotransplant". Um dort als Empfänger für ein Organ registriert zu werden und in die Warteliste aufgenommen zu werden, wird Ihr Gesundheitszustand und das Ausmaß Ihrer Erkrankung von der Organisation überprüft. Hierzu sind die Voruntersuchungen durch das Transplantationsteam in Heidelberg notwendig. Durch Abstimmung Ihrer persönlichen Daten mit den Daten eines verfügbaren Organs kann Ihnen dann von Eurotransplant ein Organ zugeteilt werden.

 

Bei mir wurde eine Hepatitis C mit beginnender Zirrhose festgestellt. Wie schnell kann eine Zirrhose fortschreiten, wenn sie nicht behandelt wird? Wann wird eine Leber-Transplantation nötig?

Pauschale Aussagen sind hier nicht möglich, da das immer abhängig von dem Grad der Erkrankung ist. Ihr sogenannter Immunstatus und die Aktivität des Hepatitis C-Virus sind dabei von Bedeutung. Erst wenn die Lebererkrankung sehr fortgeschritten ist oder die Leberfunktion durch Medikamente oder kleinere Eingriffe nicht therapiert werden kann, ist eine Transplantation notwendig.

 

Bei mir wurde eine Zystenleber diagnostiziert. Muss man bei mir deshalb eine Lebertransplantation vornehmen?

Erst wenn eine Zystenleber sehr fortgeschritten und die Leberfunktion sehr weit eingeschränkt ist, ist eine Transplantation notwendig. Die Diagnose "Zystenleber" bedeutet nicht automatisch eine Transplantation. Unter Umständen kann Ihnen auch durch eine andere "kleinere" Operation (sogenannte Zystenentdeckelungen) geholfen werden.  

 

Wann wird jemand, der an Amyloidose erkrankt ist, eine neue Leber transplantiert?

Diese kann nur bei einer speziellen Form der Amyloidose (sogenannte vererbte Form) indiziert sein und sollte unbedingt vor dem Manifestwerden schwerwiegender Organkomplikationen durchgeführt werden. Eine Beratung und Betreuung in unserem Amyloidosezentrum ist jederzeit möglich. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die entnommene Amyloidoseleber einem anderen Patienten mit fortgeschrittener Lebererkrankung transplantiert werden (sogenannte Dominotransplantation). 

 

Habe ich als "trockener" Alkoholiker mit einer Zirrhose "ein Recht" auf eine neue Leber?

Sie haben einen relativen Anspruch auf ein Organ. In erster Linie ist dieser Anspruch davon abhängig, ob die Abstinenz bei Ihnen stabil und auch langfristig gewährleistet ist. Über bestimmte Blutuntersuchungen kann der Alkoholkonsum der letzten Zeit nachgewiesen werden, den Arzt diesbezüglich zu belügen ist daher sinnlos. Bedenken Sie, dass es gegenüber anderen Patienten, die auf ein Organ warten, unfair ist, wieder mit dem Alkoholkonsum zu beginnen. 

 

Muss ich nach einer Lebertransplantation mit Nebenwirkungen von Medikamenten rechnen?

Ja, bei der Einnahme der notwendigen Medikamente können bestimmte Nebenwirkungen mit unterschiedlicher Häufigkeit auftreten, z.B. Grüner Star (Glaukom) und Grauer Star (Katarakt), Zahnfleischwucherung, Bluthochdruck (Hypertonie), Gewichtszunahme, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Verschlechterung der Nierenfunktion, Knochenbrüchigkeit (Osteoporose), neurologische Probleme, Pilzbefall, erhöhtes Tumorrisiko (CAVE: Krebsvorsorgeuntersuchungen). Heute können aber diese Nebenwirkungen durch eine geeignete individuelle Wahl der Immunsuppressiva gering gehalten werden. 

 

Kann ich nach einer Lebertransplantation Reisen unternehmen?

Selbstverständlich können Sie Reisen unternehmen, allerdings sollten Sie daran denken, daß Ihr Immunsystem geschwächt ist! Insofern sollte das Reiseziel im Hinblick auf die hygienischen Gegebenheiten und Infektionsgefahren hin überprüft werden. 

 

Erfahre ich als Empfänger/in, von wem ich die Leber erhalten habe?

Nein, auch aus juristischen, ethischen und medizinisch-rechtlichen Gründen wird dies abgelehnt. 

 

 

Spende

 

Wie kann ich zur Leberspenderin bzw. zum Leberspender werden?

Über einen Organspendeausweis bei der DSO (Deutsche Stiftung für Organtransplantation) kann man sich als Spender registrieren lassen. Dieser Ausweis kann direkt bei der DSO bezogen werden. Auch bei einem Besuch bei Ihrem Hausarzt kann der Ausweis über diesen beantragt werden. >>DSO 

 

Welche Krankheiten disqualifizieren mich als Leberspender/in?

Liegen Lebererkrankungen, Tumoren oder die Leber betreffende Infektionskrankheiten (z.B. HIV, Tuberkulose usw.) vor, kommen Sie als Spender nicht in Frage. Der Gesundheitszustand eines Spenders wird durch umfangreiche Voruntersuchungen genau erfasst. 

 

Bis zu welchem Lebensjahr bin ich als Leberspender/in qualifiziert?

Bis zu einem biologischen Alter von 50 bis 60 Jahren kommen Sie als Spender in Frage.

 

Werden meine Nachkommen für meine Leberspende finanziell vergütet?

Nein, aus ethischen, rechtlichen und moralischen Gründen ist dies nicht der Fall. Dieser Sachverhalt ist im aktuell gültigen Transplantationsgesetz rechtlich geregelt. 

 

Was geschieht mit dem Leichnam nach der Organentnahme?

Nach der Organentnahme wird er, entsprechend den vorhandenen ethischen und religiösen Richtlinien, den Nachkommen zur Verfügung gestellt. 

 

Kann ich bestimmen, wer meine Leber erhält?

Nein, über die Vergabe des Organs entscheidet Eurotransplant. Die Anonymität von Spender und Empfänger bleibt gewahrt. 

 

Wenn ich einmal als Leberspender/in akzeptiert bin, kann ich meinen Entschluss widerrufen?

Ja, eine solche Entscheidung kann jederzeit und ohne Folgen widerrufen werden.

 

Wo melde ich mich als Organspender an?

Einen Organspendeausweis erhalten Sie bei der DSO (Deutsche Stiftung für Organtransplantation), dort können Sie sich als Spender registrieren lassen. Dieser Ausweis kann direkt bei der DSO bezogen werden. Auch bei einem Besuch bei Ihrem Hausarzt kann der Ausweis über diesen beantragt werden.

>>DSO

 

Bei den Spendern bei der Leber-Lebendspende handelt es sich um Verwandte bzw. Angehörige ersten Grades oder Ihnen sehr nahe stehende Personen, die bereit sind, einen Teil Ihrer Leber zu spenden. Die Leber-Lebendtransplantation ist eine neue Behandlungsform bei der von einem gesunden Spender ein Teil der Leber zur Transplantation entnommen wird. Die Entnahme geschieht auf freiwilliger Basis. 

 

Weitere Fragen?

Falls Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Transplantations-Zentrum Heidelberg - zum Beispiel mit einer E-Mail: >>Kontakt

 

 

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