zurück zur Startseite
Zentrale Tel.: 06221-560
Augenklinik
Kopfklinik (Zentrum)

Grauer Star und Intraokularlinsen

Grauer Star (Katarakt)

Unter einer Katarakt versteht man eine angeborene oder erworbene Trübung der Augenlinse. Die häufigste Form des grauen Stares ist der „Altersstar“. Weltweit sind laut WHO etwa 50 Millionen Menschen durch eine Katarakt erblindet (Tendenz zunehmend). Die operative Entfernung der getrübten Augenlinse mit Implantation einer Kunstlinse stellt zur Zeit die einzige Therapieform dar. Die Staroperation ist die häufigste OP-Form in der gesamten Medizin (USA: ca. 2,5 Millionen OPs pro Jahr; Deutschland zirka 650.000 OPs pro Jahr; Stand 2005).

Der Begriff "Katarakt"

Der Begriff "Katarakt" entwickelte sich im Mittelalter aus den lateinischen Übersetzungen der antiken griechischen und arabischen Schriften. Der Star wurde bei den Arabern mit dem Begriff ma (Wasser) oder ausführlicher "al-ma' an-nazil fi'l 'ain", d.h. "Wasser, das herabsteigt in das Auge" beschrieben. Hieraus hat sich der mittelalterliche Name "cataracta" (=Wasserfall) entwickelt.
Der Begriff "Star" oder auch "Staar" in der deutschen Sprache wurde bereits im 8. Jahrhundert in der Verbindung "staraplint" = starblind verwendet. Dies leitet sich wiederum von dem Verb "starren" ab, welches die "Augenstarre" der blinden Starpatienten beschreibt.

Die Entstehung der Katarakt

Der Graue Star äußert sich als Trübung der körpereigenen Augenlinse. Die Augenlinse ist hinter der Regenbogenhaut und hinter der Pupille gelegen. Sie ist, wie eine Linse im Fotoapparat, dafür da, das Auge auf verschiedene Entfernungen einzustellen und auf Dinge zu fokussieren. Sie besteht aus einer Kapsel, einem Linsenkern und einer Linsenrinde.

Die Linsenrinde wird von den Linsenfasern gebildet. Diese werden das ganze Leben lang Schicht um Schicht produziert, sodass die Linse kontinuierlich an Dicke zunimmt und schließlich im Alter immer weniger elastisch ist und immer mehr eintrübt.

 

   

Das linke Bild zeigt eine Spezialaufnahme einer Linse eines jungen Menschen. Das rechte Bild die eines alten Menschen. Man sieht die Zunahme der Linsendicke und der Dichte.

Ein grauer Star kann in jedem Lebensalter auftreten, auch wenn der Altersstar der häufigste ist. Die Katarakt kann angeboren sein, sodass oft schon in den ersten Lebensjahren operiert werden muss. Sie kann vererbt werden.

Im jugendlichen und mittleren Lebensalter kann ein grauer Star durch Verletzungen entstehen, durch chronische Entzündungen im Auge (Regenbogenhautentzündung) oder durch andere Augenerkrankungen, wie z.B. Netzhauterkrankungen.

  

Bestimmte Medikamente können, wenn sie jahrelang eingenommen werden, zu Linsentrübungen führen (z. B. Kortisonstar).

Am häufigsten ist jedoch der Altersstar. Hier unterscheidet man oft welche Form der Trübung vorliegt, z.B. eine Rindentrübung, eine Linsenkerntrübung.

  

Wird der Star nicht operiert, nimmt die Trübung soweit zu, dass der Patient erblindet. Der Star wird reif oder gar überreif und der Linseninhalt verflüssigt sich und sinkt in der Kapsel herab.

  


Die Operation der Katarakt

Die Operation wird in der Regel als ambulanter Eingriff durchgeführt. Die Betäubung des Auges erfolgt wiederum in der Regel nur durch spezielle Augentropfen, eine Injektion hinter das Auge ist nur selten notwendig.

Die Entfernung der getrübten Linse erfolgt mittels Ultraschall. Die harte getrübte Linse wird hierdurch verflüssigt und abgesaugt. Im Anschluss wird in den leeren Kapselsack eine Kunstlinse eingepflanzt. 
 
Die Operation des Grauen Stars kann auch mit Hilfe eines Femtosekundenlasers durchgeführt werden. Dieser übernimmt in unmittelbar aufeinanderfolgenden Schritten die Eröffnung der Hornhaut, das kreisförmige Eröffnen der vorderen Linsenkapsel sowie das Zerteilen der natürlichen Augenlinse. Dank des Einsatzes eines Femtosekundenlasers kann hochpräzise und sicher gearbeitet werden. Gewebe wird geschont und die Linsenkapsel mit einer Genauigkeit von 10 bis 15 Mikrometern (tausendstel Millimeter) eröffnet. Sie bleibt dadurch reißfester als bei herkömmlichen Techniken, ist besser zentriert und damit auch zum Einsetzen von Speziallinsen geeignet.

 


Intraokulare Linsen

Die Universitätsaugenklinik Heidelberg, die Forschungsgruppe Intraokularlinsen und die Sektion Refraktive Chirurgie sind weltweit führend auf dem Gebiet der Intraokularlinsenforschung und der Kataraktchirurgie.

Folgende Kunstlinsenarten werden routinemäßig implantiert bzw. im Rahmen von kontrollierten Studien:

  • Faltlinsen aus unterschiedlichen Materialien (hydrophiles Acrylat, hydrophobes Acrylat, Silikon)
  • Asphärische Intraokularlinsen (Verbesserung der Abbildungsgüte)
  • Multifokale Linsen (Nah- und Fernsehvermögen)
  • Trifokale Linsen (Nah- Zwischen- und Fernsehvermögen)
  • Akkommodative Intraokularlinsen (Nah- und Fernsehvermögen)
  • Torische Intraokularlinsen  (zusätzliche Korrektur von Hornhautverkrümmungen)
  • Blue-Blocker Intraokularlinsen  (Filter mit Makulaschutzfunktion)
  • Micro-Incision Intraokularlinsen (MICS-IOLs) (Linsen für Schnittbreiten unter 2mm)
  • Neueste Kunstlinsenprototypen im Rahmen von genehmigten Studien
  • Phake Intraokularlinsen als refraktive Implantate (Irisfixierte zusätzliche Linsen)
  • Phake torische Intraokularlinsen als refraktive Implantate


Moderne Kataraktchirurgie

In der Kataraktchirurgie werden modernste Verfahren und Geräte eingesetzt:

  • Femtosekundenlasergestützte Operation der Augenlinse
  • Phakoemulsifikation mit Microbursttechnologie (Spezielle Ultraschalltechnologie)
  • Phakoemulsifikation mit Hyperbursttechnologie (Spezielle Ultraschalltechnologie)
  • Aqualase Linsenliquefaktionsverfahren (Wasserstrahltechnologie)

Im Bereich der ambulanten Kataraktchirurgie werden alle Altersgruppen operiert. Für besondere Patientengruppen bieten wir folgende Spezialtechniken an:

  • kindliche (angeborene) Katarakt
  • komplizierte Katarakt bei Netzhauterkrankungen
  • Katarakt bei Marcumar-Patienten
  • traumatische Katarakt
  • altersbedingte Katarakt
  • Katarakt mit zusätzlichen Risikofaktoren


Nachstarprävention

Eine wichtige Langzeitkomplikation nach erfolgter Kataraktoperation ist der sogenannte Nachstar (Cataracta secundaria). Durch verbliebene Linsenepithelzellen im Kapselsack der natürlichen Linse kommt es dabei zu Nachtrübungen hinter der eingepflanzten Kunstlinse.

Die Prävention oder Beeinflussung der Nachstarenstehung ist ein wichtiges Thema der Forschungsgruppe Intraokularlinsen und Refraktive Chirurgie. Auf dem Gebiet der Nachstarforschung ist die Gruppe international anerkannt und führend.

Verschiedene Systeme werden zur Zeit in Labor- und klinischen Studien geprüft:

  • Einfluss bestimmter Linsendesignveränderungen auf den Nachstar
  • Einfluss bestimmter insenmaterialien auf den Nachstar
  • Sealed capsule irrigation (Kapselsackspülsystem)
  • Hyperosmolare Lösungen zur Nachstarprävention
  • Hypoosmolare Lösungen zur Nachstarprävention 

Spezialisten

Prof. Dr. med. Gerd U. Auffarth, FEBO
Ärztlicher Direktor Augenklinik



Terminvereinbarung

Einen Termin vereinbaren Sie bitte unter:

Privatsprechstunde Prof. Dr. med. Auffarth
Tel.: 06221 56-6604
Fax.: 06221 56-4695
Opens window for sending emailE-Mail

Katarakt- und Linsensprechstunde
Tel.: 06221 56-6695
Fax: 06221 56-5308

Anmeldung zur ambulanten Katarakt-Operation

Tel.: 06221 56-22898
Fax: 06221 56-22521

Anmeldung zur stationären Katarakt-Operation
Tel.: 06221 56-6655
Fax: 06221 56-5758

Print Diese Seite per E-Mail weiterempfehlen

Spezialisten


Prof. Dr. med. Gerd. U. Auffarth, FEBO

Terminvereinbarung

Privatsprechstunde Prof. Dr. med. Auffarth

Terminvergabe Privatsprechstunde

Katarakt- und Linsensprechstunde

Tel.: 06221 56-6695

Fax: 06221 56-5308


Anmeldung zur ambulanten Katarakt-Operation

Tel.: 06221 56-22898

Fax: 06221 56-22521



Anmeldung zur stationären Katarakt-Operation

Tel.: 06221 56-6655

Fax: 06221 56-5758

Adresse und Anreise

Universitäts-Augenklinik
Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg

Opens internal link in current windowzum Anfahrtsplan

Im Notfall

Notfallambulanz/ Pforte der Kopfklinik
24-h-Notdienst
Tel.: 06221 56-6996 oder 56-6999